"Keine Sorge um die Zukunft des TVR"

Horatio Gollin

Von Horatio Gollin

Fr, 23. Februar 2018

Rheinfelden

BZ-INTERVIEW mit Ina Heidemann vom Turnverein Rheinfelden, die mit neuen Strukturen Übungsleiter und Verwaltung entlasten will.

RHEINFELDEN. Beim Turnverein Rheinfelden treiben über 1000 Mitglieder Sport. Damit diese auch künftig ihren Hobbys nachgehen können und die Verwaltung sich auf mehr Schultern verteilt, muss die Vereinsstruktur angepasst werden. BZ-Mitarbeiter Horatio Gollin hat mit Ina Heidemann, Vorsitzende der Verwaltung, über die anstehende Umstrukturierung gesprochen.

BZ: Bei der Hauptversammlung hatten Sie für den Turnverein Umstrukturierung angekündet. Wie sieht die aktuelle Struktur aus?

Heidemann: Der Turnverein bewältigt den Sportbetrieb in acht Abteilungen. Die finanzielle Gesamtabwicklung inklusive der Mitgliederverwaltung erfolgt im Hauptvorstand. In der Abteilung Kinder, Gesundheit und Fitness (allgemeines Turnen) gibt es zwölf Übungsgruppen mit unterschiedlichen Sport- und Bewegungsangeboten vom Kleinkind- bis zum Seniorenturnen. Daneben haben wir die sieben Fachabteilungen Leichtathletik, Geräteturnen, Fechten, Schwimmen, Ballsport, Volleyball und Tischtennis.

BZ: Wie möchten Sie den Verein erneuern? Welche Bereiche sind betroffen?

Heidemann: Der Fokus liegt in diesem Jahr auf dem Großbereich allgemeines Turnen. Der erste Schritt ist es, den Blick auf die organisatorische Struktur zu richten, um diese zu stärken und die Verwaltungsarbeit zu erleichtern.

BZ: Wie möchten Sie vorgehen?

Heidemann: Ich möchte die Übungsleiter entlasten, indem die Übungsgruppen in zwei eigenständige Abteilungen gegliedert werden, nämlich in einen Erwachsenenbereich in der Gymwelt sowie einen Kinderbereich. Damit folgen wir der Idee des deutschen Turnerbundes, der unter dem Begriff "Gymwelt – Gymnastik und Fitness im Verein" und "Kinder-/Jugendturnen" die entsprechenden Sport- und Bewegungsangebote zusammenfasst. Der Leitgedanke dabei ist, kleinere Einheiten mit größeren Schnittmengen zu bilden, um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken, die Verwaltung zu erleichtern und dadurch das Vereinsleben zu fördern.

BZ: Was ist der zweite Schritt?

Heidemann: Der zweite Schritt ist, sich mit den Abteilungen Tischtennis und Fechten zusammenzusetzen. Im Tischtennis möchten wir die Zusammenführung mit der Abteilung Ballsport vollziehen. Im Fechten wünschen wir uns eine nachhaltige Abteilungsentwicklung, die wir unterstützend begleiten möchten.

BZ: Was sind die größten Herausforderungen dabei?

Heidemann: Die Herausforderung im Bereich "Gymwelt" und "Kinder-/Jugendturnen" ist, dass wir es nicht nur bei der Umstrukturierung belassen wollen, sondern nur Erfolg haben, wenn wir auch die Strukturen mit Leben füllen und Mitglieder als Verwaltungsassistenzen der neuen Abteilungen gewinnen können.

BZ: Wie gestalten Sie diesen Prozess?

Heidemann: Wir möchten den Prozess mit den Übungsleitern und den betroffenen Mitglieder gemeinsam gestalten.

BZ: Wie kommt es, dass im TVR so viele Fachabteilungen wie Fechten, Schwimmen oder die aufgrund Trainermangels geschlossene Abteilung Judo zu finden sind?

Heidemann: Das ist historisch bedingt. Der Turnverein ist der älteste Sportverein in Rheinfelden. Die Fachsportarten haben sich uns angeschlossen und so sind wir als Vereinsfamilie gewachsen.

BZ: Welche Zukunft prognostizieren Sie für die Fachabteilungen?

Heidemann: Wenn es den Fachabteilungen gelingt, die Vereinsidee zu leben, mache ich mir für ihre Zukunft keine Sorgen.

BZ: Wo sehen Sie den TVR in 20 Jahren?

Heidemann: Ich wünsche mir, dass man auch in 20 Jahren den Turnverein mit dem Motto "Gemeinsam Sport erleben" verbindet und es der heutigen Vereinsfamilie gelingt, die dafür nötigen organisatorischen Weichen zu stellen. Ich bin fest davon überzeugt, dass der Verein als Organisationsform auch in 20 Jahren noch seine Berechtigung haben wird.

Zur Person: Ina Heidemann ist seit 2016 Vorsitzende der Verwaltung des Turnvereins. Sie wohnt in Degerfelden und ist verheiratet. Schon als Kind hat die 49-jährige Zollbeamtin im Mutter-Kind-Turnen des Vereins mitgemacht.