Voll motiviert geht es Schlag auf Schlag

Boris Burkhardt

Von Boris Burkhardt

Do, 04. Februar 2016

Rheinfelden

Die beiden Profi-Badmintonspielerinnen Nicole Grether und Charmaine Reid besuchen die Gymnasiasten des GBG.

RHEINFELDEN. "Die schlagen wir", sei der Vorsatz der männlichen Schüler von Sportlehrer Dieter Huppert gewesen, wie er lachend erzählt, als die beiden Profi-Badmintonspielerinnen Nicole Grether und Charmaine Reid die Klasse besuchen. Feixen gehört zum normalen Umgang von Zehntklässlern; und auch untereinander feuern sie sich in der Sporthalle des Georg-Büchner-Gymnasiums an.

"Die Schüler entwickeln schnell einen Ehrgeiz beim Badminton", wird Grether später dazu sagen, wenn sie erklärt, warum das Spiel mit dem Federball ein so motivierender Sport sei. Doch die Sprüche der Zehntklässler weichen auf dem Feld schnell echter Bewunderung, als Grether und Reid die ersten Schaukämpfe austragen und die Jugendlichen selbst aufs Feld gerufen werden, um im Einzel oder Doppel gegen die Profispielerinnen zu bestehen.

Auch die weiblichen Zehntklässler mit ihrer Lehrerin Yvonne Fritz sind dabei, wenn Grether und Reid in ihrer "S’cool Mission" am Georg-Büchner-Gymnasium eine von 18 Schulen im Landkreis Lörrach besuchen: Die beiden Spielerinnen, die schon bei den Olympischen Spielen jeweils Deutschland und Kanada vertraten, wollen sich nach dem Ende ihrer aktiven Profikarriere ganz auf die Nachwuchsarbeit konzentrieren: Unterstützt von verschiedenen Sponsoren kommen sie so kostenlos in die Schulen.

"Unser Ziel ist es, die Kinder und Jugendlichen zum Sport generell zu begeistern, nicht nur zum Badminton im Speziellen", erklärt Grether. Doch der Sport mit dem Federball hat offensichtlich eine einzigartige Faszination: Begeistert feuern die Schüler ihre beiden Lehrer an, als die sich im Doppel gegen die beiden Profis versuchen.

Grether und Reid integrieren die Schüler in ihre Vorführungen und lassen sie einzelne Schläge und Spielzüge üben. In der zweiten Hälfte der Sportstunde dürfen dann alle auf sechs Feldern in der Halle spielen.

Immer wieder streut Grether Wissenswertes über ihren Sport ein: So brauche es für die Herstellung eines echten Federballs die Federn von sechs bis acht Gänsen, immer nur vom linken Flügel; 20 bis 25 davon verschlissen sie und Reid in einer Trainingseinheit von anderthalb Stunden. Der schnellste Federball sei übrigens mit knapp 500 Stundenkilometern gemessen worden.

Auch vom Doping spricht Grether: Die verbotenen Substanzen seien genau festgelegt, sodass die Sportler zum Beispiel bestimmte Kopfschmerzmittel nicht einnehmen dürften. "Außerdem mussten wir vor Olympia drei Monate lang unseren Aufenthaltsort für jeden Tag im Voraus angeben", erklärt sie.

Badminton ist laut den Lehrern Huppert und Fritz am Georg-Büchner-Gymnasium Bestandteil des Schulcurriculums, einem durch die Schule konkretisierten Lehrplan. Die einzelnen Sportarten werden in Unterrichtseinheiten von fünf bis sechs Wochen gespielt. Schläger, Bälle (die günstigeren aus Plastik) und Netze sind deshalb vorhanden.

"Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir in den kommenden Stunden mit Badminton weitermachen", sagt Fritz. Und Huppert weist nicht ohne Stolz darauf hin, dass die Linien für Badminton-Felder in dezentem Grün auf den Hallenboden gemalt sind: "Das hat vermutlich nicht jede Schulhalle."