Sofortmaßnahme

Rettungsaktion für die Ufermauer der Dreisam am Schwabentor

Fabian Vögtle

Von Fabian Vögtle

Fr, 24. August 2018 um 16:34 Uhr

Freiburg

Mit Findlingen hat die Stadtverwaltung am Donnerstag einen Teil der Ufermauer der Dreisam am Schwabentor absichern lassen. Das war nötig, weil deren Standsicherheit wegen Unterspülung gefährdet war.

Mit der Sofortmaßnahme wurden zugleich der Radweg und Schillerstraße, dort B 31, gegen mögliche Schäden stabilisiert.

Zehn tonnenschwere Steine hieven die Mitarbeiter einer Baufirma in der Mittagshitze mit einem Kran in die Dreisam. Dort werden die aus einem Steinbruch herangekarrten und mit Gebinde versehenen Findlinge fest verankert. "Das war überfällig", sagt Frank Ueckermann.Es sei zwar schon länger bekannt, dass im Laufe der vergangenen Jahre einige große Steine am Wehr weggeschwemmt worden waren und die Mauer bröckelte, so der der Leiter des Garten- und Tiefbauamts (GuT). Doch bisher dachte man, dass es ausreiche, mit der Absicherung bis zum aufwendigen Umbau des Schwabentorwehrs im kommenden Jahr zu warten.

Durch den niedrigen Wasserstand wurde das Problem sichtbar

Wegen des niedrigen Wasserstands in den vergangenen Wochen habe man aber nun am unteren Ende der südlichen Ufermauer sehr deutlich gesehen, wie dringend ein Eingriff nötig ist. "Das wird sonst auch zum Sicherheitsrisiko für den Radweg und die B 31", sagt Ueckermann.

Ganz zu schweigen von der Gas- und Hochdruckleitung, die unter dem Dreisamuferradweg liegt und bereits die Sanierung der Kronenbrücke erschwert hatte. Und so beauftragte das GuT spontan eine Firma mit der Absicherung der bis zu einem Meter unterspülten Mauer. Zwar wurden 2015 bei der Sanierung des nahegelegen Marienstegs große Steine am Fuß der Mauer gesetzt, um das Unterspülen und damit die Standsicherheit zu gewährleisten. Vor allem das Hochwasser im vergangenen Jahr habe aber viele Steine wieder weggeschwemmt.

Die Holzbalken werden 2019 entfernt

Dass das Wasser mittlerweile bis zu einem Meter tief unter der Befestigung durchfließt, sei nicht mehr diskutabel, so Ueckermann. Auch die denkmalgeschützten Holzbalken des Wehrs sind teilweise weg oder stark zerstört. Im nächsten Jahr werden diese jedoch komplett entfernt. Das Regierungspräsidium hatte dafür grünes Licht gegeben. Der Umbau des Wehrs zu einer modernen Rampe – ähnlich wie beim Sandfangweg – mit Fischaufstieg und Absicherung der Böschung wird laut Ueckermann insgesamt 1,5 Millionen Euro kosten. Wann genau es 2019 los geht, ist noch offen. Während der etwa vier Monate langen Bauarbeiten soll zumindest der Radweg auf der Südseite der Dreisam offen bleiben; der Fußweg auf der anderen Uferseite wird wohl nur eingeschränkt zur Verfügung stehen.

Das Schwabentorwehr unterhalb des Greifeneggrings wurde im 19. Jahrhundert zur Ausleitung des Kronenmühlenbachs und zur Gewinnung von Sand und Kies in der Dreisam errichtet.