Ein Hoch auf die Jugend

Karin Steinebrunner

Von Karin Steinebrunner

Mo, 10. April 2017

Rickenbach

Blasorchester und Jugendorchester Rickenbach sind anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums der Nachwuchsgruppe zusammen in der Willaringer Gemeindehalle aufgetreten.

RICKENBACH. Unter dem Motto "Auf die Jugend" haben Blasorchester und Jugendorchester das 25-Jahr-Jubiläum des Jugendorchesters Rickenbach mit einem gemeinsamen Konzert in der voll besetzten Gemeindehalle Willaringen gefeiert.

Stefan Wagner, seit drei Monaten neuer Dirigent des Blasorchesters, moderierte dessen Programmhälfte selbst. Ralf Eckert, Leiter des Jugendorchesters, hatte seinem Ensemble zum Geburtstag eine Broschüre über die vergangenen 25 Jahre erstellt, die an alle Konzertbesucher verteilt wurde. Das Blasorchester eröffnete den Abend mit der feierlichen, anlässlich des einhundertsten Geburtstages der Freiheitsstatue komponierten "Liberty Fanfare" aus der Feder von John Williams, bevor Stefan Wagner das Publikum in heiterer Reimform begrüßte. Danach erklang das majestätische "Crown Imperial" von William Walton, ein Musikstück, das gleich bei mehreren britischen Krönungsfeierlichkeiten Verwendung fand.

Die Suite nach den bekannten "Tim-und-Struppi"-Filmen brachte in lebhafter Folge Dramatik, Triumph, aber auch elegische Momente auf die Bühne, und John Philip Sousas Musik gewordene Erinnerung an eine Begegnung anlässlich einer Bostoner Verbrauchermesse mit dem Titel "The Fairest of the Fair" war als ausgesprochener Gute-Laune-Marsch das ideale Schlussstück für den ersten Programmteil.

Zuvor indes hatte Lukas Eckert auf seiner Tuba Kurt Gäbles feuriges "Tuba Concerto Español" vorgetragen, und ebenso bravourös gab vor der Pause sein jüngerer Bruder Simon mit Leroy Andersons "Trompeters Wiegenlied" auf seinem Instrument eine gefühlvolle Zugabe zum Besten. Lukas Eckert hatte bereits beim Vorspiel anlässlich des Musikabiturs im Trompeterschloss in Bad Säckingen die Zuhörer begeistert. Mit dem vollen Orchestersound als Begleitung wirkte sein Vortrag nochmals erheblich eindrücklicher. Die Brüder haben beide im vergangenen Jahr das Goldene Leistungsabzeichen auf ihrem Instrument abgelegt. Simon Eckert hat mit einem Bläserquartett gerade die Weiterleitung vom Regional- zum Landeswettbewerb von "Jugend musiziert" erkämpft, wo das Ensemble ganz knapp die neuerliche Weiterleitung zum Bundeswettbewerb verpasste.

Einige markante Daten verbinden das Jugendorchester mit den für das aktuelle Konzert ausgewählten Titeln, wie Ralf Eckert in seinem kurzen Rückblick ausführte. 1992 hatte die Bläserjugend, damals unter der Bezeichnung "Jugendkapelle", ihren ersten größeren Auftritt und fungierte bis 1995 als Vorgruppe bei den Konzerten des Blasorchesters. Ab 1996 folgten eigene Konzerte, wobei die unterschiedlichsten Modelle und Verbindungen erprobt wurden, bis 2005 ein erstes Doppelkonzert mit Blasorchester und Jugendorchester als gleichberechtigten Partnern erklang.

Mit "Intrade" von Ernest Majo, dem Eröffnungsstück aus dem Jahr 1992, begann das Jugendorchester seine Programmhälfte, gefolgt vom ersten Stück, bei dem das Orchester inzwischen die avancierte Stufe Drei der Kategorisierung bei Wertungsspielen erreicht hat: Bert Appermonts vergnügliche musikalische Umsetzung von "Gulliver’s Reisen" zu putzigen Zwergen, imposanten Riesen, einer tänzerisch schwebenden Insel sowie ins Land der stürmischen Pferde.

Ein zartes, von den Holzbläsern dominiertes Intermezzo in Form des Titels "Let your Spirit sing" aus der Feder der zeitgenössischen Komponistin Julie Giroux schenkte den Zuhörern eine kurze Ruhephase vor der Klangexplosion des fetzigen Schlussstücks des Jugendorchesters "Shred Meister" von James L. Hosay, in dem Tenorsaxophonist Simon Schmidt demonstrierte, dass er auch auf der E-Gitarre zu rocken versteht, unterstützt von Lukas Eckert, diesmal auf dem E-Bass.

Nach kurzer Umbaupause begaben sich beide Ensembles gemeinsam mit dem 1992 komponierten, gefühlvoll weichen Michael-Jackson-Song "Heal the World", gefolgt von "It will be", zum Schlusshöhepunkt auf die Bühne. Dieser Schlusschor des Basel-Tattoo von 2015, eigens für diesen Abend arrangiert und gesungen von Tabea Käser, Armin Bühler und Verena Wagner, musste gleich noch mal wiederholt werden. Das Publikum, das den Musikern mit stehenden Ovationen zu diesem Konzertabend gratulierte, hätte ohne dieses Zugeständnis keinen von der Bühne gehen lassen.