Damit Bienen genug Platz zum Leben finden

Danielle Hirschberger

Von Danielle Hirschberger

Mo, 06. November 2017

Rheinfelden

Workshop zum Bau von Bienenbeuten in der Karl-Rolfus-Schule.

RHEINFELDEN. Im Stadtgärtle stehen fünf Bienenbeuten (spezielle Bienenbehausungen), die in der Bewirtschaftung sehr praktisch und dem natürlichen Verhalten der Bienen angepasst sind. Diese Art der Bienenbehausung wurde im 19. Jahrhundert vom französischen Geistlichen Emile Warré entwickelt, sie heißen deshalb "Warré Beuten". Martial Chateauvieux und Michaela Stratmann liegen die Bienen am Herzen, sie haben nun zum Bau weiterer Bienenbeuten aufgerufen. Dem Aufruf folgten 20 Bastler in die Werkräume der Karl-Rolfus-Schule in Herten, um 15 weitere Holzbauwerke zum Wohl der Bienen herzustellen. Die Schule verfügt über den nötigen Maschinenpark. Auch Birgit Ackermann, Vorstandsvorsitzende des St. Josefshauses, schaute vorbei.

Die Beweggründe der Helfer, einen ganzen Samstag mit dem Bau von Bienenbeuten zu verbringen, sind unterschiedlich. Einige hatten die Beuten im Stadtgärtle gesehen und finden das eine gute Sache. Sie selbst wollen keine bei sich im Garten aufstellen. Hobbyhandwerker Rolf Wassmer aus Karsau hat seit April eine Bienenbeute im Garten, er sagt "es sind pflegeleichte Haustiere, ich musste nicht viel machen. Ich wollte aber auch keinen Honig gewinnen, ich wollte den Bienen einfach eine Möglichkeit geben, zu leben."

Remo Trenkler hat bereits zwei Beuten stehen und genießt es sehr, sie zu beobachten. "Das wirkt beruhigend auf mich. Zur Haltung hatte ich keine Erfahrung und habe Begleitung gebraucht. Ich bin froh über das Netzwerk, das Martial aufgebaut hat. Meine Bienen sind ohne Leistungsdruck, so macht es Spaß".

Mitgeholfen am Bau der neuen Beuten hat auch Thomas Ruppel, er ist Vorsitzender des Imkervereins Grenzach. Der traditionelle Imker hat 16 Bienenvölker. Auch er ist begeistert vom individuellen Ansatz der Bienenfreunde um Martial Chateauvieux. "Die Bienen der Warré Beuten arbeiten aktiv mit in der Bestäubung, das ist für uns alle hilfreich. Es entwickelt sich ein Gefühl für die Natur", erklärte Ruppel.

In der Gruppe unterstützt man sich gegenseitig, ist tolerant gegenüber anderen Meinungen, und jeder geht in seinem eigenen Tempo auf das Thema Bienenhaltung zu. Wer sich mehr damit beschäftigen will, kann Seminare und Fortbildungen für Imkerei besuchen, es gibt viel Literatur und Hilfe durch die Gruppe.

Den ganzen Samstag über wurde fröhlich gewerkelt. Am 4. November wird ein weiterer Samstag mit dem Bau von Warré Beuten verbracht, dann sollen 15 Stück für den Bezug im Frühjahr fertig sein. "Eine weitere wesentliche Aufgabe für uns ist die Information über Pflanzen, die gut sind für Bienen. Kurzgeschorene englische Rasen sind ein Gräuel, Steinwüsten vor den Häusern ein Grab. Das ist ein Thema für die Gruppe, wir müssen noch viele Wege finden, um die Menschen für solche Themen zu sensibilisieren", meinte Agnes Mohr. Sie freute sich, dass das benötigte Material von der Stiftung von Michael Medweth "friends 2 help" gespendet wurde. So kosten die Beuten den Bienenpaten kein Geld.