Saisonstart

Europa-Park investiert 30 Millionen Euro in diese Sommersaison

Klaus Fischer

Von Klaus Fischer

Fr, 23. März 2018 um 09:42 Uhr

Südwest

Der Europa-Park starte am Samstag in seine 44. Sommersaison: 30 Millionen hat der Freizeitspark in Rust dafür investiert. Die neue Achterbahn "Can-Can-Coaster" wird erst zum Sommer fertig.

Der Sommer lässt noch auf sich warten, den Europa-Park kümmert es nicht. Traditionell startet der Freizeitpark eine Woche vor dem Osterfest in die Sommersaison, mag die Quecksilbersäule auch noch so beharrlich an der Null-Grad-Marke festsitzen. 30 Millionen Euro hat der Park für diese Sommersaison, die inzwischen 44., in neue Attraktionen und ins Facelifting bestehender investiert. Die wohl spektakulärste Einzelinvestition darunter: der Can-Can-Coaster, der die Kult-Achterbahn Eurosat ersetzen wird. Derzeit wird an ihm noch gebaut, erst wenn echter Sommer ist, soll er fertig sein.

Im Sommer soll der Can-Can-Coaster fertig sein

Der neue Can-Can-Coaster, wie seine Vorgängerin eine Dunkelachterbahn im Innern der Silberkugel, steht zugleich für einen umfangreichen Relaunch des französischen Themenbereichs. Der Zugang zum Can-Can-Coaster soll einmal in die Welt des Pariser Varieté-Theaters Moulin Rouge entführen. Um den Original sehr nahe zu kommen, ist der Park eigens mit dem Varieté-Theater eine Kooperation eingegangen.

Auch im "Vorgarten" der Silberkugel haben Planer und Handwerker in den zurückliegenden zehn Wochen zwischen Winter- und Sommersaison Hand angelegt. Ein Bistro-Boot Liberté schwimmt inzwischen im kleinen See, die Häuserfassaden drum herum wurden geliftet, und in unmittelbarer Nachbarschaft zum Place de l’Amitié entstand Madame Freudenreichs Curiosités (zuvor Universum der Energie) in typischer elsässischer Fachwerkoptik.

Mag zu dieser Saison der Relaunch des französischen Themenbereichs auch optisch am meisten ins Auge stechen, der emotionale Höhepunkt für Tausende deutschsprachiger Besucher wird wohl eher eine überschaubare Familienbahn im deutschen Themenbereich sein. "Eine Insel mit zwei Bergen und dem tiefen weiten Meer. Mit viel Tunnels und Geleisen und dem Eisenbahnverkehr." Eine ganze Generation hatte dieser Titelsong Samstagnachmittag in den 1960er und 1970er Jahren vor die TV-Geräte gerufen, wenn sich dann die Bühne der Augsburger Puppenkiste öffnete und Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer im Führerhaus der dicken Emma über Lummerland tuckerten. Die Vorlage für den Straßenfeger lieferte Kinderbuchautor Michael Ende. Der Kinderbuchklassiker erlebt gerade eine Renaissance, unter anderem auch als Kinofilm. Am 29. März soll der Film mit Henning Baum (Lukas) und Solomon Gordon (Jim) in die deutschen Kinos kommen.

Kinderbahn Old 99 wird zu Lummerland

Eine Wiedergeburt feiern Jim Knopf, Lukas und Emma auch im Europa-Park. Dort wo einst Kinder auf kleinen Flitzern der "Old 99-Bahn" ihre Runden drehten, ließ der Park Lummerland entstehen – mit zwei Bergen, Tunnels, Emma und dem Schloss von König Alfons, dem Viertel-vor-Zwölften. Zur ersten Fahrt mit der Bahn am Mittwochabend waren eigens Roman Hocke, Lektor und Freund Michael Endes und Verwalter des Erbes des Kinderbuchautors, und Lukas-Darsteller Henning Baum nach Rust gekommen. Etwa eine Million Euro hat der Park in die neue Attraktion investiert, die ein erster Schritt einer längerfristig angelegten Kooperation mit der Erbengemeinschaft Michael Ende sein soll, erklärte Europa-Park-Geschäftsführer Michael Mack, der die Zusammenarbeit mit Roman Hocke eingefädelt hatte, am Rande der Saisoneröffnungspressekonferenz am Donnerstag.

Mit Paddington, dem knuffeligen (Teddy-)Bär aus der englischen Filmkomödie, hat zur Sommersaison ein zweiter Liebling der Kinder einen besonderen Status. Ihm ist eine eigene Ice-Show gewidmet. Die Eingangsszene stellt seine Ankunft in London am Bahnhof Paddington dar, zugleich ein Dokumentiert für die Detailverliebtheit des Europa-Parks. Auf der großen Anzeigetafel mit den Abfahrtszeiten zu den bekannten Bahnhöfen des Vereinigten Königreichs (Beispiel: Victoria-Station oder Bristol) findet sich auch "Ringsheim, Departure 10.48". Womit zugleich auch die Spekulationen neue Nahrung erhalten, dass, sollte sich Ringsheim einmal vom Bahnhalt zum Bahnhof entwickeln, der direkte Schienenanschluss zum Europa-Park ein nächster Schritt sein könnte (siehe auch "Land und Region").

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