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26. Februar 2010
84 Prozent Fröhnder gegen Funkturm
Bürgerinitiative "Funkfreies Wiesental" übergab im Gemeinderat 722 Unterschriften.
FRÖHND (kss). Insgesamt 722 Unterschriften gegen die Installation eines TETRA-BOS-Funkturms in Fröhnd hat die Bürgerinitiative "Funkfreies Wiesental" gesammelt. Von diesen 722 Unterschriften stammen 332 direkt von Fröhnder Bürgern. Bei 395 wahlberechtigten Einwohnern ergibt das einen Prozentsatz von 84,1 Prozent der Bevölkerung. Im Gemeinderat übergaben Hubert Diewald und Horst Musik direkt vor Beginn der Sitzung die Unterschriftenliste an Bürgermeister Wiezel.
100 Unterschriften stammen von Einwohnern der Nachbargemeinde Wembach, 290 von Personen aus anderen Gemeinden der Umgebung. "Die Unterschriftenliste spiegelt die Meinung der Bürgerinnen und Bürger wider und soll als Entscheidungshilfe für den Gemeinderat von Fröhnd dienen", heißt es im Beiblatt zur Unterschriftensammlung.
In seinem Sachstandsbericht versuchte Bürgermeister Wiezel zunächst eine möglichst neutrale Darstellung des Für und Wider zu geben. Er sprach die großen Bedenken der Bevölkerung ebenso an wie die Notwendigkeit der neuen, flächendeckenden Einrichtung, wie sie von Bund und Land geltend gemacht wird, um die effektive Arbeit von Behörden, Organisationen und Sicherheitsdiensten zu gewährleisten.
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Der Entwurf eines Überlassungsvertrages für das als Standort gewünschte Grundstück am Ittenschwander Horn und die Fundamente des abgebauten Windrades liegt bereits vor. Die Unterzeichnung dieses Überlassungsvertrags wäre Voraussetzung für den Bauantrag. Sollte, so laut Wiezel die Aussage des Regierungspräsidiums, die Gemeinde Fröhnd der Überlassung nicht zustimmen, würde ein neuer Standort zum Bau von einem oder mehreren Funktürmen in der Nachbarschaft gesucht werden. Das Einrichten von funkfreien Gebieten habe die Landesregierung abgelehnt.
Die gewählten Bürgervertreter nehmen den bekundeten Bürgerwillen ernst. Gemeinderat Georg Zimmermann bemängelte allerdings das Fehlen einer konkreten Alternativplanung. Er argumentierte, eine Ablehnung wäre dann kontraproduktiv, wenn letztlich dadurch statt eines Funkmastes mehrere gebaut würden.
Bürgermeister Wiezel ließ auch die anwesenden Zuhörer zu Wort kommen, um den Gemeinderäten weitere Argumente für ihre Entscheidungsfindung mit auf den Heimweg zu geben. Dr. Michael Sladek bezeichnete die Elektrosensibilität als medizinisch bislang nicht absehbare Zeitbombe, vor allem aber appellierte er an den Rat, sich nicht einfach das demokratische Mandat durch Behördenanordnungen entziehen zu lassen.
Andere Zuhörer wandten ein, die beiden Informationsvorträge zum Digitalfunk, die in der Fröhnder Gemeindehalle stattgefunden haben, hätten sie sehr nachdenklich gemacht und dazu veranlasst, im privaten Bereich mit funkbetriebenen Geräten aufzuräumen. Umso mehr bekundeten sie ihr Unverständnis darüber, dass mit TETRA ein bereits über zehn Jahre altes, technisch längst überholtes System installiert werden soll.
Autor: kss
