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20. Juli 2017 21:01 Uhr

Spurensuche

Toter Wolf aus dem Schluchsee stammt aus Niedersachsen

Der tote Wolf aus dem Schluchsee ist nicht wie zunächst angenommen aus der Schweiz gekommen – sondern stammt aus Niedersachsen. Er ist 600 Kilometer gewandert.

  1. Der tote Wolf aus dem Schluchsee stammt aus Niedersachsen. Foto: dpa

Der am 8. Juli im Schluchsee gefundene tote Wolf stammt aus Niedersachsen. Dies berichtete Umweltminister Franz Untersteller von Die Grünen am Donnerstag in einer Debatte zum Thema "Wolfsmanagement in Baden-Württemberg" im Stuttgarter Landtag.

600 Kilometer gewandert

Nach Angaben des Senckenberg-Instituts für Wildtiergenetik handele es sich bei dem Tier um einen von drei Welpen, die im vergangenen Jahr im mehr als 600 Kilometer vom Schluchsee entfernten Schneverdingen in Niedersachsen nachgewiesen wurden. Der Wolf sei unter dem Kennzeichen GW 630 M registriert und der zentraleuropäischen Flachlandpopulation zuzurechnen.
Der tote Wolf aus dem Schluchsee wird derzeit in Berlin obduziert. Mehr dazu hier.

Man können an diesem Wolf einiges an Erkenntnissen ableiten. "Die Entfernung zwischen Schneverdingen und Schluchsee beträgt 600 Kilometer Luftlinie", sagte Untersteller. Daran könne man sehen, wie weit diese Tiere wandern, und dies auch in einem so dicht besiedelten Land wie der Bundesrepublik. Der Minister ergänzte: "Und dass es da durchaus auch Chancen für Wölfe gibt, zu überleben."

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In Niedersachsen und Thüringen soll es jeweils um die 100 Wölfe geben, in Brandenburg mehr als 150 Tiere. In Baden-Württemberg, wo der Wolf seit 1847 ausgestorben war, sind seit 2015 vier Tiere gesichtet worden.

Welcher Wolf wurde gesichtet?

Den Erkenntnissen der Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg zufolge war es möglich, dass es sich bei dem toten Wolf um das Tier handelt, das am 21. Juni zuerst in der Gegend von Überlingen am Bodensee gesehen worden war. Danach war der Wolf auch in der Nähe von Stockach, bei Bad Dürrheim und zuletzt am vergangenen Dienstagabend von einem Landwirtschaftsmeisterschüler bei Mäharbeiten auf dem Fahrenberg bei Breitnau gesichtet worden.

Vor rund einem Jahr hatte das Land die Rückkehr des Wolfs in den Südwesten verkündet. Es war die erste Sichtung eines lebenden Wolfs seit mehr als 150 Jahren. Davor waren bei Lahr und bei Merklingen an Autobahnen zwei überfahrene Wölfe gefunden worden.

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Autor: dpa, bz