Ein Leben, ganz im Zeichen des Ehrenamtes

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Di, 15. Mai 2018

Rickenbach

Rickenbach verliert im ehemaligen Briefträger Johann Friedrich Zipfel eine außergewöhnliche Persönlichkeit / Fünf Ehrennadeln, mehrere Ehrenmitgliedschaften.

RICKENBACH (am). Die Gemeinde Rickenbach hat einen ungewöhnlich vielseitigen Vereinsförderer verloren: Der als "Zipfel Hans" bekannte frühere Gemeinderat und Landbriefträger Johann Friedrich Zipfel verstarb am vergangenen Mittwoch im Alter von 81 Jahren. Der Erhalt von fünf Ehrennadeln, darunter die des Landes Baden-Württemberg, des badischen Imkerverbandes und des Bundes Heimat und Volksleben, weisen auf den außergewöhnlichen Einsatz nicht nur für das Vereinsleben hin.

Der in einer Landwirtsfamilie aufgewachsene Rickenbacher wurde mit seiner hilfsbereiten, besonnenen Art geschätzt von der Trachtenvereinigung Alt-Hotzenwald, vom Schwarzwaldverein, dem Imkerverein Hotzenwald, von dem Musikverein und der Feuerwehr sowie von dem Obst- und Gartenbauverein und den Fördervereinen für das Energiemuseum Rickenbach und der Burgruine Wieladingen. Vor der Gemeindereform wirkte er im Gemeinderat von 1971 bis 1975 mit. In mehreren Vereinen zählte er zu den Gründungsmitgliedern und hier stand er einigen bis ans Lebensende noch als Berater oder Helfer zur Verfügung. Gewürdigt wurden die Verdienste mit mehreren Ehrenmitgliedschaften und in fast allen acht Vereinen übernahm er Tätigkeiten im Vorstand, die vom Vorsitzendenamt bis zum Beisitzer reichten. Allein bei der Trachtengruppe wirkte er 38 Jahre lang im Vorstandsteam mit.

Der ab den 1950er Jahren noch in mehreren Fahrradbezirken tätige Postbote wurde in der Gemeinde auch wegen seiner praktischen Fähigkeiten geschätzt. Zusammen mit dem Brauchtumsförderer Gerhard Neugebauer baute er beispielsweise zur 750-Jahr-Feier von Rickenbach die auf Umzügen gezeigte Pfarrkirche nach. Beim Aufbau der früheren Rickenbacher Dorffeste gehörte er zu dem Vorbereitungsteam. Beim Schwarzwaldverein plante und baute er mehr als 100 Bänke und betreute die Wege und er beteiligte sich an der Erfassung, Instandsetzung und Dokumentation von Kleindenkmälern. Für die Umwelt baute er Vogelnistkästen und zudem einige Insektendomizile. Auch bei dem heute nicht mehr bestehenden Dreschfest auf dem Schulparkplatz war er ein wichtiger Helfer beim Garbenbinden oder Wagenbau. Zudem übernahm er beim Trachtenverein Sachwartarbeiten und half seiner ebenfalls im Verein aktiven Ehefrau Frieda bei der Trachtenpflege. Die als "Hotzen" bekannten Trachtenträger schätzten den Zipfel-Hans zudem als begeisterten, stets urig und humorvoll auftretenden Tänzer. Wenn auf dem Wald die großen Kreistrachtenfeste stattfanden, konnten sich die Organisatoren stets auf die Mithilfe des Rickenbachers verlassen. Und dies galt auch für die Brauchtumsfeste auf dem Abhau von Altenschwand.

Tatkräftig unterstütze er über viele Jahre die Sammelaktion zum "Tag der Heimat". Beim Musikverein 1860 Rickenbach setzte sich der Flügelhornist dafür ein, dass die Kapelle eine Einheitstracht erhielt. Nach 50 Dienstjahren bei der Feuerwehr gründete er die Altersabteilung mit und übernahm auch dort Vorstandsarbeiten.

Die Trauerfeier für Hans Zipfel, der die Familien von zwei Söhnen und einer Tochter hinterlässt, ist Donnerstag, 17. Mai, um 14.30 Uhr in der Rickenbacher Pfarrkirche
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