Der Kletterkubus steht für alle offen

Joy Jakob

Von Joy Jakob

Do, 10. August 2017

Rheinfelden

Das unscheinbare Würfelgebäude auf dem Tutti Kiesi bietet eine tolle Freizeitmöglichkeit.

RHEINFELDEN. Den einstigen Forstkubus auf dem Tutti-Kiesi-Gelände kennen viele, aber wofür er heute genutzt wird, wissen die Wenigsten. Seit 2014 bietet das Gebäude mit dem neuen Namen Kletterkubus einen Boulderraum und ist zum Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche geworden.

Betritt man den Würfel, liegt auf dem Boden eine gelbe Matte. An allen vier Wänden befinden sich Bouldergriffe in bis zu fünf Metern Höhe. "Beim Bouldern wird in Absprunghöhe ohne Sicherung geklettert", erklärt Alexander Keil, Leitung des Kulturparks Tutti Kiesi. "Ich selbst bin auch schon mal hochgeklettert", meint er lachend.

Das sieben auf fünf Meter große würfelförmige Gebäude wurde 2007 für die Kleine Landesgartenschau "Grün 07" gebaut. Das Volumen symbolisiert die Menge Holz, die in einer Woche auf der Gemarkung Rheinfelden wächst, insgesamt 175 Kubikmeter. Damals beherbergte der Kubus noch eine Ausstellung zu den heimischen Wäldern. Ein Jahr später wurde er vom Freiburger Forstpräsidenten Meinrad Joos für 20 000 Euro ins Stadteigentum übergeben. In den nächsten Jahren wurde das Gebäude recht wenig genutzt. Der Raum diente für Ferienbetreuung und gestalterische Workshops. 2013 wurde dann beschlossen, dass aus dem Forstkubus der heutige Kletterkubus werden soll, ein Boulderhaus. Der Verein Tutti Kiesi nutzte sein restliches Vereinsvermögen, um dieses zu finanzieren, bevor er sich 2014 auflöste. Eine Ministrantengruppe führte dann im Juni desselben Jahres den Umbau in einer 72-Stunden-Aktion durch. Im März 2014 wurde der Würfel dann offiziell an das Jugendreferat der Stadt übergeben.

"Eigentlich sollten die Klettergriffe an der Außenwand des Gebäudes angebracht werden, aber das war rechtlich nicht möglich", erzählt Keil. Die Wand hätte immer beaufsichtigt werden müssen. Zusätzlich wäre der Bau eines 30 Zentimeter hohen Betonsockels nötig gewesen. So kamen die Klettergriffe nach drinnen.

Den Kletterkubus kann man mieten. Das kostenlose Angebot für Kinder und Jugendliche ist sogar ziemlich gefragt. Einzig eine Kaution muss hinterlegt werden. Die Anmeldung erfolgt über die Internetseite des Kulturparks, per E-Mail oder telefonisch. "Es war ein Anliegen des Tutti-Kiesi-Vereins, dass die Anmeldung simpel verläuft und der Kletterkubus für alle zugänglich ist", erzählt Malte Lindeman, stellvertretender Leiter des Kulturparks Tutti Kiesi. "Das Feedback der Nutzer ist positiv, gerade auch wegen der simplen Abwicklung", fügt er hinzu.