Künftiger Wasserpark

Europa-Park: Neues Hotel ähnelt der Hamburger Speicherstadt

Klaus Fischer

Von Klaus Fischer

Fr, 15. April 2016 um 14:25 Uhr

Rust

Der Bauantrag für das neue Europa-Park-Hotel auf dem Areal des künftigen Wasserparks in Rust ist durch. Der Bau ähnelt in der Fassadengestaltung und Bauart der Speicherstadt in Hamburg.

RUST/RINGSHEIM. Den Leuchtturm haben die Ruster schon, in ein paar Monaten wird ihnen mit Blick nach Osten und etwas Fantasie der Eindruck erweckt, als wären Meer und Ozean nicht weit. Denn die Gebäudefront des neuen Europa-Park-Hotels in östlicher Ortsrandlage, das sich wie ein Band zwischen Ort und Wasserpark schieben wird, erinnert in Architektur und Fassadengestaltung (Backsteinbau) der Speicherstadt in Hamburg, dem Tor zur Welt.

In der öffentlichen Sitzung des Tourismus-Zweckverbands Ringsheim/Rust am Donnerstag lag der Bauantrag fürs sechste Europa-Park-Hotel vor. Immerhin: Einen Eindruck der Außenfassade nahmen das gute Dutzend Zuhörer im Ruster Bürgersaal mit nach Hause.

Die Vorstellung des Bauantrags durch die Verbandsspitze – Rusts Bürgermeister Kai-Achim Klare – war in kaum mehr als fünf Minuten erledigt. Er war dem Gremium auch nur zur Kenntnisnahme vorgelegt. "Das Tempo mag jetzt den einen oder anderen überraschen, aber über Monate haben Zweckverband, Genehmigungsbehörden und Europa-Park als Investor ein e Mammutarbeit bei der Erstellung des Bebauungsplans für die 46 Hektar große Fläche hinter sich gebracht. Sie dürfen davon ausgehen, dass der Bauantrag vollumfänglich den Vorgaben im Bebauungsplan Wasserpark entspricht," erläuterte Klare.

Im Stil der Speicherstadt entsteht ein Hotel für 1200 Gäste

Das gesamte Wasserpark-Projekt des Europa-Park mit Hotel und Wasseraktionshalle in östlicher Ortsrandlage zu Rust – im Dreieck zwischen den Stromfernleitungen – ist mit einem Investitionsvolumen von mindestens 140 Millionen Euro das derzeit größte private Vorhaben zwischen Karlsruhe und Basel. Der Bauantrag für die Aktionshalle soll noch vor den Sommerferien gestellt werden, derweil liegt der Bauantrag für das Hotel-Projekt seit der ersten Märzwoche beim Kreisbaumeister.

Nach den Plänen des Karlsruher Architekturbüro Archis, das schon bei der Planung des Bell-Rock-Hotels federführend war, wird in der nordwestlichen Ecke des Wasserpark-Areals und etwa 40 Meter östlich der Fernleitung der Hotelkomplex hochgezogen. Im Stil der Hamburger Speicherstadt entsteht ein Hotel mit 304 Zimmern und Suiten für rund 1200 Gäste. Es liegt damit in der Kapazität zwischen dem Colosseo (346 Zimmer) und dem Bell Rock (224 Zimmer). Zur Anlage dazu gehören ein Gastronomiebereich mit Fine Dining und Bar, ein Konferenzbereich sowie ein Shopbereich. Gleichzeitig mit dem Hotelbau wird auch das sogenannte Brunnenhaus erstellt. Über dieses Brunnenhaus soll in einer ersten Phase die Wasserversorgung für das Hotel wie auch der Badelandschaft in der Halle und im Außenbereich gesichert werden.

Lagunenbereich soll Hafenatmosphäre erzeugen

Westlich des Hotelkomplexes, das aus mehreren bis zu siebenstöckigen miteinander verbundenen Einzelgebäuden bestehen wird, wird ein Parkplatz für die Hotelgäste unter der Hochspannungsfernleitung entstehen, der über den äußeren Ring ans Straßennetz (Autobahnzubringer beziehungsweise Ritterstraße) angebunden ist. Östlich des Hotels wird zum Wasseraktionshalle hin entsteht eine Art Lagunenbereich, der Hafenatmosphäre erzeugen soll. Hotelanlage und Wasserpark-Aktionsbereich werden dann über eine eiserne Fußgängerbrücke – auch hier fühlt sich der Betrachter nach Hamburg versetzt – miteinanderverbunden. Auch diese Brücke und der Lagunenbereich sowie Parkplatzanlage sind Bestandteil des Bauantrags. Im Sommer 2018 will der Europa-Park das Hotel eröffnen, wenige Monate später sollen dann auch die Attraktionen im Wasserpark eingeweiht werden.

"An Kosten und Bauzeit werden wir uns sicher nicht an der Elbphilharmonie orientieren." Michael Kreft von Byern
Ob das Herzstück des Wasserparkareals, die große Halle mit vielen Wasserspielattraktionen wie Surfen, Rafting, Wellenpool, sich einmal auch der Hamburger Elbphilharmonie baulich anlehnen wird, war am Rande der Sitzung von Michael Kreft von Byern, dem Beauftragten der Europa-Park-Geschäftsführung und Kommunikator des Projekts nicht zu erfahren. Kreft von Byern meint: Nur eines ist sicher: "An Kosten und Bauzeit werden wir uns sicher nicht an der Elbphilharmonie orientieren."

Schon seit Wochen im Gang sind die Arbeiten zur Schaffung der Infrastruktur mit Anschluss ans Abwassernetz sowie der künftigen Verkehrsführung für Bus, Auto, Fahrrad und Fußgänger (siehe Infobox).

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