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18. Mai 2013

Der Trägerverein des Cafe Irrlicht hat den Mietvertrag unterschrieben

Einige strittige Punkte konnten doch noch entschärft werden

  1. Noch wächst hier Grün – Wunsch des Irrlichts ist es, dass dieser Bereich gepflastert wird. Foto: Probst

SCHOPFHEIM. In die Café-Irrlicht-Mietdebatte kann Ruhe einkehren. Der Trägerverein Soziokultur e.V. hat das neue Vertragswerk unterschrieben, wie dessen Vorsitzender Jacob Dörflinger mitteilt. Eine "unendliche Geschichte" hat also doch noch ein glückliches Ende.

Hatte sich doch die Diskussion um einen neuen Mietvertrag mehr als ein Jahr hingezogen und war dabei von manchen Misstönen begleitet. Einig wurden sich die Stadtverwaltung als Vermieter und das Café Irrlicht deshalb lange nicht, weil der Vertrag mehrere Punkte beinhaltete, die aus der Sicht des Irrlichts den Weiterbetrieb des linksautonomen Jugendzentrums an der Bahnhofstraße erschwert, ja grundsätzlich gefährdet hätte. So sollten dem Irrlicht unter anderem eine Reihe von Auflagen gemacht werden wie ein Glasflaschenverbot im Irrlicht-Umfeld, die Pflicht zum Sauberhalten der Umgebung und das Verhindern von größeren Menschenansammlungen außerhalb des Gebäudes – verbunden mit der Androhung, dass bei Verstößen sofort scharfe Sanktionen drohen bis hin zur fristlosen Kündigung des Vertrags.

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Immer wieder wurden Gespräche geführt, ohne dass man sich wirklich näher kam. Nach der Gemeinderatssitzung im April aber sei dann ein "sehr konstruktives Gespräch" erfolgt, sagt Dörflinger, mit dem Ergebnis, dass der Verein nun einen nochmals leicht modifizierten Vertrag unterschrieben hat. "Die Punkte, die uns am massivsten gestört hatte, sind jetzt entschärft oder nicht mehr drin." Trotz allem, so Dörflinger, sei das jetzt unterschriebene Werk "nicht unser Wunschvertrag, sondern ein Kompromiss." Einige Auflagen sind weiterhin drin. Auch droht bei Verstößen noch immer eine Mietzuschusskürzung und im Wiederholungsfall eine Kündigung. Entschärft werden konnten aber etwa das Glasflaschenverbot und der Passus mit der Forderung, größere Menschenansammlungen zu verhindern oder aufzulösen. Auch umfasst der Bereich, für dessen Sauberhaltung das Irrlicht Sorge tragen muss, nun beispielsweise nicht mehr wie ursprünglich vorgesehen auch noch fast den ganzen Stadtpark. Und ganz wichtig: Sollte doch nach nach einer Veranstaltung Unrat liegen, muss dem Irrlicht nachgewiesen werden, dass dies auf seine Veranstaltung zurückzuführen ist – ursprünglich war vorgesehen, diese Beweislast umzukehren. Das aber wäre einfach unfair gewesen, erklärt Dörflinger, der darauf hinweist, dass "wir uns ja auch jetzt schon sehr bemühen, dass es sauber und auch sonst alles in Ordnung ist." Nicht ohne Grund seien die letzten Vorfälle, die zu Beschwerden geführt haben, bald zwei Jahre her.

Beim Irrlicht jedenfalls sei man froh, dass die Vertragsdebatte nun ein Ende hat, und richte den Blick nach vorne. Gesprochen worden sei mit der Stadt bereits über einen neuen Fassadenanstrich sowie über eine Pflasterung der Grünfläche beim Streetworkerbüro, um im Außenbereich etwas mehr Platz zu bekommen und (auch) dadurch Gedränge an der Straße besser vermeiden zu können. Bei beiden Arbeiten sei das Irrlicht – wie sowieso generell – gewillt, selber Hand anzulegen. Außerdem sind alle, die das Irrlicht in der Debatte unterstützt haben, zu einer Party unter dem Motto "SAK meets Irrlicht" im Alten Wasserwerk in Lörrach eingeladen.

Partytermin: Samstag, 6. Juli, ab 21 Uhr.

Autor: André Hönig