Awo-Ortsverein füllt die Teller

Horatio Gollin

Von Horatio Gollin

Fr, 15. Dezember 2017

Rheinfelden

Viele Ehrenamtliche helfen bei der Vesperkirche.

RHEINFELDEN. Das Angebot der Vesperkirche, die von neun Gruppierungen getragen wird, kommt gut an. Zur Adventszeit und um den Jahreswechsel ist das ehrenamtliche Engagement vieler Bürger besonders groß für Menschen, die unter Einsamkeit oder finanzieller Not leiden.

Besteckgeklapper, Fetzen von Tischgesprächen und Gelächter flatterten durch den Raum. Im Gambrinus war an keinem Tisch ein freier Platz mehr zu finden, sogar im Nebenraum wurde eingedeckt, da zur Vesperkirche wieder 65 Mittagessen bestellt wurden, erzählt Jacqueline Dumont, Vorsitzende des Awo-Ortsvereins. Neun Gruppierungen wechseln sich bei den Terminen ab, diesmal war die Awo dran und servierte Schnitzel, Salat und Kaffee.

Den Besuchern der Vesperkirche gefällt der ehrenamtliche Einsatz. "Wir gehören zur Stammkundschaft. Mir gefällt die Gemeinschaft. Wir sind fast alle alleinstehende Frauen", meinte Gudrun Drews. Angelika von Zuccalmaglio ergänzte: "Und das Essen ist immer wunderbar." Die beiden kommen fast zu jedem Termin, Absprachen braucht es da nicht. "Man trifft immer Leute. Im Großen und Ganzen kommen immer die gleichen", sagte Drews. Für den Einsatz zur Vesperkirche brachte die Awo zehn ehrenamtliche Helfer auf, die in drei Schichten das gemeinschaftliche Mittagessen vom Eindecken über das Servieren bis zum Aufräumen stemmten. Die Awo richtet zwei von zwölf Terminen aus, an anderen kommen Helfer von der alt-katholische Gemeinde oder die Bridge-Frauen. Ins Leben gerufen wurde die Vesperkirche von Tafelladen, Diakonie, Awo und den beiden Rheinfelder Kirchengemeinden. Treibende Kraft war insbesondere der evangelische Pfarrer Joachim Kruse, erinnerte sich Dumont.

Das Engagement vieler Helfer bei unterschiedlichen Anlässen insbesondere zur Adventszeit ist vorbildlich. Die Rheinfelder Awo-Mitglieder waren alle erst kürzlich im Bürgersaal bei der traditionelle Weihnachtsfeier eingespannt, die der Ortsverein jährlich für die Senioren der Stadt ausrichtet. "An der Weihnachtsfeier waren 30 Helfer im Einsatz und für Auf- und Abbau noch viel mehr, mindestens 100 Helfer", schätzte sie.

Die kamen nicht alle vom Ortsverein, sondern unterstützten die Awo gezielt bei der Weihnachtsfeier, für die auch etliche Schüler von Georg-Büchner-Gymnasium, Gertrud-Luckner-Realschule und Eichendorffschule Geschenke für die Senioren einpackten, berichtete Dumont.

Angesichts der vielen Helfer und der zahlreichen weiteren Akteure, die beim Programm der Weihnachtsfeier eingespannt waren, ist die Zahl der Helfer bei der Vesperkirche überschaubar. Statt der 300 Senioren im Bürgersaal sind im Gambrinus auch nur 65 Gäste zu bedienen.

Dass bei der Vesperkirche ein Mittagessen schon für einen Euro zu bekommen ist, finanziert sich durch Gäste, die auch fünf Euro zahlen und so die Kosten für die finanziell schwächeren mittragen.

Mittendrin behält Lothar Görsch, der für die Küche zuständig ist, den Überblick über das Geschehen, und auch Harald Höhn, Leiter des Tafelladens, packte beim Servieren an. Der Tafelladen ist seit seinem Umzug hinter das Sozial-Rathaus noch stärker in die Organisation der Vesperkirche eingebunden, berichtete Höhn. Pfarrer Kruse koordiniert die Gruppen und die Termine.

Die Tafel wiederum klärt mit dem Caterer die Speisenliste für die Vesperkirche ab, holt mit ihrem Fahrzeug die Gerichte und bringt die Servierschalen wieder zurück. Höhn meinte: "Das sind einfache Sachen, die man mit wenig Aufwand machen kann, um anderen Leuten Glück zu bringen."