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13. März 2009
Förderverein Krankenhaus macht Druck
Unterschriftenliste im Umlauf / Ziel politisches Bewusstsein schaffen und Fehler korrigieren.
RHEINFELDEN (ibö). Mit der Ist-Situation findet sich der Förderverein Kreiskrankenhaus Rheinfelden nicht ab. "Wir wollen Druck machen, weil wir die Lösung nicht richtig finden für Patienten, für das Personal und die Klinik", schickt Bürgermeister Rolf Karrer als Vorsitzender der Unterschriftenaktion zur Forderung nach einer eigenen Chefarztstelle Innere mit rheumatologischem Schwerpunkt sowie leistungs- und tarifgerechter Bezahlung voraus.
In Arztpraxen, Apotheken, im Bürgerbüro und anderen öffentlichen Einrichtungen, aber auch in Einkaufsmärkten liegen die gelben Listen bereits aus. Am Samstag wird die Vereinsspitze von 9 bis 12 Uhr zudem mit einem Stand auf dem Wochenmarkt vertreten sein. "Die Bevölkerung wartet darauf", betonte Toni Grabsch beim Pressegespräch am Donnerstag. Für Vorstand und Beirat des Fördervereins, der gut 700 Mitglieder vertritt und sich freut, dass täglich neue hinzukommen, steht außer Frage, dass der Betrieb der Inneren "unrund" verlaufe. Weil es Abstimmungsprobleme gebe, bestätigt sich für Rolf Karrer die Einschätzung: "Man hat etwas Gutes zerschlagen". Und dieses möchte der Förderverein wiederhergestellt sehen. Die Unterschriftenliste zur Resolution betrachtet Rolf Karrer als politische Aussage, mit der der Aufsichtsrat der Kliniken GmbH überzeugt werden müsse, dass es wichtig sei, den begangenen "Fehler möglichst schnell wieder rückgängig zu machen".
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Nach wie vor vermisst der Vorstand des Fördervereins eine Begründung der Kliniken für die geteilte Chefarztstelle und verweist darauf, dass sich die Stelle von selbst finanziere durch Patienten, die dann kommen. Wilhelm Staufenbiel (Zweiter Vorsitzender) merkt dazu an, dass sich kein Privatpatient in eine Klinik begebe, in der kein Chefarzt ist und der rheumatologische Schwerpunkt eine "tolle Kombination mit der Orthopädie" darstelle. Dass im Krankenhaus etwas abgeschafft wird, "das sich selber trägt", stellt für Karrer einen "einmaligen Fall" dar. Der Förderverein sieht keine Veranlassung, "still und im Verborgenen" zu agieren (Wilhelm Staufenbiel). Er möchte zeigen, dass er tätig ist, denn die "Öffentlichkeit hat ein Recht auf umfassende Information". Nach Toni Grabschs Erfahrung warten zahlreiche Organisationen wie Feuerwehr, Rotes Kreuz, Sozialstation und AWO darauf, für das Rheinfelder Krankenhaus tätig zu werden. Karrer betont, dass der Förderverein "nicht leichtfertig" mit dem Thema umgehe und die Leute auch nicht instrumentalisiere, aber "wir wollen ein Bewusstsein schaffen, dass das Kreiskrankenhaus Rheinfelden ganz wichtig ist" für die Stadt und ein Gebiet mit rund 50 000 Menschen zwischen Schwörstadt und Grenzach-Wyhlen.
Der Verein engagiert sich mit seiner Unterschriftenliste außerdem dafür, dass die Mitarbeiter des Kreiskrankenhauses zu gleichen Konditionen bezahlt werden und "nicht Mitarbeiter über Datamed zu deutlich untertariflichen Bedingungen arbeiten", fordert Wilhelm Staufenbiel. Diese Diskriminierung wirke demotivierend und stelle "unzumutbare Zustände dar". Nach Meinung Karrers könne in einem öffentlichen Krankenhaus, bei dem der Landkreis Gesellschafter ist, nicht nach unterschiedlichen Tarifen bezahlt werden. Die Situation "ruft danach, korrigiert zu werden", denn die Kliniken können sich keine "inneren Kündigungen" leisten und "Leute auf dem Absprung".
Autor: ibö
