02. Mai 2009

Das unsichtbare Risiko

SCHOPFHEIM (bry). Gut hundert Interessierte harrten bis gegen Mitternacht aus, um sich in Schopfheim über die Risiken von Funkstrahlen informieren zu lassen. An der vom Meta-Institut-Walter und der Arbeitsgruppe Funkfreies DSL organisierten Veranstaltung sprachen der Umweltmediziner Dr. Joachim Mutter und der Funktechniker Ulrich Weiner, der selbst seit Jahren an Elektrosensibilität leidet, über die gesundheitlichen Risiken von Funkstrahlen.

Kleines Gerät, großes Risiko? Die Referenten der Podiumsdiskussion warnten vor der Gefahr, die von Funkstrahlen ausgehen. | Foto: ddp
Kopfschmerzen, Sehstörungen bis zu körperlichen Zusammenbrüchen, wie sie von Ulrich Weiner geschildert wurden, wurden von den Referenten in direkten Zusammenhang zu den ständig intensiver werdenden Belastungen durch Funkstrahlen gesetzt. Joachim Mutter kritisierte die "Verharmlosungs-Strategie" des deutschen Bundesamtes für Strahlenschutz. Er legte Untersuchungsberichte und Stellungnahmen aus dem In- und Ausland vor, die zeigten, dass die Bedenken gegen die Schädigung durch Funkstrahlung deutlich ansteigen. In der von Professor Franz Adlkofer vorgelegten Reflex-Studie, die Joachim Mutter im Detail vorstellte, wurden Zellschädigungen schon durch normale Handystrahlung nachgewiesen. Da gerade bei Kindern die Schädelknochen noch nicht so gehärtet sind wie bei Erwachsenen, sah Joachim Mutter das größte Schädigungspotential bei Kindern und Jugendlichen und warnte vor einer Generation von hirngeschädigten Menschen, wenn man die Langzeitwirkung der Funkstrahlen in Betracht zieht.

Mit Ulrich Weiner kam dann ein Referent zu Wort, der selbst massiv unter Elektrosensibilität leidet, wie er in seinem Vortrag schilderte. Von Kindesbeinen an begeisterter Funkamateur und später als Funktechniker mit eigenem Unternehmen in dieser Branche tätig, erlebte er vor sieben Jahren einen kompletten physischen Zusammenbruch und kann seit dieser Zeit seinen Beruf nicht mehr ausüben.

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Da die Funkstrahlen überall um uns herum sind, muss Ulrich Weiner, wie er mit Fotografien und Filmbeiträgen dokumentierte, in einem abgeschirmten Wohnwagen in einem Funkloch im Schwarzwald leben.

Mit einer Fülle von Detailinformationen warnte Ulrich Weiner nachdrücklich vor den Gefahren von Funkstrahlen, zeigte aber auch, wie die Menschen vorbeugen können. Strahlungen durch Schnurlos-Telefone oder durch W-LAN-Router können verhindert werden, indem man die Telefone abschafft oder die W-LAN-Router abschaltet, wenn sie nicht gebraucht werden.

Das größte Gefahrenpotential sieht auch Ulrich Weiner in den Handys. Da 60 Prozent der Handy-Kunden Kinder und Jugendliche sind, schlummern hier Risiken, die nach Ulrich Weiner nicht abzuschätzen sind. Auf Wunsch der Veranstalter ging Ulrich Weiner auf die Frage der Funk-DSL-Versorgung im Kleinen Wiesental ein. Die dort eingesetzte Lösung sei veraltet und mit deutlichen Risiken behaftet. Als Alternative nannte er eine Lösung mit Glasfaserverkabelung: "Eine solche Lösung ist leistungsfähig, sicher und bewahrt die Menschen und die Landschaft vor Schäden."  

Autor: bry



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