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13. Januar 2011

Vorbeugen mit Tätowierung und Chip

Immer wieder verschwinden im Markgräflerland Katzen / Nur Besitzer registrierter Tiere können leicht ausfindig gemacht werden.

  1. Katzen sind viel unterwegs ? und leider kann ihnen dabei auch einiges passieren Foto: fotolia.com/Alex Krylov

MARKGRÄFLERLAND. Für jeden Katzenbesitzer ist es ein Grauen, wenn sein Vierbeiner nicht mehr nach Hause kommt. Mehrere Katzen verschwanden im vergangenen Jahr auch im Markgräflerland. Während über die Gründe nur spekuliert werden kann, ist eines sicher: Der wirksamste Weg, um über das Schicksal der eigenen Katze informiert zu werden oder sie gar wieder zu finden, ist, sie mittels Chip und Tätowierung kennzeichnen und dann registrieren zu lassen. Dazu rät auch der Tierschutzverein Markgräflerland.

Gründe dafür, dass Katzen verschwinden, kennt Anja Roth vom Tierschutzverein Markgräflerland viele. Die kleinen Raubtiere werden überfahren, verletzen sich beim Streunen oder suchen sich ein neues Zuhause. Manche vermisste Katze mag auch auf das Konto eines Katzenhassers in der Nachbarschaft gehen, mutmaßt Roth. Etwa im Fall einer Frau aus der Region, die im Laufe des vergangenen Jahres ihre vier Katzen verloren hat.

Hartnäckig halten sich Gerüchte, dass Tierfänger mit dem Verschwinden von Katzen zu tun haben könnten. Es gebe immer mal wieder Hinweise, dass der Katzenklau umgehe, sagt Joachim Langanky, der Polizeisprecher des Reviers Lörrach. Man könne das nicht ausschließen, aber man habe es auch in keinem einzigen Fall nachweisen können. Auch beim Polizeiposten Markgräflerland in Kandern kennt man das Gerücht, dass die Eimer, die zu Kleidersammlungen aufgestellt werden, zum Katzenklau missbraucht würden. Dem sei man sogar nachgegangen, heißt es dort, aber da sei nichts. Auch Anja Roth hat die Eimer schon einmal untersucht. Harmlos, meint sie. Das Katzenfangen mittels eines Eimers hält sie auch für nahezu unmöglich, denn ein Katzenlockmittel gebe es nicht. Der Deutsche Tierschutzbund habe aber Hinweise darauf, dass es möglicherweise Trittbrettfahrer gebe, dort wo Eimersammlungen gemacht würden. Zum Tierfang allgemein meint sie: "Dass etwas im Busch ist, glaube ich auch", sagt Roth. "Es ist schon so, dass immer mal wieder auffällig viele Katzen aus einer Gegend verschwinden." Im vergangenen Jahr seien etwa am letzten Aprilwochenende in Schliengen, Auggen, Liel und Hertingen auffällig viele Katzen verschwunden. Im Mai seien in Ballrechten, Wettelbrunn und Heitersheim sieben Katzen an einem Wochenende vermisst gemeldet worden. Üblich sind für Roth zwischen zwei und sieben vermisste Katzen pro Woche im Einzugsgebiet des Tierschutzvereins.

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Was Roth ebenfalls stutzig macht, ist diese Beobachtung: "Auffällig oft tauchen tätowierte und gechipte Katzen in Grenznähe auf, die dort nicht hingehören." Meist in Nähe der Autobahn, etwa in Neuenburg an der Schrebergartenanlage sowie in Hartheim am Baggersee oder der Autobahnraststätte. Etwa 10 bis 15 Katzen pro Jahr werden dort fern ihres Heimatortes gefunden, sagt sie. Zwei der rund um Schliengen vermissten Katzen seien später in Wettelbrunn wieder aufgetaucht, eine ist mit Genickbruch bei Heitersheim in den Reben gefunden worden.

Katzenfang mache in Deutschland aber wenig Sinn, sagt die Fachfrau. Denn es gebe in Deutschland starke Auflagen für Tierversuche, die Tiere würden dafür in der Regel eigens gezüchtet. Für Frankreich will Roth ihre Hände aber nicht ins Feuer legen. Dennoch warnt sie vor Panikmache: "Viele Katzen verschwinden von selbst." Gerade überfahrene Katzen werden oft nie mehr gefunden.

Um von einer gefundenen Katze auf den Besitzer schließen zu können, ist eine Kennzeichnung des Tieres wichtig. Was viele laut Roth nicht wissen: Es reicht nicht, eine Katze zu tätowieren oder mit Chip zu versehen. Die Tiere müssen dann auch registriert werden. "Von zehn gekennzeichneten Katzen sind nur zwei bis drei richtig registriert, so dass für uns nachvollziehbar ist, wer der Besitzer ist", moniert Roth. Bei den Katzen, die hier in der Gegend tätowiert wurden, hilft Roth oft die eigene Expertise weiter: Sie kennt die Kürzel der Tierärzte und kann die Tätowierung so zuordnen. Das ist nicht nur die reinste Detektivarbeit, sondern jedes Mal auch "eine Riesentelefoniererei".

Bei einigen Funden braucht Roth nicht mehr zum Hörer zu greifen, es sind die für sie schlimmsten Entdeckungen. Etwa die einer Familie am 29. Dezember in den Reben bei Laufen: Sie fand den Kadaver einer misshandelten Katze, der auch der Kopf abgetrennt worden ist. Erst vor drei Monaten hat es einen ähnlichen Fund in Zienken gegeben.

Autor: Katharina Meyer