Kirche über die Grenzen

Boris Burkhardt

Von Boris Burkhardt

Mi, 09. Mai 2018

Rheinfelden

Teilnehmer vom Hochrhein.

RHEINFELDEN / GRENZACH-WYHLEN (bbu). Auch Rheinfelden war beim Trinationalen Kirchentag in Mulhouse gut vertreten: Pastoralreferent Kassian Burster vom St. Josefshaus und Jörg Hinderer, evangelische Kirche, waren beide in die Organisation eingebunden. Burster wirkte am Workshop mit, bei dem die Besucher die Alltagslebenswelten von Menschen mit körperlichen Behinderungen erfahren konnten, etwa beim Zusammenlegen von Wäsche mit verbundenen Augen oder beim Parcours im Rollstuhl. Burster freute sich, dass das Angebot von Besuchern jeden Alters genutzt wurde. Ursprünglich sei geplant gewesen, dass er mit Bewohnern des St. Josefshauses anreisen würde; auch die hauseigene Band sollte spielen.

Hinderer, der Beauftragter für Flucht und Migration im evangelischen Dekanat Markgräflerland ist, leitete mit Schweizer und französischen Kollegen den Workshop "Pflicht zur Gastlichkeit" zu seinem Sachgebiet. Er sprach mit den Teilnehmern über Chancen und Herausforderungen. Hinderer setzt sich dafür ein, auch bei Flüchtlingen vermehrt Inklusion statt Integration anzustreben: Der Unterschied sei, dass bei der Inklusion alle aufeinander zugehen und sich nicht nur die Minder- der Mehrheit anpasse.

Als Besucher war Michael Oertlin, Pfarrgemeinderatsvorsitzender der katholischen Gemeinde St. Michael in Grenzach-Wyhlen, da. Er war im Vorfeld skeptisch, ob viele nach Mülhouse kommen würden: "Die Begeisterung schien sich in Grenzen zu halten." Er habe nun aber das "fröhliche Fest" genossen: "Es ist nicht wichtig, wie viele da waren, sondern, dass wir gemeinsam einen Blick über den Tellerrand geworfen haben."