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02. Mai 2017 17:27 Uhr

BZ-Interview

St. Josefhaus ist bester Arbeitgeber 2017

Das St. Josefshaus hat die Auszeichnung "Bester Arbeitgeber in Baden-Württemberg 2017" des Instituts Great Place to work erhalten. Warum, hat Geschäftsführerin Birgit Ackermann Elena Bischoff verraten.

  1. Birgitv Ackermann Foto: St. Josefshaus

BZ: Warum hat das St. Josefshaus an dem Preisverfahren teilgenommen?
Ackermann: Unser vorrangiges Ziel war die Mitarbeiterbefragung, die alle zwei Jahre von GPTW durchgeführt wird. Den Preis hatten wir erst gar nicht so im Blick, aber dachten dann, dass es ja nicht schlecht wäre, sich zu bewerben. Der Preis setzt sich zu zwei Dritteln aus der Mitarbeiterbefragung und aus einem Drittel aus den Maßnahmen zur Personalbindung und -entwicklung zusammen.
BZ: Was sind das für Maßnahmen? Was macht das St. Josefshaus zum besten Arbeitgeber?
Ackermann: Das ist zum einen der Vorstandsblog. Wir möchten nah an den Mitarbeitern dran sein und darum haben wir den Blog geschaltet, in dem wir als Vorstand Beiträge im Intranet veröffentlichen und jeder Mitarbeiter diese kommentieren und Fragen stellen kann. Außerdem bieten wir einen speziellen Workshop für langjährige Mitarbeiter an, in dem es darum geht, deren Erfahrungsschatz für die nachfolgenden Generationen fruchtbar zu machen und eine individuelle Zukunftsstrategie für die verbleibenden Berufsjahre zu entwickeln. Auch für Führungskräfte gibt es ein Programm, bei dem es um den Umgang mit Veränderungen geht. Wir bieten zudem ständig Fortbildungsmaßnahmen an, ebenso Modelle zur Vereinbarkeit von Beruf auf Familie.

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BZ: Bei der Befragung haben Mitarbeiter sicherlich auch auf Bereiche hingewiesen, in denen es noch Verbesserungen geben könnte. Welche sind das?
Ackermann: Ein Thema ist etwa die Bezahlung und der Wunsch nach mehr Personal, aber da ist auch den Mitarbeitern bewusst, dass wir das als tarifgebundener Arbeitgeber in der Sozialwirtschaft nicht alleine regeln können. Angesprochen wurden auch flexiblere Arbeits- und Dienstzeitmodelle. Manchmal kommen dabei auch scheinbar banale Themen zutage, von denen wir aber sonst vermutlich nie erfahren würden. In der letzten Befragung etwa hat ein Mitarbeiter geschrieben, dass es in allen Autos des St. Josefshauses Radios geben sollte. Uns war bis dahin nicht bewusst gewesen, dass das nicht der Fall war.

BZ: Was erhoffen Sie sich von dem Label "Bester Arbeitgeber in Baden-Württemberg"?
Ackermann: Wir erhoffen uns dadurch, neue Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten. Es ist bekannt, dass es schwierig ist, Fachkräfte zu finden. Obwohl wir an den Schweizer Grenze sind, gelingt uns dies nach wie vor relativ gut, aber nicht ohne immense Anstrengungen. Außerdem möchten wir unseren Mitarbeitern zeigen, was wir im Vergleich zu anderen Arbeitgebern bieten und sie an uns binden. Das Label ist bundesweit bekannt und daher hoffen wir, dass das mögliche Mitarbeiter anzieht.

BZ: Was wird sich für die Mitarbeiter durch den Preis ändern?
Ackermann: Bei der Auswertung der Fragebögen haben wir festgestellt, dass wir vor allem an den Themen Fehler- und Willkommenskultur arbeiten möchten. Bei der Fehlerkultur geht es darum, wie wir als Unternehmen mit Fehlern von Mitarbeitern umgehen, welche Rückmeldung wir geben und wie wir Fehler vermeiden können. Bei der Willkommenskultur geht es darum, wie neue Mitarbeiter hier aufgenommen werden, ob sie einfach in den Arbeitsalltag hineingeraten oder Zeit haben, anzukommen.

BZ: Das Label kann auch deutschland- und sogar europaweit erworben werden. Möchten Sie sich auch dafür bewerben?
Ackermann: Erst einmal haben wir nicht konkret vor, uns dafür zu bewerben. Gerade sind wir einfach stolz darauf, dass wir, nach zwei Jahren voller Veränderungen, die nicht einfach waren, so ein Ergebnis erzielen konnten. Wir möchten auch in Zukunft einfach weiter eine gute Arbeitsplatzkultur sichern und legen dazu besonderen Wert auf die christlichen Werte unserer Arbeit.

Zur Person: Birgit Ackermann ist 47 Jahre al und seit 2013 Vorständin des St. Josefshauses. Sie ist Diplom-Sozialpädagogin und hat einen Masterabschluss in Diakoniemanagement.

Autor: Elena Bischoff