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01. September 2010 10:28 Uhr

Hochzeits-Run

Hochzeitsfotos vor dem Schloss Bürgeln nur gegen Bares

Schloss Bürgeln mit seinem alten Baumbestand und traumhaften Blick zieht viele Hochzeitspaare an – zum Heiraten, aber auch nur als Kulisse für die Hochzeitsfotos. Weil es bei letzterem immer wieder zu Ärger kam, hat die Schlossverwaltung seit einigen Wochen klare Regeln aufgestellt.

  1. Zu beliebt: Hochzeitsfotos im Schlosspark Foto: Schloss Bürgeln

Hochzeitsfotos dürfen nur unter der Woche gemacht werden, nur gegen Voranmeldung – und gegen eine Spende von 100 Euro für den Bürgelnbund. Nicht alle haben dafür Verständnis.

Der schönste Tag im Leben eines Paares – das soll die Hochzeit sein. Klar, dass Paare diesen Tag auch ausgiebig dokumentieren wollen. Und zwar an einer besonders schönen Stelle, wie etwa dem Park von Bürgeln. Auch ein Paar aus Schliengen wollte das am Hochzeitstag tun, wie die Brautmutter in einem Brief an die BZ schreibt. Zu fünft fuhr die kleine Gesellschaft am Samstagmorgen zum Schloss, um dort Fotos zu machen.

Man habe sich vorher erkundigt, ob der Rosengarten für die Allgemeinheit geöffnet sei. Schlossdirektor Ehrenfried Kluckert habe die Gruppe dennoch mit Vehemenz rausgeworfen. Bei einem Anruf bei der Gemeinde wurde der Brautmutter bestätigt, dass Brautpaare einen Beitrag von 100 Euro zahlen müssen. Gerecht findet sie das nicht – schließlich müssten andere Gesellschaften nichts zahlen.

Regeln hängen aus

Tatsächlich ist das Fotografieren von Hochzeitsfotos im Schlosspark seit einigen Wochen reglementiert. Die Regeln wurden am Schloss ausgehängt, sagt Schlossdirektor Ehrenfried Kluckert, sie sind auch auf der Homepage nachzulesen. Hochzeitsfotos, heißt es dort, sind von Montag bis Freitag möglich, aber nur gegen Voranmeldung und gegen eine Spende von 100 Euro, für die es auch eine Spendenbescheinigung gibt. Ausgenommen davon seien Paare, die sich im Schloss trauen lassen.

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Schlossdirektor Kluckert erklärt die Notwendigkeit der neuen Regelung auch mit der Erfolgsgeschichte von Heiraten auf Schloss Bürgeln: Um ein Viertel sei die Zahl der Hochzeiten in der Schlosskapelle in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, schätzt Kluckert. Von Mai bis Oktober sei das Schloss mittlerweile am Wochenende ausgebucht mit Hochzeiten.

Zum Teil geben sich drei Paare an einem Wochenende auf dem Schloss das Jawort, so Kluckert. Nach der Trauung findet meist noch ein Sektempfang im Park statt, die Paare mieten das Schloss für diese Zeit. Deshalb sei der Park samstags meist ab 11 oder 14 Uhr für die Öffentlichkeit geschlossen – bei Freitagshochzeiten entsprechend auch am Freitag. Meist komme das Hochzeitpaar auch am Morgen vor der Trauung schon in den Park, um Fotos zu machen.

Bitte um eine Spende

Mittlerweile häuften sich die Anfragen wegen Hochzeitsfotos im Park, so Kluckert. "Grundsätzlich gerne, aber nicht am Wochenende" – das sei die Regel. Denn wenn im Schloss eine Hochzeit stattfinde, gehe es natürlich nicht, dass noch andere Bräute im Park seien, meint Kluckert. Einen Termin zu vereinbaren, sei deshalb schon lange Usus, ebenso die Bitte um eine Spende. Man habe auch immer eine bekommen.

"Das ist bisher wunderbar gegangen – die Hochzeitspaare haben sich gefreut und wir auch." Doch in letzter Zeit habe es überhand genommen, dass Paare und Fotografen einfach so in den Park gekommen seien. Kluckert erinnert sich an eine ausländische Gruppe mit fünf Brautpaaren, die trotz des Hinweises auf eine geschlossene Gesellschaft und Durchfahrverbots mit den Autos in den Schlosshof gefahren sei.

Wichtig ist dem Schlossdirektor deshalb der Hinweis, dass Schloss Bürgeln eben nicht öffentlich, sondern im Privatbesitz des Bürgelnbundes ist, der auch den Erhalt des Schlosses finanzieren muss. Auch Autozeitschriften oder Mode-Fotografen nutzten Bürgeln gerne als Kulisse, auch sie müssen zahlen, so Kluckert. Auch bei Hochzeitsfotografien sei das nun eben der Fall, so Kluckert. Private Fotografien zu anderen Gelegenheiten sind dagegen weiterhin frei.

Autor: Katharina Meyer