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13. September 2017

Mit gezielten Vulkanausbrüchen gegen den Klimawandel

Förderverein Science und Technologie lässt in der Kulturakademie talentierte Jugendliche sich entfalten / Eine Woche experimentieren, tüfteln, Visionen entwickeln.

RUST (fi). Ein Vulkan gezielt zum Ausbruch bringen, damit die in die Atmosphäre ausgeworfenen Staubpartikel das Sonnenlicht reflektieren und so die Erderwärmung gedrosselt wird. Oder: Einen riesigen Sonnenschirm im Orbit installieren und damit die Erdpole beschatten und so das Abschmelzen der Gletscher verhindern. Zwei Ideen um den Klimawandel aufzuhalten. Zwei Visionen von zwölf- und 14-jährigen Schülern. Sie sind Teilnehmer an der Kulturakademie der Stiftung Kinderland und verbringen eine "Kreativwoche" im Europa-Park.

"Diese Jugendlichen bringen allesamt besondere Begabungen mit. Es sind besondere im Schulfach MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, die Red.). Und diese Talente wollen wir früh fördern", erklärt Joachim Lerch, Vorsitzender des Fördervereins Science und Technologie, das Kredo des Projektes. Ausprobieren, tüfteln, erfinden, Berührungsängste abbauen – das sind Begriffe, die Lerch immer wieder einwirft, wenn er erklärt, was die jungen Talente umtreibt. Das reicht vom Theaterworkshop, über den Besuch der ESA (European Space Agency) in Darmstadt, einem Workshop im Labor bei Novartis in Basel bis zur Versuchsreihe am Institut für Mikrosystemtechnik der Universität Freiburg. "Die Jugendlichen sind einfach hungrig nach Neuem. Und es ist faszinierend zu erleben, wie sie an Neues und Unbekanntes herangehen", gerät Joachim Lerch fast ins Schwärmen.

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Als besonders eindrucksvoll erlebt Lerch die Teamarbeit in dieser Woche. "Das ist auch ein wichtiger Baustein für die Jugendlichen später im Berufsleben", sagt er und schreibt es den Sechs- bis Zehntklässler bei der Abschlussveranstaltung im Europa-Park hinter die Ohren. Kommunikation sei im Kommunikationszeitalter wichtig, ebenso wichtig sei aber auch ein kritisches Denken. "Ihr seid alle im Internet zu Hause, aber es wird über dieses Medium auch viel Unsinn in Umlauf gebracht, deshalb müsst ihr die Nachricht nach ihrer Glaubwürdigkeit prüfen", sagt Lerch. Dass Lerch durchaus verstanden wird, zeigt der Zwischenruf des 13-jährigen Felix aus Heilbronn: "Das ist so wie bei den Verschwörungstheorien zur ersten Mondlandung, worüber wir bei der ESA gesprochen haben".

Was die Jugendlichen, Lerch sieht in ihnen die Forscher von morgen, über die Tage am meisten bewegt, sind die Ursachen des Klimawandels und Möglichkeiten, der Erderwärmung gegenzusteuern. Sie diskutieren, ob die Gefahr von der Anhebung des Meeresspiegels durch die Gletscherschmelze an den Polen oder die Wetterextreme mit Hurrikans oder Tornados wie sie gerade in der Karibik erlebt werden nicht dadurch ausgeglichen wird, dass es womöglich in ein paar Jahren möglich wird, in Grönland Gemüse und Obst anzubauen. Und sie entwickeln Visionen und Ideen, wie der Erderwärmung Herr zu werden ist. Beispiel: Von Menschen manipulierte Vulkanausbrüche oder riesige Sonnenschirme im All.

Irgendwie werden die Szenerie beobachtende Erwachsene das Gefühl nicht los, dass hier gerade begonnen wird, solche Utopien in der übernächsten Generation Realitäten folgen zu lassen.

Autor: fi