Alles so schön kiesi hier

Savera Kang

Von Savera Kang

So, 27. Mai 2018

Rheinfelden

Der Sonntag Seit 10 Jahren gibt es den Kulturpark Tutti Kiesi nun schon, das wird gefeiert .

Der Rheinfelder Kulturpark Tutti Kiesi feiert demnächst sein 10-jähriges Bestehen. Das Geburtstagsfest ist eingebettet in die Dome-Festspiele, die mit ihrem Programm höchst unterschiedliche Sparten bedienen.

Nach der Gartenschau "Grün 2007" habe man einen Betriebsträger für die weitläufige ehemalige Kiesgrube gesucht, erinnert sich Cornelia Rösner. Und der Verein "Tutti Kiesi" habe sich schon damals als Lobby für Kinder verstanden, führt die Leiterin des Amtes für Familie, Jugend und Senioren aus. Am 1. Juli 2008 wurde der Vertrag schließlich unterzeichnet, der als Sachträgerin die Stadt und als Betriebsträgerin die Dieter-Kaltenbach-Stiftung bestimmt. Mit dem Tutti Kiesi bekam die Stiftung mit Sitz in Lörrach ihren ersten großen Ableger. Der jüngste ist das vor zwei Monaten eröffnete Dorfstüble in Maulburg, "ein Tutti Kiesi in klein", sagt Bernd Schandera, Geschäftsführer der Stiftung.

Während er das erzählt, purzelt im Hintergrund ein Mädchen in den Sand. Es lacht, steht auf, die Kinder rennen weiter über das Areal, "das Reich der Kinder", wie es Kulturparkleiter Alexander Keil nennt. Irgendwann läutet ein anderes Kind eine Glocke und alle versammeln sich im Vacono-Dome neben der satten Wiese.

Zehn Jahre sind vergangen seit Vertragsabschluss und das Areal blüht – zu dieser Jahreszeit wortwörtlich, doch auch im Übertragenen: Das für die "Grün 2007" erbaute Baden-Württemberg-Haus hat Nachbarn bekommen; einen Container mit Holzwerkstatt und eine Malwerkstatt, in der auch genäht werden kann. An der Wand stapeln sich kleine Insektenhotels, an denen einige Kinder derzeit arbeiten.

Von außen sind die Werkstätten vom festen Hauptbau nicht zu unterscheiden, die Containerstruktur versteckt sich hinter einer freundlichen Holzverschalung. Den Stolz über das umfassende Angebot und die Gestaltung merkt man Keil an. Und er will den Besuchern am Festtag, dem 10. Juni, am liebsten alles zeigen: Den Hüttenbauplatz beispielsweise – "Wo sonst haben Kinder denn die Möglichkeit, Hütten zu bauen?" –, den vom Sozialen Arbeitskreis (SAK) mitfinanzierten Ofen, in dem die Kinder "kleine Brötchen" backen können; und den Sonnenofen wird er auch auspacken. Schon so manches Kind habe sich darin ein "Sonnenspiegelei" zubereitet. Ein Pool an Kunsthandwerkern biete außerdem abwechselnd verschiedene Einblicke in Techniken – zum Geburtstag wird es ein Schmied sein.

Dieses offene Programm wird auch während der Schulzeit nachmittags angeboten und vormittags von ganzen Schulklassen genutzt. Besonders lebendig geht es jedoch während der Schulferien zu. Diese Pfingstferien nutzen beispielsweise 60 Kinder, um sich hier auszuprobieren. Neben dem Zirkuszelt liegt ein Turm aus Bambus, aufgestellt wird er beinahe zehn Meter hoch sein, und auch Musikinstrumente wurden hier schon gebaut.

Erwachsenen steht das Gelände ebenfalls offen. "Es ist ein Geben und Nehmen", sagt Keil – sie nutzen den Raum und die vielfältigen Werkzeuge und bieten im Gegenzug vielleicht selbst mal einen Kurs an. All das zeigt und erklärt er dann gerne beim Familienfest, das eingebettet sein wird in die Festspiele im markanten Vacono-Dome.