Blechklänge in eindrucksvoller Harmonie

Horst Donner

Von Horst Donner

Mi, 18. April 2018

Rümmingen

Stehende Ovationen für die Brass Band "Querblechein" in der Rümminger Kapelle / Klangvielfalt und Spielfreude.

RÜMMINGEN (don). Premieren gab es am Sonntag bei Kulturo in der Reihe "Kultur in der Kapelle" gleich in zweifacher Hinsicht: Erstmals ertönten in dem akustisch idealen Raum Blechklänge der feinsten Art und erstmals ließ sich das gastierende Ensemble "Querblechein" in verschiedenen Instrumentalbesetzungen total auf klassische Musik ein. Wie der stürmische Beifall in den fast voll besetzten Reihen offenbarte, kam das abwechslungsreiche Programm bei den Zuhörern bestens an.

Klangvielfalt in den unterschiedlichsten Variationen und Besetzungen wollte das im Jahre 2001 gegründete Bläserensemble in Rümmingen bieten. Diesem Anspruch wurde es uneingeschränkt gerecht. Als Amateure überraschten die Musiker unter Leitung von Jürgen Thun mit einer beachtlichen Leistung. Sie waren bestens aufeinander eingespielt und demonstrierten eindrucksvoll, wie Blech wunderschön klingen kann. Ob sie die Töne der Tuba, den Trompeten, den Posaunen oder dem Horn entlockten – bei allen Vorträgen zeichneten sie sich durch ihr harmonisches Zusammenspiel aus. Bei den Soli meisterten die Bläser ihre Parts souverän. "Kultur und Musik zum Anfassen", äußerten sich Bürgermeisterin Daniela Meier und Kulturo-Programmchef Richard Geppert sehr beeindruckt von diesem Klangerleben.

Schon zu Beginn des Konzertes entfalteten die zehn bei einzelnen Stücken von einem Schlagzeuger begleiteten Musiker mit Henry Purcells bekannter erster Symphony aus "The Fairy Queen" eine Vielfalt an Klängen. Wunderschön intonierte das Bläserquintett mit Horn, Trompeten und Tuba "Elsa’s Prozession zur Kathedrale" von Richard Wagner. Wie gekonnt sich das Ensemble auf klassische Musik versteht, zeigte sich beim Spiel des von John Steven komponierten "Benediction".

Mit Händels "Einzug der Königin von Saba" aus dem Oratorium Salomon und dem Allegro Maestoso aus der "Wassermusik" sorgten die Bläser für eine festliche Atmosphäre. Das populäre "Rondeau" von Jean-Joseph Mouret interpretierte das Bläserquintett auf ansprechendem Niveau. Mal zarte, mal laute Töne erklangen in der "Promenade" des holländischen Komponisten Steven Verhelst. Durch die großen Fenster der Kapelle die Natur vor Augen, fühlte man sich von den Bläsern inspiriert und mitgenommen zu einem Spaziergang durch die blühende Landschaft. Bei "Peacherine Rag" von Scott Joplin mit bekannten Melodien, herrlichen Soli und dem für Brass Bands typischen Rhythmus waren die Stimmung und die Spielfreude der Musiker auf einem Höhepunkt angelangt. Nicht weniger begeistert spielten sie die Stücke "Sonatina" von Simpson und "Canzon Duodecimi Toni a 10" von Giovanni Gabrieli.
Für die stehenden Ovationen des Publikums bedankte sich "Querblechein" mit drei stimmungsvollen Zugaben, bei denen die Musiker nochmals zu großer Form aufliefen.