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11. Juli 2013

Eine Zeitreise in Gersbach

Exkursion der Museumsgesellschaft am 21. September.

  1. Die idealisiert-idyllische Ansicht trügt – das Leben der ländlichen Bevölkerung im 17. und 18. Jahrhundert war geprägt von Hunger, Krieg, Frondiensten und Willkür. Das wird bei der Exkursion deutlich. Werner Störk Foto: Repro: Werner Störk

SCHOPFHEIM (BZ). Heimatgeschichtler aufgepasst: Nachdem die Teilnehmer der Veranstaltungstrilogie "Auf den Spuren von Vauban" einen spannenden Filmabend sowie eine informative Ganztages-Exkursion nach Alt- und Neu-Breisach erlebt haben, geht es am Samstag, 21. September, als Abschluss dieser Trilogie mit dem Bus in die herbstlichen Wälder rund um Gersbach.

Zuerst geht es nach Todtmoos-Au. Ziel ist dort eine nur sehr selten besuchte Originalschanze aus dem Dreißigjährigen Krieg (festes Schuhwerk, gegebenenfalls Walking- oder Wanderstock), eine der ganz wenigen Festungsanlagen, über die eindeutige schriftliche Belege vorliegen.

Mit historisch verbürgten Geschichten aus den alten Chroniken von Gersbach und Schopfheim wird Werner Störk bewegende Einblicke in das heute unvorstellbar blutige und entbehrungsreiche Alltagsleben der Zivilbevölkerung geben. Anschließend wird noch die rekonstruierte Barockschanze auf dem Scherentann besucht und das Schanzen-System des südlichen Verlaufs der "Vorderen Linie" an konkreten Beispielen der in Sichtweite liegenden anderen acht Linienschanzen erläutert.

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Somit erhalten die Teilnehmer ein umfassendes Gesamtbild der barocken Fortifikation (Festungsbau) - angefangen von den gemauerten Festungsbastionen eines Vauban bis hin zu den reinen Erdwerken der Schanzlinien des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden-Baden.Alternativ – die Entscheidung liegt bei den Teilnehmern – können auch die Schanzanlagen auf dem Mettlenkopf besucht werden, die denkmalschützerisch durch die dort beabsichtige Errichtung von Funkmasten und Windrädern in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt sind. Das Schanzenareal liegt direkt am historischen Grenzweg von Hasel und bildete damals die stets heftig umstrittene Glaubens- und Territorialgrenze zwischen dem habsburgisch-katholischen Vorderösterreich (Wehr) und der evangelischen baden-durlachischen Markgrafschaft (Hasel, Gersbach). Werner Störk wird bei der Exkursion auch das Leben der armen Häusler (Kleinstbauern) und Tagelöhner beleuchten – aber auch und gerade die gewichtige Rolle der reichen und mächtigen Gersbacher Meinebauern.

Die Exkursion nach Gersbach und Todtmoos startet am Samstag, 21. September um 13 Uhr (Busbahnhof Schopfheim). Rückkehr ca. 17 Uhr.

Anmeldung an den Vorsitzenden der Museumsgesellschaft Schopfheim Harald Klemm; Tel. 07622/666 680 oder E-Mail info@architekten-klemm.de

Autor: bz