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30. März 2017

Jechtingen

Gesangverein „Sponeck“ und Gastchor aus Schuttern begeistern bei Kirchenkonzert

Jechtinger Gesangverein "Sponeck" und der Gastchor aus Schuttern begeistern bei Kirchenkonzert / Soloeinlagen von Ludwig Fluck.

  1. Jechtingen. Die Gesangvereine „Liederkranz“ (Schuttern) und „Sponeck“ (Jechtingen) beim Chorvortrag. Am Klavier, Matthias Burger. Foto: Roland Vitt

SASBACH-JECHTINGEN. Zwei Dirigenten, zwei stimmgewaltige Chöre und der Tenor-Solist Ludwig Fluck – all das bot das Kirchenkonzert des Gesangvereins "Sponeck" unter der Gesamtleitung von Roland Löffler am Sonntagabend in der mit rund 150 Zuhörern besetzten katholischen Pfarrkirche St. Cosmas und St. Damian in Jechtingen.

Rund eineinhalb Stunden lang brillierten der Gesangverein "Liederkranz" Schuttern (Leitung Ludwig Fluck) und der Gesangverein "Sponeck", Jechtingen (Leitung Roland Löffler) mit insgesamt 15 großartigen Werken, mal jeder Chor für sich, mal beiden Chöre zusammen. Die Zuhörer spürten dabei die gemeinsame Freude am Gesang. Die Lieder passten zur Vorbereitung auf das Osterfest. Solotenor Ludwig Fluck hätte mit den Liedern "Ave Maria" von Franz Schubert und "Er weidet seine Herde" aus "Der Messias" von Händel den Besuchern keine größere Freude bereiten können. Dank der guten Akustik der Pfarrkirche waren auch die leisesten und feinsten Töne in den hinteren Bankreihen noch gut zu hören. Petra Eha führte durch das Programm.

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Mit der Macht von fast 80 Stimmen eröffneten die Chöre Schuttern und Jechtingen das Konzert mit "Die Himmel rühmen" von Beethoven, ein Teil des Liederzyklus "Sechs Lieder von Gellert" für Singstimme und Klavier. Beethoven vertonte dabei das im 18. Jahrhundert von Christian Gellert geschriebene gleichnamige Gedicht. Erst durch die Bearbeitung von Joseph Dantonello für vierstimmig gemischten Chor, Orgel und Orchester wurde es eines der bekanntesten geistlichen Lieder für Chorgesang.

Das folgende "Panis Angelicus", lateinisch für "Engelsbrot", von César Franck gehört mittlerweile zum Standardrepertoire vieler Tenöre und wegen seiner schönen Harmonien zu einem beliebten Gesang bei Hochzeitsfeiern geworden. Zum Abschluss des ersten Teils des Konzertes erklang "Die Himmel erzählen" aus einem Oratorium von Joseph Haydn. Es thematisiert die Erschaffung der Welt, wie sie in der Genesis (1. Buch Mose) der Bibel erzählt wird.

Jetzt durfte die Sängerinnen und Sänger beider Chöre pausieren und dem Tenorsänger Ludwig Fluck und dem "Ave Maria" lauschen, ein häufig in besonderen Gottesdiensten gesungenes Werk.

Den dritten Teil des Programms bestritten die Jechtinger Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Roland Löffler mit dem Kyrie aus "Missa Festiva" des zeitgenössischen amerikanischen Komponisten und Kirchenmusikers John Leavitt. Seine "Missa Festiva" wird als eine der wichtigsten Chorwerke unserer Zeit betrachtet. Es folgten "Du großer Gott" von John Leavitt und der Titel "Gott nahe zu sein, ist mein Glück".

Nachdem Tenor Ludwig Fluck "Er weidet seine Schafe" zum Besten gegeben hatte, war im vierten Konzertblock mit den Liedern "Lobgesang" (D. Bortnjanski), "Der 150. Psalm" (Theodor Munz), "Frieden dieser Welt" (Otto Groll) und "Ambrosianischer Lobgesang" (E. Gebhardt) der Chor aus Schuttern unter der Leitung von Ludwig Fluck an der Reihe. Das Stück "Lobgesang" (Schuttern) stammt aus der Feder von Dimitri Bortnjanski, einem russischen Komponisten mit großem Einfluss auf die Entwicklung der deutschen Kirchenmusik. "Der 150. Psalm" bildet den Abschluss aller Psalmen und wird auch als Schluss Halleluja bezeichnet. Der Psalm ruft zum Lob Gottes und seiner Taten auf.

Noch einmal standen beide Chöre gemeinsam auf der Kirchenbühne. Stimmgewaltig sangen sie das "Vater unser" (Gotthilf Fischer) und "Alles, was Odem hat" (Friedrich Silcher). Silcher gilt als einer der wichtigsten Protagonisten des Chorgesangs und arrangierte zahlreiche Chorsätze von deutschen und internationalen Volksliedern, die heute noch zum Grundrepertoire vieler Gesangvereine gehören.

Der Konzerteintritt war frei. Am Kirchenausgang standen aber Spendenkörbe, in die jeder sein "Scherflein" hineingeben konnte.

Autor: Roland Vitt