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17. März 2012

Auseinandersetzung mit Riegels Ortsgeschichte

Kooperation zwischen Schule und Geschichtsverein.

  1. Die Neuntklässler Max Unger und Felix Ringswald der Riegeler Michaelschule gingen für ihre Projektprüfung der Riegeler Geschichte auf den Grund. Max ließ sich in einem vierwöchigen Kurs zum Museumsführer ausbilden, Felix beschäftigte sich mit der Michaelskapelle. Foto: Privat

RIEGEL (hbw). Unauffällig, aber nachhaltig hat sich in Riegel eine Kooperation zwischen Michaelschule und Geschichtsverein entwickelt. Die Neuntklässler Max Unger und Felix Ringswald, Anwärter auf den jährlich von Wolfram Becherer vergebenen Geschichtspreis, hatten sich dafür entschieden, der Riegeler Geschichte auf den Grund zu gehen. Max ließ sich im Rahmen der Projektprüfung in einem vierwöchigen Kurs zum Museumsführer ausbilden. Felix interessierte sich für die Michaelskapelle; immer wieder übte er sich in der Führung durch das Riegeler Kleinod auf dem Berg.

Die beiden Schüler hatten sich zwei kundige Betreuer ausgesucht: den Religionslehrer Bernd Kern und Herbert Walter vom Geschichtsverein. Max wurde sechsmal, unter anderem sonntags, ins Museum gebeten zum "learning by doing". Außerdem musste er in der Projektwoche unter anderem römische Zahlen lernen, deutsche Wörter aus der lateinischen Sprache im Lexikon heraussuchen, sich mit dem Limes beschäftigen und zwei Fernsehsendungen über "Römer in Germanien" anschauen und auswerten.

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Felix hatte in der Kapelle auf dem Berg viel vorzubereiten. Seine Idee war es, den Besuchern zu erklären, was sie in dem Gotteshaus sehen und wie die Objekte zeitlich einzuordnen sind. Er musste die Stilrichtungen von der Romanik über die Gotik bis zur Barockzeit kennenlernen. Wer Verantwortung trug für das Gotteshaus, musste er wissen; angefangen vom Kloster Einsiedlern, über die Zähringer und Üsenberger bis hin zu Kaiser Josef II und den Repräsentanten des Erzbischöflichen Ordinariats. Er konnte an Wissen weitergeben, dass früher Eremiten und nach ihnen Mesner aus dem Dorf für Ordnung in der Kapelle sorgten und dass Letztere für ihre Dienste mit einer "Mannshauet" Land (4,5 Ar) belohnt wurden.

Als dann am Montagmorgen die Projektprüfung in Anwesenheit von Rektorin Mira Koch und Klassenlehrerin Jeannette Grimm stattfand, hatten sich beide Jungs "in Schale geworfen": Max trug eine einfache römische Tunika bei der Präsentation und Felix eine Mönchskutte. Beide traten freundlich, kompetent und "cool" auf, wie der Vorsitzende des Geschichtsvereins, Peter Ziegler, bestätigte. Gerhard Scharrmann dokumentierte den Prüfungsablauf fotografisch. Max gab 15 Minuten lang Auskunft über die römische Basilika, über das Mithräum, über den Augenarztstempel, über die römische Küche und den "Hippocampus". Felix toppte seine Kapellenführung noch, indem er eingangs als Mönch verkleidet der Prüfungskommission in speziellen Kapellengläsern Apfelschorle anbot.

Beide Schüler überzeugten mit Fachwissen, Ungeniertheit und Freundlichkeit, setzten sich gekonnt in Szene mit Gestik und Mimik, wie am Ende sowohl die Prüfungskommission als auch die Trainer fanden. Man kam überein, die beiden zum Dank für ihre Leistung am Donnerstagabend zu einem Vesper ins Hotel "Kopf" einzuladen. "Salve" jubelte man sich zu, als man an einem denkwürdigen Tag auseinanderging. Felix und Max werden künftig Schulklassen durchs Riegeler Museum und die Michaelskapelle führen können.

Autor: hbw