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04. März 2016 14:40 Uhr

Weg für Wasserpark-Projekt des Europa-Parks ist frei

Seit Donnerstag ist der Bebauungsplanfür das 46 Hektar großer Areal, auf dem Europa-Park für 140 Millionen Euro einen Wasserpark mit Hotel errichten will beschlossen. In einer Bürgerinfo am 19. Juli sollen Details vorgestellt werden.

  1. Foto: Europa-Park

RUST/RINGSHEIM. Planungsrechtlich hat das Wasserpark-Projekt am Donnerstag die letzte Hürde genommen. Der Tourismus-Zweckverband Ringsheim/Rust hat den Bebauungsplan für das 46 Hektar große Gelände östlich von Rust beschlossen. Damit ist der gesetzliche Rahmen für die zu erstellende Infrastruktur und die baulichen Anlagen gesetzt. Jetzt sind die Planer des Europa-Parks am Zug. Dort hält man sich mit der Präsentation von konkreten Entwürfen derzeit noch bedeckt. Erst bei einer Bürgerinfoveranstaltung am 19. Juli soll das eine oder andere Geheimnis gelüftet werden.

Ende Februar sei bei der Baurechtsbehörde der Bauantrag für den Hotelkomplex am Westrand des Wasserpark-Geländes eingereicht worden, Ende dieses Monats sollen die Antragsunterlagen für die Attraktionshalle, Herzstück der 140-Millionen-Euro-Investition, folgen, erklärte Michael Kreft von Byern, der Beauftragte der Europa-Park-Geschäftsführung für das Projekt. Rein formal kann der Bauantrag des Hotels erst jetzt, nach dem Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan, von den Baubehörden bearbeitet werden.

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Dass der Europa-Park derzeit mit den Plänen für Hotel und Attraktionshalle noch Öffentlichkeit scheut, erklärte Kreft von Byern in der Sitzung mit den jüngsten Erfahrungen. Denn schon in dieser Phase seien Details der Planung bei Mitbewerbern der Branche bekannt geworden, was nicht im Sinne des Investors sei. Auch bei den Baurechtsbehörden und den politischen Gremien würden deshalb die Bauanträge nicht öffentlich begutachtet. Erste Details will der Europa-Park erst im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung am 19. Juli präsentieren. Derzeit werde bei Mack-Solution, der von Michael Mack geführten Denkfabrik für neue Themenbereiche, an der Gestaltung und Anmutung der Attraktionen (Wasserrutschen, Wildwasserbahn, Surfarena, Wellenbad und anderes)gearbeitet. Beim Hotel arbeitet der Europa-Park mit dem Karlsruher Architekturbüro Archis zusammen, mit dem auch schon das Hotel Bell Rock umgesetzt wurde. Auch das Hotel ist wieder als Themenhotel geplant worden.

Abrissarbeiten am Hurster Hof beginnen

Sichtbares Zeichen dafür, dass das Projekt von der Planungsphase bereits in die Umsetzungsphase wechselt sind die Arbeiten an der Abwasserleitung, mit denen vor etwa zwei Wochen begonnen wurde. Auch mit den Abrissarbeiten des Hurster Hofs im Zentrum des Wasserpark-Geländes, an dessen Stelle einmal die Wasserattraktionen gebaut werden, stehen in der kommenden Woche an. Die Baumgruppen rund um die ehemaligen Wirtschaftsgebäude sind bereits gefällt.

Unterdessen seien seit Wochen auch mehrere Test am Laufe, erklärte Kreft von Byern am Donnerstag vor der Zweckverbandsversammlung. So würden derzeit in Kanada Materialtest mit einem sogenannten GfK-Werkstoff, einem glasfaserverstärkten Kunststoff durchgeführt, der in verschiedenen Attraktionen verwendet werden soll. Tests laufen derzeit auch in der Wasseraufbereitungsanlage des Hotels El Andaluz. Mit dem gleichen Systemsollen einmal das Wasser in Hotel und Wasserattraktionen aufbereitet werden und den Einsatz von Wasser, Chemikalien und Energie reduzieren helfen. Auch bei der Planung im Straßenbau arbeite der Europa-Park mit Behörden, Planern und ausführenden Firmen derzeit an einem Konzept, wie die Straßeninfrastruktur so erstellt werden kann, dass die Verkehrsströme sowohl auf dem Autoanzubringer (Kreisstraße) als auch auf der Ritterstraße nur wenig tangiert werden.

An der Zeitschiene halte der Europa-Park unbeirrt fest, so Kreft von Byern. Bis Mitte des Jahres sollen die Baugenehmigungen vorliegen, das Hotel dann im Sommer 2018 und die Wasserattraktionen (Indoor) im Herbst des gleichen Jahres eröffnet werden.

Die Voraussetzung dafür, dass der Europa-Park jetzt in die Phase der Umsetzung des Wasserpark-Projektes einsteigen kann, hatte die Delegierten der Gemeinden Ringsheim und Rust in der Tourismus-Zweckverbandsversammlung zuvor mit dem Beschluss des Bebauungsplan – bei einer Gegenstimme von Elke Ringwald (Rust, ABFR) – geschaffen. Lioba Fischer vom Freiburger Planungsbüro Fischer und Landschaftsplaner Gerhard Babik hatten zuvor noch einmal Details des Bebauungsplanes und die Kommentierungen und Einwände aus der Offenlage erläutert. Von Rusts Bürgermeister Kai-Achim Klare, zugleich Verbandsvorsitzender, wurde in der Anmoderation insbesondere darauf abgehoben, dass es in der Offenlage keine Einwände von privater Seite gegeben habe, was für den Beteiligungsprozess mit mehreren Infoveranstaltungen zu unterschiedlichen Themenkomplexe spreche. Klare: "Unsere Bürgerbeteiligung hat offenbar funktioniert".

Autor: Klaus Fischer