Geburtstagsständchen mit Rock von "Queen"

Katharina Bächle

Von Katharina Bächle

Di, 16. Juni 2015

Reute

Der Akkordeon-Club Reute rockte beim 40-Jährigen die Halle.

REUTE. Wenn man Geburtstag feiert – noch dazu einen runden – dann lädt man sich Freunde zum Feiern ein, ganz klar. So machte es auch der Akkordeon-Club Reute (ACR) anlässlich seinen 40-jährigen Bestehens. Und ließ es in der Eichmattenhalle in Reute ganz schön krachen. Unter dem Titel "Reute rockt" gab es Hits der britischen Rockgruppe Queen zu hören. Aber auch John Miles weltbekannten Song "Music", Totos "Africa" und "Hotel California" von The Eagles.

Es war kein einfaches Konzert. Zu seiner Geburtstagsfeier wartete der ACR nicht nur mit einer Band auf. Für das richtig Feeling wie bei einem Rockkonzert sorgten an diesem Abend auch eine aufwändige Ton- und Lichttechnik, die für den passenden Sound und spezielle Lichteffekte sorgten. Wie zu Beginn des Konzerts. Die Bühne war nur in das nötigste Licht getaucht. Es ist still. Dann plötzliches Windrauschen – von den Spieler und Spielerinnen des Hauptorchesters mit dem Balk der Akkordeons erzeugt. Darauf folgten einzelne Fingerschnippser. Sie sollen den anfangenden Regen darstellen. Immer heftigeres Schnipsen, dann Registergeklapper für den Starkregen, Blitze erzeugt von der Lichttechnik, darauf folgt der Donner vom Bass und Schlagzeug. "The Rain is coming down in Africa".

Das Schlagzeug übernimmt und nach einem viertaktigen Solo geht es in das erste Stück des Konzertabends über: "Africa" von Toto. Orchester und Band harmonieren und sind perfekt aufeinander abgestimmt. Die Orchesterbearbeitung des Rocksongs bekommt so wieder ihre ursprüngliche Authentizität verliehen.

Symphonic-Rock gab es bei den beiden Stücken "Mac-Arthur-Park" und John Miles` "Music". Zum ersten Mal Gänsehaut-Feeling kam bei der Rock-Ballade auf, als der Sänger Fabian Funke die erste Strophe zu der langsamen und getragenen Musik singt. "Music was my first love, and it will be my last". Der kurze und einfache Text drückt die niemals endende Liebe zur Musik aus. Dirigent Florian Siegel versteht es, die Kontraste, von denen das Stück lebt, seinen Musikern zu entlocken. Nach ruhigem Anfang steigert sich die Musik, bis sie schließlich in einem schnellen Instrumentalteil mündet und abrupt wieder in das langsame Anfangstempo wechselt.

Die Musiker orientierten sich an Mercurys Kleidungsstil

Synthesizer-Klänge und E-Gitarren-Sound dröhnten bei Van Halens "Jump" aus den Boxen. Gemixt mit Elementen der Pop- und Rockmusik erklang der Synthy-Sound auch bei "Narcotic" der deutschen Rockband Liquido, bei dem das Publikum beim Refrain sofort mitklatschte. Das Geburtstagsständchen, das der ACR seinen Gästen präsentierte, wurde im ersten Programmteil von Anfang bis Ende mit einem roten Faden durchzogen. Auch die Hallendekoration und das Outfit der Musiker war aufeinander abgestimmt. Die Musiker orientierten sich an Mercurys Kleidungsstil. Zwar nicht so extravagant wie der Queensänger, dafür abwechselnd in schwarz-weiß, weiß-schwarz oder komplett schwarz.

Im zweiten Teil des Jubiläumskonzerts stand die britische Rockgruppe Queen im Fokus. Mit einem Medley führte das Orchester – diesmal ohne Gesang und schrabbernde Gitarren – in die Welt von Freddy Mercury und seiner Band ein. "Barcelona", "A kind of Magic", "Innuendo" "Who wants to live forever" und "The Great Pretender" stimmten das Publikum auf das "Queen-Konzert" des ACR ein. Es folgten die Rockballade "The Show must go on", die im Intro erneut Synthesizer und Streicher-Klänge vernehmen ließen und "Under pressure". Der wohl bekannteste Queen-Song wurde ebenfalls vom Hauptorchester des ACR interpretiert: "Bohemian Rhapsody". Dieses Stück lebt von seinen Kontrasten. Das A-cappella-Intro wird von den einzelnen Akkordeonstimmen gespielt. Im Balladenteil setzt Sänger Fabian Funke mit ein. Darauf folgt der opernhafte Abschnitt der vom Hard-Rock abgelöst wird um schließlich ruhig zu enden. Da das Lied weder über einen Refrain noch über eine Strophenform verfügt, ist es umso erstaunlicher, wie Orchester und Band das anspruchsvolle Stück meistern. Auch die vielen Tempowechsel entlockt Dirigent Florian Siegel dem Ensemble auf den Punkt.

Den Abschluss des kleinen Queen-Konzerts bildeten "Friends will be Friends, bei dem Gitarrist Alexander Tränke mit seinen Solo nochmals für das richtige Rockkonzert-Feeling sorgt und die Hymne "We are the Champions", dem eingängigsten Rocksong aller Zeiten, und bei dem Freddy Mercurys einen ganz besonderen Wunsch hatte. Er wollte mit diesem Lied seine Konzertbesucher zum mitsingen bewegen. In Reute hat das Siegel, der als Reminiszenz an Sänger Mercury einen weißen Anzug trug, geschafft.

Im Rahmen des Jubiläumskonzerts wurden auch zwei Spieler für ihre langjährige aktive Spielzeit vom Deutschen Harmonikaverband Breisgau ausgezeichnet. Trutpert Beckert vom DHV-Breisgau verlieh die DHV-Ehrennadel in Gold für 50 Jahre an Gisela Baumgartner und die silberne Ehrennadel für 40 Jahre an Thomas Muser.