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13. Oktober 2017

Auf dem Weg zum Energiespardorf

Gemeinderat verabschiedet Klimaschutzkonzept / Große Potenziale für eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes im privaten Bereich.

  1. In der energetischen Sanierung von Häusern, die vor 1984 gebaut wurden – hier die Klarastraße –, sieht das Klimaschutzkonzept große Einsparpotenziale für den CO2-Ausstoß. Foto: Adelbert Mutz

RUST. Keine Frage, die Reduzierung des Energie- und Ressourcenverbrauchs und die damit einher gehende Senkung der Umweltbelastung gehören auf die Agenda von Kommunalpolitik. Deshalb hat sich die Gemeinde Rust Anfang des Jahres mit dem Partner Badenova auf den Weg gemacht und begonnen, ein Maßnahmepaket zu schnüren, mit dem der Kohlendioxid-Ausstoß in Rust ab dem Jahr 2028 um 13 Prozent oder 6031 Tonnen gegenüber dem Stand von 2013 reduziert wird. Klimaschutzkonzept nennt sich dieses Paket. Am Montag hat es der Gemeinderat einstimmig verabschiedet.

Ausgehend von einer Datenerhebung aus dem Jahr 2013 summiert sich der Energieverbrauch von Rust auf rund 51 500 Megawattstunden pro Jahr (ohne Europa-Park), das geht aus einer Energiepotenzialstudie der Badenova hervor. Der durchschnittliche Verbrauch eines Privathaushaltes mit zwei Personen liegt bei 3,1 Megawattstunden pro Jahr. Private Haushalte haben mit 54 Prozent den höchsten Anteil am Gesamtverbrauch. Der gesamte CO2-Ausstoß der Gemeinde liegt bei jährlich 18 100 Tonnen (4,8 Tonnen pro Einwohner, Landesdurchschnitt 6,6 Tonnen). Rechnet man den Ausstoß des Europa-Parks hinzu, steigt der Jahreswert auf 46 350 Tonnen (Stand 2013).

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89 Prozent der Wohngebäude in Rust sind freistehende Einfamilienhäuser, die im Durchschnitt den höchsten Energieverbrauch pro Quadratmeter aufweisen. 61 Prozent der Wohnhäuser (absolut 523) sind vor 1984 erbaut, als Wärmedämmung beim Gesetzgeber noch eine untergeordnete Rolle spielte. Gerade in diesem Bereich will die Gemeinde mit ihrem Klimaschutzkonzept ansetzen – durch Information, Aufklärung und finanzielle Anreize (Förderprogramme des Bundes). Ziel dieser Kampagne ist, dass in den nächsten zehn Jahren etwa 162 der älteren Gebäude (gebaut bis 1983) energetisch saniert werden, oder 16 Gebäude pro Jahr. Eine Zahl an Gebäudesanierung , die dann auch in der weiteren Zukunft pro Dekade erreicht werden soll. Nach den Berechnungen der Badenova könnten auf diesem Weg pro Jahr 665 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden, was in etwa einer Einsparung von 3380 Megawattstunden pro Jahr entspricht.

Ziel für 2028: 13 Prozent weniger CO2-Ausstoß als 2013

Mit dem Gesamtpaket an Maßnahmen sowohl der privaten Hauseigentümer als auch der Kommune mit der Umsetzung energetischer Sanierungen wie etwa aktuell durch die Rathaussanierung (siehe Infobox) geht die Gemeinde davon aus, dass bis zum Jahr 2021 eine Einsparung des jährlichen Ausstoßes von Kohlendioxid von mindesten 328 Tonnen möglich wird. Ab dem Jahr 2024 sollen noch einmal jährlich 357 Tonnen mehr gespart werden. Werden die im Klimaschutzkonzept angestrebten Ziele vollumfänglich erreicht, dann würde bis zum Jahr 2028 eine Einsparung beim Treibhausgas (Kohlendioxid) pro Jahr bei kommunalen Gebäuden mit 134 Tonnen, bei privaten Haushalten mit 3475 Tonnen, beim Gewerbe mit 2145 Tonnen und beim Verkehr mit 277 Tonnen möglich werden. Insgesamt bedeutet dies eine jährliche Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes von 6031 Tonnen. Im Vergleich zum Ausstoß von 2013 (46 360 Tonnen) bedeutet dies eine Reduzierung um 13 Prozent.

Autor: Klaus Fischer