"Kinder verlieren Hemmschwelle"

mtp

Von mtp

Do, 21. Februar 2013

Rheinfelden

BZ-INTERVIEW mit Barbara Czech zum Wert des France Mobile.

RHEINFELDEN. Das France Mobil ist wieder unterwegs. Seit 2002 bekommen Grundschüler alle zwei Jahre die Gelegenheit, ihre Französischkenntnisse mit einer Muttersprachlerin zu erweitern. BZ-Mitarbeiterin Martina Proprenter sprach mit Barbara Czech, Lehrerin an der Scheffelschule, darüber, welchen Stellenwert Französisch hat, wie Kind

er die Sprache lernen und ob es sinnvoll ist, bereits in der Grundschule Französisch zu lernen.

BZ: Frau Czech, freuen sich Ihre Schüler auf das France Mobil?

Barabara Czech: Diesmal werden nur höhere Klassen besucht, um sie für eine weiterführende Schule zu motivieren, ich bin mit einer Kollegin in der Klasse. Das France-Mobil ist für vier Unterrichtsstunden an unserer Schule, von der dritten bis zur sechsten Stunde. Der Zeitrahmen umfasst immer vier Unterrichtsstunden. Mit den höheren Klassen machen wir jedes Halbjahr einen Austausch mit einer unserer drei Partnerschulen in Frankreich, im Juni findet der Rücktausch statt. Wichtig ist, dass Kinder die Hemmschwelle vor der fremden Sprache verlieren, ob beim Austausch, oder mit dem France Mobil.

BZ: Ist Französisch bei den Schülern noch gefragt?

Czech: Ich vermittle die Sprache sehr spielerisch, wir singen und bewegen uns viel. Die Kinder lernen Französisch ganz anders, als später an weiterführenden Schulen und sind absolut begeistert. In der ersten und zweiten Klasse ist die Hemmschwelle viel geringer. Schön ist auch, dass schwächere Schüler Lernerfolge spüren, weil sie, wie die stärkeren Schüler, bei Null anfangen. Optimal wäre es, wenn die Kinder jeden Tag Französisch hätten, als Fachlehrerin unterrichte ich die Schüler aber nur zweimal die Woche und als Klassenlehrerin hängt es immer vom Lehrplan ab, inwieweit Französisch mit anderen Fächern verbunden werden kann. Die Kinder fragen aber auch immer, wann die nächste Französischstunde ist.

BZ: Ist es sinnvoll, so früh schon eine Fremdsprache zu lernen?

Czech: Viele denken, es würde nichts bringen, da die Kinder vieles wieder vergessen. Es ist aber sehr wichtig, die Strukturen für die Sprache frühzeitig anzulegen, den Horizont der Kinder für eine Sprache zu öffnen, die ihrer Muttersprache nicht ähnelt. Die Kinder verknüpfen die Wörter mit Mimik, Gestik und Bildern. Eigentlich müsste man noch früher damit anfangen, die Sprache zu lehren. Aber es gibt wenig Zustimmung der Eltern, die sehr auf Englisch als erste Fremdsprache geprägt sind. Die Rückmeldung von weiterführenden Schulen sind sehr positiv. Zwar sagen die Kinder immer, sie können kein Französisch, aber wenn sie gefragt werden, können sie dann doch ganz viele Wörter übersetzen und differenzieren. Das ist eine schöne Bestätigung für unsere Arbeit.

Zur Person: Barbara Czech unterrichtet seit 11 Jahren als Grundschullehrerin an der Scheffelschule. Nach ihrem Studium lebte sie fünf Jahre lang in Frankreich und gibt ihre Liebe zur französischen Sprache als Klassenlehrerin an eine 3. Klasse und als Fachlehrerin an eine 2. Klasse weiter.