"Ohrwürmer" eroberten Willaringen im Sturm

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Von pro

Di, 29. September 2015

Rickenbach

Konzert der Oberrieder A-cappella-Gruppe war in jeder Hinsicht besonders / 13 Mann starke Combo vom Publikum gefeiert.

RICKENBACH-WILLARINGEN (pro). Mit einer modernen Liedauswahl begeisterten die "Ohrwürmer" aus Oberried auch bei ihrem zweiten Konzert in der Willaringer Gemeindehalle am Samstagabend die Zuhörer. Sieht man vom ersten Lied ab, bei dem sich die Sänger absichtlich hinter den Notenmappen versteckten und selbst der Liedbeginn wegen einer fehlenden Brille eines Sängers verschoben werden musste, war die Begeisterung des Publikums schon vorhanden, ehe die ersten Töne zu vernehmen waren.

In den folgenden zweieinhalb Stunden des Konzertes sangen die "Ohrwürmer grundsätzlich ohne Noten und vielfach auch ohne Dirigent. Das Dutzend stimmgewaltiger Männer um Dirigent Martin Lauby zeigte bravourös auf, wie die Choreographie beeindruckend die gesanglichen Leistungen unterstützte und die Zuhörer in ihren Bann zog.

Das rhythmische Klatschen, mit dem die Zuhörer die Akteure zu immer größeren Leistungen animieren wollten, störte aber diejenigen, die den Ohrwürmern ungestört zuhören wollten.

Das Konzert der "Ohrwürmer" war in jeder Weise ein anderes Konzert, als man etwa bei den üblichen Männerchören gewohnt ist. So lagen nicht etwa gedruckte Programme aus, sondern vor jedem Lied wurde mit der Ansage in das folgende Stück eingestimmt. Die "Ohrwürmer" aus Oberried, die nunmehr über 13 Jahre bestehen und eine Abteilung des Männerchores Oberried sind, zeigten beeindruckend auf, wie mit schauspielerischen Leistungen der gekonnte A-cappella-Chorgesang aufgewertet werden kann. Das männliche Befinden in all seinen Facetten spiegelte sich in den ausgewählten Stücken wieder. Mannsein war quasi Programm.

So war einer der Höhepunkte, der Oberrieder Bauer, der auf Brautschau war und gesanglich zum Ausdruck brachte, dass er die Herzen der stolzesten Frauen breche. "Ich bin der Bratislover", oder der Auftritt mit Herbert Grönemeyers "Mambo", oder gar die tanzenden Männer in Cabaret von John Kander. Die Akteure auf der Bühne zeigten nahezu allesamt auch ihr solistisches Können als Sänger wie auch als Choreograph.

Am Schluss riss der Beifall nicht ab. So kamen die Sänger um den Dirigenten Michael Weh nicht um Zugaben herum. Franz Hässle vom gastgebenden Gesangverein Hotzenwald Rickenbach dankte den "Ohrwürmern", dass sie für ein Konzert nach Rickenbach gekommen waren.