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21. Juni 2012

Das Mikroskop bringt erst die Erkenntnis

VHS-Kurse und Ausstellung.

  1. Das Mikroskop steht im Mittelpunkt der VHS-Reihe. Foto: D. Hirschberger

RHEINFELDEN. Zum Themenschwerpunkt Wandel bietet die VHS eine Ausstellung über das Mikroskop an. Als Werkzeug des Lebenswissenschaftlers hat es den Wandel der Technik und den Wandel der Diagnose ermöglicht, die Gedanken der Menschen verändert. Zur Vernissage skizzierte Kurt Paulus den Weg des Instrumentes, zeigte Fortschritte und Irrungen der Gelehrten auf. Die Exponate wurden von Privatbesitz, vom Institut für Physik der Universität Basel und der Firma Carl Zeiss Schweiz zur Verfügung gestellt.

In den Vitrinen sind ein Holzmikroskop aus dem Jahr 1680, ein Pappmikroskop oder ein Sonnenmikroskop zu sehen. Kurt Paulus berichtete, dass Sonnenmikroskope im 17. Jahrhundert eine Belustigung in reichen Salons gewesen seien. Man habe dort abgedunkelt und sich dann an Präparaten oder lebendigen Tieren (Wanzen!) ergötzt. So löste der Organisator vor dem zahlreichen Publikum in der Cafeteria spannende Fragen über dieses wissenschaftliche Instrument, das gar nicht weg zu denken wäre.

Kurt und Helge Paulus haben in monatelanger Arbeit die Ausstellung vorbereitet, die Museumsstücke organisiert, passende Objekte gestaltet und Tafeln mit Erläuterungen vorbereitet. Die Präsentation wird im Foyer der VHS während der gesamten Ausstellung auf einem Computer zu sehen sein.

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Carl Zeiss, berichtete Paulus, habe seine großen Fortschritte nicht patentieren lassen. Am Ende des 19. Jahrhunderts seien die Schweine mit Trichinen durchseucht gewesen, Virchow setzte die Fleischbeschau durch. Robert Koch legte den Umgang mit Mikroorganismen fest und 1894 entdeckte der Schweizer Alexandre Yersien den Erreger der Pest.

Auch Fehler der Wissenschaft zählte er schonungslos auf. Manche Wissenschaftler wurden belächelt. Erst 1983 wurde die Aussage, dass Viren Verursacher der Magengeschwüre seien, verspottet. Die Ausführungen von Kurt Paulus wurden zu einer spannenden und lehrreichen Geschichte über das Mikroskop. Im 20. Jahrhundert sei das Mikroskop endgültig zum Forschungsinstrument geworden, wobei heute der Computer neue Dimensionen erschließt, sagte der Referent.

Info: Die erstmals in dieser Form zusammengestellte Ausstellung ist bis zum 21. Juli zu den Öffnungszeiten der VHS zu sehen. Mit der Frage: "Haben Sie Ihr Haar schon in 100facher Vergrößerung gesehen?" bietet die VHS Kurse zur Lichtmikroskopie für Erwachsene und Jugendliche (21. und 22. Juni von 9 bis 16.30 Uhr an sowie für Schüler ab 14 Jahren (23. und 24. Juni von 9 bis 16.30 Uhr) an. Dabei geht es um Theorie und praktische Einstellungen, in denen mit Kristallen und biologischen Objekten gearbeitet wird. Anmeldungen unter Tel. 72400.


Autor: Danielle Hirschberger