Muetterspröchler suchen Mitstreiter

Karin Steinebrunner

Von Karin Steinebrunner

Do, 08. Februar 2018

Rickenbach

Regionalgruppe "Hochrhii-Hotzewald" steht vor personellem Umbruch und will sich auch inhaltlich neu aufstellen.

HOTZENWALD/HOCHRHEIN. Die Regionalgruppe "Hochrhii-Hotzewald" der "Muettersproch-Gsellschaft" sucht dringend nach Personen, die sich für die alemannische Sprache und Kultur begeistern und sich aktiv für deren Erhalt einsetzen wollen. Die bisherigen Vorstandsmitglieder haben um Ablösung gebeten, und auch inhaltlich täte der Gruppe eine Auffrischung gut, wie die Initiatoren eines entsprechenden Aufrufs betonen.

Der Ibacher Georg Albiez, ehemaliger Vorsitzender der Regionalgruppe, und die Herrischrieder Bernd Kühnel und Sandhya Hasswani, die sich unter anderem im Verein "Aktiver Hotzenwald" engagieren, möchten der aktuellen Vorsitzenden Erika Hirtler aus Bad Säckingen dabei helfend unter die Arme greifen. Kühnel hat einen Text verfasst, der an die Mitteilungsblätter der Gemeinden im Einzugsbereich der Regionalgruppe ging, um Ideen und Interessenten zu finden und zusammenzubringen.

Gegründet wurde die Regionalgruppe, deren Mitglieder von Albbruck über Bad Säckingen bis Wehr und Schwörstadt in der einen und über den Hotzenwald bis nach Ibach und St. Blasien in der anderen Richtung reichen, im Jahr 1980. Erika Hirtler hat seit sechs Jahren den Vorsitz inne, nun möchte sie aus gesundheitlichen Gründen in die zweite Reihe zurücktreten, wäre aber bereit, im erweiterten Vorstand nach wie vor weiter mitzuarbeiten.

Gewählt wird alle drei Jahre, der Verein hat aktuell um die 100 Mitglieder, bei den monatlichen Treffen, bei denen es auch immer ein kleines Programm mit Lesungen und Sketchen gibt, finden sich aber meist etwa die gleichen 20 Teilnehmer zusammen. Derzeit finden diese Treffen jeweils im "Viertele" in Bad Säckingen statt, dort wird auch am 7. März um 14.30 Uhr die Versammlung abgehalten werden.

In der Vergangenheit gab es den gelungenen Alemannischen Abend in der Willaringer Halle, Schülerwettbewerbe und Theaterstücke. "Leute mit Draht zur Jugend, wie die Lehrer beispielsweise, die bei den Wettbewerben teilgenommen haben, wären natürlich super, um neuen Wind in den Verein zu bringen", meint Erika Hirtler nachdenklich. Ergänzt werden könnten solche Initiativen beispielsweise durch das Sammeln alemannischer Ausdrücke und Redewendungen, die durch die Veränderungen in der Gesellschaft in Vergessenheit zu geraten drohen. Auch ein Kalender, der alle Termine auflistet, an denen die Mundart in irgendeiner Weise gepflegt wird, wäre hilfreich.

Gruppen, die das Alemannische pflegen, gibt es nämlich durchaus, beispielsweise diverse Theatergruppen, allen voran die Freilichtbühne Klausenhof. Aber auch einige Musikvereine spielen nach wie vor Mundartstücke, und selbst beim Kohlenmeilertheater auf dem Dachsberg oder bei den Domfestspielen in St. Blasien wurde das Alemannische bereits als besonderer farblicher Reiz eingebracht. Geschichtenerzähler und historische Stadtführer sind teilweise in der Mundart unterwegs, weitere spezielle Konzerte und Lesungen wären denkbar.

Der Arbeitskreis "Kultur uff’m Wald" hat schon eine Folgeveranstaltung zum Alemannischen Abend auf seiner Agenda, die eigentlich im Jahr 2019 stattfinden soll, und Sandhya Hasswani sieht durchaus großes Potenzial für das Alemannische hauptsächlich auf dem Hotzenwald. "Hier gibt es eine vergleichsweise große Dichte an Mundartkünstlern, die angebotenen Veranstaltungen sind immer gut besucht, warum sollte es da nicht möglich sein, Personen zu finden, die zunächst einmal für eine Spanne von drei Jahren dazu bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und die Regionalgruppe am Leben zu erhalten", erklärt sie zuversichtlich.

Ihr Argument für die Aufrechterhaltung leuchtet direkt ein: Vernetzung funktioniert dann, wenn sich von beiden Seiten Ansprechpartner zusammenfinden. Und schließlich ist Vernetzung das Zauberwort der Gegenwart. Wie schon der Alemannische Abend 2016 in Zusammenarbeit mit der Gruppe "Kultur uff’m Wald" des Vereins "Aktiver Hotzenwald" erfolgreich initiiert werden konnte, ließen sich weitere ganz unterschiedliche Vernetzungsmöglichkeiten denken.

Wichtig wäre dafür indes ein schneller Entschluss, denn die Versammlung der Regionalgruppe und damit die Wahl eines neuen Vorstandsteams, steht ja bereits am 7. März an. Wer sich dafür erwärmen könnte, sein Engagement zukünftig dort einzubringen, sollte sich umgehend bei Erika Hirtler melden.

Kontakt unter der Mailadresse erika.hirtler@web.de oder unter TelTel. 07761/8724 oder bei Georg Albiez unter info@schindelhof-albiez.de sowie unter Tel. 07672/90466. Vorabinformationen gibt es auch unter http://www.alemannisch.de