Stimmung im Regen dank toller Knolle

Peter Schütz

Von Peter Schütz

Mo, 04. September 2017

Rickenbach

Herdöfelfäscht in Rickenbach um einen Tag auf Samstag verschoben / Besucher genießen Spezialitäten im eigens aufgestellten Festzelt.

RICKENBACH. "Wir Rickenbacher sind immer flexibel" – als Christian Kaeser, Vorsitzender des Musikvereins Rickenbach, diesen Satz sprach, war der Freitag als Austragungstag des Herdöpfelfäschts gegessen. Stattdessen kam der Samstag in Betracht.

Und dies, obwohl die Wetterfrösche alles andere als eitel Sonnenschein vorhersagten. Aber eben: Die Rickenbacher sind flexibel, außerdem einfallsreich und umsichtig, weshalb sie ein rund 160 Quadratmeter großes Zelt vom örtlichen Team MS-Racing organisierten, das überdies genau in die Kirchstraße passte, wo das Fest traditionell stattfindet. Gut, die Buden und Stände hatten darin keinen Platz, aber die hatten ja alle Dächer.

Diese Dächer brauchten sie auch, weil etwa eine Stunde nach Beginn ein Regenschauer losbrach, der es in sich hatte. Während die "Fidelen Dorfmusikanten" für Stimmung sorgten, rauschte ein Unwetter aus dem Osten heran und überbrachte dem Herdöpfelfäscht kurzerhand sehr nasse Grüße von oben.

So nass, dass prompt die Verstärkeranlage ausstieg und die Dorfmusikanten quasi "natur" spielen mussten. Der Sprecher der Formation hatte sich derweil sicherheitshalber einen Friesennerz umgelegt. Die Besucher des Anlasses hatten es da schon besser, sie saßen im Trockenen. Gut 200 Personen hatten im Zelt Platz, zwei Stunden nach Festbeginn waren die Sitzbänke voll belegt.

In Rickenbach gab’s fast alles rund um die Kartoffel

Kein Wunder, denn der Speiseplan konnte sich sehen lassen. Da gab es fast alles, was mit der Kartoffel zu tun hat: Pommes, Geschwellte, Rösti, außerdem Reibedatschi, Kartoffelsalat, Kartoffelwaffeln, Hütten-Röstiburger und "verdrüllti Schinze am Spieß", letztere aus der Küche von "MaJas Hördöpfelspirellis". Hinter dem Speiseplan steckten die Musikvereine Rickenbach und Hütten, die Bläserjugend, die Trachtenvereinigung Alt-Hotzenwald, Schuhe Matt sowie das Gasthaus Adler.

Den musikalischen Rahmen gestalteten neben den Fidelen Dorfmusikanten "Epinett des Vosges" und zu später Stunde DJ Love. Die Stimmung war bestens, gar nicht so trüb wie das Wetter. Insgesamt passte es schon, denn es hätte alles viel schlimmer sein können, mit Sturmböen, Hagel, gar Schnee. Oder, was auch positiv war und woran ein Besucher laut dachte: "Das Gute an dem Sauwetter ist, dass keine Wespen unterwegs sind."