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20. Juli 2015

Das Gersbacher Kreuz ist wieder "auferstanden"

Das im März von einem Sturm umgerissene christliche Symbol beim Evangelischen Freizeithaus wurde durch ein neues ersetzt.

  1. In höheren Sphären: Obwohl sich das Evangelische Freizeitheim Gersbach auf über 1000 Meter Höhe befindet, war das Aufstellen des neuen Kreuzes für die Beteiligten schweißtreibende Arbeit. Foto: Werner Störk

GERSBACH. Wer jetzt vom Dorf aus auf den Bergkopf blickt, stellt zufrieden fest, dass wieder alles in Ordnung und das altvertraute Bild wieder vollständig ist. Denn viele Einheimische, aber auch Tagesgäste, vermissten seit dem 31. März auf 1015 Meter Höhe doch ein wesentlicher Bestandteil: das große, weithin sichtbare Holzkreuz des Ev. Freizeithauses.

Was war passiert? Am 31. März fegte in Folge einer ganzen Sturmserie das Orkantief Niklas über weite Teile Deutschlands. Es war einer der kräftigsten Stürme der letzten 20 Jahre. Auf dem Feldberg im Schwarzwald registrierte man Windgeschwindigkeiten von 164 km/h. Auch in Gersbach wütete Niklas mit rund 120 km/h und riss mit seiner ungeheuren Kraft das sehr exponiert stehende Holzkreuz um. Dabei wurde auch der Holzzaun rund um den großen Vorhof des Ev. Freizeithauses niedergedrückt und ein parkendes Fahrzeug beschädigt (wir berichteten).

Für alle Verantwortlichen im Ev. Freizeithaus Gersbach unter der Leitung des Kuratoriumsvorsitzenden Pfarrer Andreas Ströble war es keine Frage, ob, sondern nur wie und wann man das doch mächtige Kreuz ersetzen kann. Der für die Außenanlagen des Ev. Freizeithauses zuständige Hausmeister Willi Greiner nahm Kontakt mit dem Dienstbezirksleiter für den Staatswald und Staatswaldförster Siggi Locher (Hasel) und der Forstliche Ausbildungsstelle Hasel des Landratsamt Lörrach auf – und erhielt zur Freude des Kuratoriums eine Zusage. Um einem künftigen Sturmtief besser zu trotzen, entschloss man sich, nun auf die schon sprichwörtliche fast unerschütterliche Stärke einer deutschen Eiche zu setzen – zudem einer einheimischen vom Metschberg bei Hasel. Unter der fach- und sachkundigen Anleitung der Ausbilder Christoph Göhring und Peter Schneider zimmerten die drei Azubis Frieder Lais, Marc Kiefer und Marec Procopio von der Forstliche Ausbildungsstelle Hasel das über eine Tonne wiegende Kreuz. Dass die Forstliche Ausbildungsstelle Hasel sich immer wieder in solchen speziellen Projekten professionell engagiert, zeigt auch deren schon jahrelanger Hurst-Einsatz an der Schanze von Schlechtbach, die von den Forstazubis alljährlich freigeschlagen wird, um sie so für Besucher begehbar zu halten.

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Mit Patric Schmidt fand man auch ein Forstunternehmer, der mit seiner Forstspezialmaschine den Transport und das Setzen des Holzkreuzes übernahm. Mit viel Fingerspitzengefühl und der tatkräftigen Mitwirkung der erfahrenen Ausbilder wurde das in seinen Ausmaßen beeindruckende neue Kreuz vorsichtig über den ebenfalls neuen Zaun gehievt, der vom stellvertretenden Kuratoriumsvorsitzenden Ernst-Frieder Schmidt bereits angebracht worden war. Bei selbst für Gersbach hochsommerlichen Temperaturen eine schweißtreibende Arbeit – dazu direkt im fast 45 Grad steilen Hang des auf 1015 Meter Höhe liegenden Ev. Freizeithauses. Umso mehr freuten sich die Akteure, im Anschluss an die erfolgreiche Setzung von Marlies Greiner (Dorfladen Gersbach) mit kühlen Getränken und einem kräftigen Vesper belohnt sowie als besonderes Dankeschön mit einem selbstgebackenen Kuchen verwöhnt zu werden.

Autor: Werner Störk