Verlieren auf höchstem Niveau

Katrin Wilke

Von Katrin Wilke

Mo, 23. Mai 2011

Rock & Pop

Papaul beim Creole-Finale.

Siebzehn Bands wetteiferten vom 19. bis zum 21. Mai um den begehrten Preis "Creole – globale Musik aus Deutschland". Unter den teils opulenten Formationen waren immerhin vier Duos, die von der riesigen hohen Berliner Konzertbühne aus das Publikum in ihren Bann zu ziehen suchten. Dies gelang dem afropäischen Projekt Papaul aus Freiburg im Handumdrehen. Kaum hatte Pape Dieye mit Ngoni und Gesang eine Spur gelegt und Paul Brenning seine suggestiven Beatbox-Rhythmen und andere mundgemachten Klänge ins Spiel gebracht, waren die in Berlin nie leicht zu begeisternden Zuhörer schon auf ihrer Seite – und gingen wie neugierige Kinder mit den sphärischen und rhythmischen Wechseln, der Dynamik mit, die dieser musikalisch ungewöhnliche Dialog entfaltete.

Beeindruckend, vermutlich für alle Anwesenden einprägsam auch die Konstellation: Der junge Freiburger – einst Chorknabe – fand durch den HipHop zu Jazz und afrikanischer Musik. Der in etwa doppelt so alte senegalesische Multiinstrumentalist hatte mit großen afrikanischen Kollegen in Paris gearbeitet, bevor er vor ein paar Jahren in Freiburg landete. Neben den vorgestellten Eigenkompositionen bekam man eine eigene, wahrlich "kreolische" Lesart von Schuberts "Leiermann" (aus dem Zyklus "Winterreise") zu hören. Dieye kündigte das Stück an als "Treffen von zwei Welten". Eine respektvolle, unforcierte Begegnung, die auch dem Publikum fernab von Freiburg Lust gemacht hat auf mehr. Gewonnen haben im Übrigen Kavpersaz aus Köln, Cyminology aus Berlin und das Bamberger Kellerkommando.