Die Kinder machen die Kita bunt

Elena Bischoff

Von Elena Bischoff

Sa, 24. Februar 2018

Rheinfelden

Die städtische Kindertageseinrichtung Kunterbunt bietet nach einer Erweiterung mehr Raum für Inklusion und Vielfalt.

RHEINFELDEN. Die städtische Kindertageseinrichtung Kunterbunt ist nach etwa eineinhalb Jahren Umbau und Erweiterung am gestrigen Freitag offiziell eingeweiht worden. Die kleinen Bewohner füllen die neuen Räume aber bereits seit Anfang des Jahres mit Leben. Die inklusive Kita wird ab Herbst auch Platz für sieben Kinder der Karl-Rolfus-Schu

le bieten. Das St. Josefhaus als Schulträger und die Stadt haben dafür am Freitag einen Kooperationsvertrag unterzeichnet.

Insgesamt bietet die Kita 85 Plätze für Kinder von einem bis sechs Jahren, 20 davon sind Krippenplätze. In dem neuen, zweigeschossigen Gebäude, das durch einen verglasten Gang an das bestehende angebunden ist, finden eine Ganztages- und eine Krippengruppe Platz. Von dem großen Flur im unteren Stock gehen viele kleine Zimmer ab, zum Basteln, Essen und Waschen. Einbauten wie Nischen, Kletterlandschaften und Schlafpodeste mit Schlupflöchern aus unterschiedlichen Materialien laden zum Spielen ein. Die gesamte Einrichtung ist barrierefrei. Überall herrscht dank des geölten Holzbodens und der orangefarbenen und roten Deckenlampen eine warme Atmosphäre.

Im oberen Stockwerk, das über eine große Treppe vom Flur aus zu erreichen ist, befinden sich Personalräume und ein großer Raum zum Turnen und Toben. Alle Räume sind hell, durch die bodenhohen Fensterflächen ist der große Außenbereich mit Spielgeräten und Rennbahn zu sehen. Im oberen Stock führen große Glastüren auf einen Balkon, der als Dach für die darunterliegende Terrasse dient. So können die Kinder auch bei Regen draußen spielen.

Stadt will weitere Kitas ausbauen

Eines aber fällt auf: Besonders bunt ist es in der Kita Kunterbunt nicht. Noch nicht, wie Architektin Jeanette Knöpfel vom gleichnamigen Architekturbüro erklärt: "Die Einrichtung ist eher in natürlichen Farben gehalten, denn die Kinder sollen das Bunte reinbringen." Durch sich selbst, ihre Spielsachen und natürlich auch durch Bilder und gebastelte Kunstwerke, die aufgehängt werden. In den Garderobennischen allerdings ist es auch so schon etwas bunt, jedes Kind hat sein eigenes, farbiges Mini-Regal mit Namensschild.

Dieses Bunte und die Vielfalt, die in der Kita herrscht, hob Birgit Ackermann, Vorstandsmitglied des St. Josefshaus, besonders hervor. Vielfalt bedeute, Gemeinsamkeiten zu erkennen und Unterschiede zu erleben und sie als Bereicherung wahrzunehmen. Das Wertesystem entwickle sich in der Kindheit, weshalb auch die Erzieherinnen einen enorm wichtigen Auftrag hätten, so Ackermann.

Oberbürgermeister Klaus Eberhardt nannte den umgebauten Kindergarten einen "Meilenstein auf dem Weg zu einer soliden und zugleich menschlich ausgeprägten Kleinkindbetreuung in Rheinfelden". Eine erfolgreiche Kleinkindbetreuung hänge von drei Faktoren ab: dem Anspruch auf quantitativ und qualitativ gute Betreuung, einem überzeugenden, dezentralen Konzept für alle Stadtteile und -quartiere sowie fachlich fundierten, inhaltlichen Konzepten. Für all das stehe der Kindergarten Kunterbunt.

Mit der selbst gesetzten Betreuungsquote von 37 Prozent bekräftige die Stadt ihren Anspruch als familienfreundliche Kommune, "wohlwissend, dass damit auch in Zukunft große Herausforderungen mit finanziellen Ausgaben verbunden sind", so Eberhardt.

Ausblick
Das nächste große Kita-Projekt in Rheinfelden steht im kirchlichen Kindergarten St. Anna an. Dieser wird saniert und umgebaut, aus derzeit vier Gruppen sollen sechs werden: je zwei Ganztages- und Krippengruppen sowie zwei mit verlängerten Öffnungszeiten. Mit dem Umbau soll laut Cornelia Rösner, Leiterin des Amtes für Familie, Jugend und Senioren, im März oder April begonnen werden. Am 4. Mai wird darüber hinaus die Kita Bienenkorb in Karsau eingeweiht, die ebenfalls umgebaut wurde.

Trotz der Maßnahmen habe die Stadt ihr Ziel einer 37 prozentigen Betreuungsquote laut Rösner noch nicht erreicht. Derzeit liegt sie (ohne die Erweiterung in St. Anna) bei rund 34 Prozent. "Wir waren schon einmal bei 36 Prozent, doch durch Zuzüge ist der Anteil wieder gesunken." Doch natürlich will die Stadt genau diese Zuzüge von Familien. "Daher arbeiten wir stetig daran, unser Betreuungsangebot zu erweitern", sagt Rösner.