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10. August 2015

Eine besondere Bühne für Grillkünste

Die Grillstelle des Evangelischen Freizeithauses in Gerbach wurde ehrenamtlich umgebaut und hat jetzt Amphitheater-Flair/ 4500 Übernachtungen pro Jahr.

  1. Grillen auf „offener Bühne“: Mit seinem Amphitheater-Charakter bietet sich die neue Grillstelle jetzt gerade auch für Gruppen an. Foto: Werner Störk

GERSBACH. Vorhang auf für eine neue Attraktion des Evangelischen Freizeithauses: In ehrenamtlicher Arbeit erhielt die Grillstelle den Charakter eines kleinen Amphitheaters – was sie gerade für größere Gruppen nun ideal macht.

Hoch über dem Golddorf Gersbach, am Panoramaweg und direkt am Waldrand gelegen, zeitweise mit einem phantastischen Blick auf die schneebedeckte Bergwelt der helvetischen Alpen und des benachbarten Schweizer Juras sowie das Hochrheintal, bestimmt das Evangelische Freizeithaus mit seinem langgestreckten Korpus und dem weithin sichtbaren großen Holzkreuz die Silhouette der Südflanke des Bergkopfs.

Generationen von Gästen aus nah und fern haben seit Bestehen des Hauses in dem rustikalen Selbstversorgerhaus oft unvergessliche Tage erlebt. Im Jahre 2008 erfolgte die Namensumwidmung vom einstigen Jugendheim zum heutigen Freizeithaus. Es steht konfessionellen wie nichtkonfessionellen Gästen und Gruppen offen.

1954 von der evangelischen Landeskirche erworben, erfordert das große Holzgebäude und das weitläufige Außengelände viel Zuwendung, um alles am Funktionieren zu erhalten beziehungsweise es auch immer wieder durch Innovationen auf einem aktuellen Stand der Technik wie auch der Sicherheit zu halten. Mit durchschnittlich 4500 Übernachtungen pro Jahr ist das Freizeithaus ein wichtiger touristischer Pfeiler für die Gersbacher Infrastruktur, wobei das Haus und dessen besonderer Charme vor allem in ehrenamtlicher Arbeit gepflegt und erhalten werden.

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Nachdem der von Orkan Niklas niedergedrückte Zaun im Eingangsbereich des Hauses von Ernst-Frieder Schmidt – ebenfalls in ehrenamtlicher Arbeit – erneuert worden ist (wir berichteten), stand nun der weitere Ausbau der großen Grillstelle auf dem Plan. Dafür konnten zwei Experten gewonnen werden, die auch in ihrem formalen Ruhestand weiterhin ehrenamtlich aktiv sind: Siegfried Lörracher und Hans Böhmle. Wobei Siegfried Lörracher, einst Maschinenbaumeister, seit seinem 16. Lebensjahr eng mit dem Evangelischen Freizeithaus verbunden ist. Er kennt es aus vielen Arbeitseinsätzen schon 56 Jahre lang und, wie er selbst sagt, wie seine eigene Hosentasche. Wobei er hier oben auch über 15 Jahre lang auch für Jugendfreizeiten verantwortlich zeichnete. Für seine außerordentlichen Verdienste wurde er deshalb 2014 zum Ehrenmitglied ernannt, da viele Aktivitäten und Projekte – die weit über die Region hinauswirkten – von hier aus auch durch ihn ihre ersten Impulse erhielten. Mit der aktuellen Arbeit setzt "Siggi" Lörracher auch symbolisch einen gewichtigen Schlussstein.

Um den Gästen, oft auch Schulklassen und Konfirmanden, eine bequeme Sitzge-legenheit zu bieten, wurden nun in insgesamt rund 100 Stunden die bereits vor-handenen massiven Steinblöcke der Grillstelle mit einer speziellen wetterfesten Oberfläche versehen, die auch visuell den Charakter eines Mini-Amphitheaters (Rundtheater der römischen Antike) unterstreicht.

Jeder Felsquader erhielt seinen ganz speziellen "Maßanzug", damit die Spezialpanelen tadellos aufsitzen. Und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen: Aus der alten Grillstelle (Bild) wurde ein richtiges Schmuckstück – eine echte Bereicherung für das große Freigelände.

Kuratoriumsvorsitzender Pfarrer Ströble dankte Siegfried Lörracher und Hans Böhmerle herzlich für ihre professionelle Arbeit und ihren wertvollen Beitrag zur nachhaltigen Attraktivität des Hauses und betonte, dass ohne solche ehrenamtlichen Helfer eine Einrichtung wie das Evangelische Freizeithaus nicht existieren könnte.

Autor: Werner Störk