Das Rauchverbot gilt nicht am Himmel über Hütten

Jürgen Schelling

Von Jürgen Schelling

Mi, 26. Juni 2013

Rickenbach

Die Formationsflüge der Grasshoppers mit ihren Ultraleichtflugzeugen beim Flugtag sind dank Smoke-Anlage gut zu beobachten.

RICKENBACH. Die drei Piloten Heinz Korella, Dennis Piroschinski und Erik van den Dolder vom Flugplatz Bremgarten bei Müllheim zeigen mit ihren drei Ultraleichtflugzeugen schöne Figuren am Himmel und verzaubern damit die Zuschauer. Beim Flugtag in Hütten am 14./15. September werden die drei Südbadener mit ihrer Formation Grasshoppers ihr Können zeigen.

Heinz Korella ist schon von Berufs wegen eng mit der Fliegerei verbunden: Als Fluglehrer und Pilot, dazu noch als Ingenieur mit eigenem Wartungsbetrieb für Ultraleichtflugzeuge am Flugplatz Bremgarten, lebt er von und für die Luftfahrt. Rund 7000 Stunden hat der 52-Jährige bereits als Pilot in der Luft verbracht, und sein Wissen gibt er als Fluglehrer weiter.

Kein Wunder also, dass seine beiden Formationsflugkollegen ehemalige Schüler von ihm sind. Erik van den Dolder fliegt seit 2008 und hat seither etwa 300 Flugstunden gesammelt. Dennis Piroschinski absolvierte seine Flugausbildung 2004 und kommt auf 350 Flugstunden. Irgendwann kamen die drei auf die Idee, es einmal mit Formationsflug zu versuchen.

Formationsflug beinhaltet keinen Kunstflug, denn der ist mit den maximal 472 Kilogramm schweren Ultraleichtflugzeugen verboten. Das Ziel ist vielmehr, schöne Figuren an den Himmel zu zaubern. Im Jahr 2010 begannen die drei mit dem gemeinsamen Training, und im Oktober wurden die Grasshoppers aus der Taufe gehoben. Mittlerweile hat das Trio gemeinsam gut 50 Stunden im Formationsflug in der Luft verbracht. Ist es windstill, wird möglichst nah beieinander geflogen, bei böigem Wetter halten die drei windempfindlichen Leichtflugzeuge C-42 des Herstellers Ikarus-Comco mehr Abstand zueinander. Der 48-jährige Erik van den Dolder ist der Leader, also derjenige, der zuvorderst fliegt. Das hat aber nicht unbedingt mit der fliegerischen Erfahrung zu tun, sondern seine Maschine ist mit 80 PS am schwächsten motorisiert. So ist es für Heinz Korella und Dennis Piroschinski als sogenannte "Wingmen – Flügelmännern" mit ihren 100 PS starken Flugzeugen leichter, nach einer Formationsänderung wieder aufzuschließen.

Zur Flugvorführung gehören verschiedene Figuren und Übergänge wie Dreieck-Formation, Linienbreak, Split Break oder Leiter. Zudem wird auch in Formation gelandet, wenn die Runway breit genug ist. Und sogar für das Abstellen haben die drei Piloten eine publikumswirksame Kür einstudiert. Geflogen wird normalerweise in 500 Fuß – das sind etwa 150 Meter über dem Erdboden. So können die Zuschauer die relativ kleinen Flugzeuge noch gut erkennen. Während ihrer Vorführung kommunizieren die Piloten über Funk miteinander.

Den Spritverbrauch eines Kleinwagens

Damit die Formation etwas dramatischer erscheint, haben alle drei eine sogenannte Smoke-Anlage in ihre C-42 eingebaut: Die erzeugt umweltverträglichen Rauch, so dass die Figuren vom Boden aus besser zu sehen sind. Zudem sind alle drei Maschinen sehr umweltfreundlich unterwegs. Der Durchschnittsverbrauch liegt bei etwa zwölf Liter Autotreibstoff in der Stunde und für rund 160 Kilometer. Zudem sind alle drei C-42 flüsterleise.

"Wir wollen das Potenzial zeigen, das in diesen Ultraleichtflugzeugen steckt", sagen die drei Flieger. Formationsflug mit Militärjets oder schweren Propellermaschinen gebe es zwar oft, als Ultraleichtflug-Formation besitzen die Grasshoppers aber Exotenstatus. Dabei kommt die Anerkennung vor allem von den fliegenden Kollegen: "Weil Piloten wissen, wie leicht unsere Flugzeuge sind, wissen sie unsere Leistung zu würdigen." Dass die Chemie zwischen den drei Fliegern im Alter von 47 bis 52 Jahren stimmt, merkt man ohnehin rasch.

Wer die Grasshoppers einmal in Aktion erleben will, kann sich auf http://www.facebook.com/GrassHoppersEDTG über die geplanten Auftritte informieren.