Faszination Operette und Musical

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Von Anja Bertsch & BZ-Redaktion

Mo, 11. Juni 2018

Schopfheim

Fahrnauer Gesangverein überzeugt mit Singgemeinschaft Grenzach-Wyhlen bei seinem Jahreskonzert.

SCHOPFHEIM (jabe). Im zweiten Jahreskonzert unter Ägide ihres neuen Dirigenten Krastin Nastev verwandelten sich die Sängerinnen und Sänger des Fahrnauer Gesangvereins in einen veritablen Opernchor, in selbstbewusst vortragende Musical-Solisten und in eine munter schauspielernde Darstellertruppe. Ihr Motto: "Bekannte Melodien aus Oper, Operette und Musical". Bereichert wurde der dreiteilige Konzertabend am Samstag von der Singgemeinschaft Grenzach-Wyhlen.

Vielstimmig-anerkennendes Raunen erhob sich im bestens gefüllten Saal, als sich der Vorhang zum ersten Konzertakt hob: Gekleidet in nobler Abendgarderobe, präsentierten sich die Sänger weit jenseits der klassisch-aufgereihten Chorordnung locker drapiert auf Sofas, an Tischchen und in Grüppchen als ausgelassene Abendgesellschaft: eine angemessene Szenerie für zwei auch szenisch dargestellte Kostproben aus Johann Strauss’ Operette "Die Fledermaus". Weiter ging es mit einer Mischung aus szenischer und sängerischer Darstellung in "Wouldn’t it be loverly" aus dem Broadway-Musical "My fair Lady". Die Herren der Fahrnauer Sangesschöpfung dienten sich der Solistin Svetlana Doneva als beschwingte Sanges- und Tanzpartner an, bevor sich im Stück "Wunderbar" aus "Kiss me Kate" wiederum der komplette Gesangverein im leichten Dreiviertel-Takt dem Ende des ersten Konzertteils entgegen wiegte.

Souverän zeigte sich bei all diesen Einlagen der international erfahrene Dirigent Krastin Nastev, der oftmals selbst zum Teil der Szenerie wurde und seinen Chor auch noch aus dem eigenfüßigen Mitschwingen im Walzerreigen heraus den Takt vorgab.

Nachdem der erste Teil des Fahrnauer Vortrages sich aus leichtfüßiger Operetten- und Musical-Musik gespeist hatte, kam der zweite Teil mit Auszügen aus der großen Opernliteratur reichlich gravitätisch daher: Auf dem Programm stand die italienische Oper etwa mit "Turandot", "La Traviata" und "Madam Butterfly" von Puccini. Daneben kam das deutsche Schwergewicht Richard Wagner mit Auszügen aus "Lohengrin" zu Gehör, und ebenso Smetanas "Die verkaufte Braut".

Tragende Säule in einem solchen auf Musicals, Operetten und Opern ausgerichteten Repertoire sind natürlich die Solisten. Hier stellten mit Stephanie Welte (Sopran) sowie Hansjörg Ebner und Manfred Vogt (beide Tenor) drei Fahrnauer Eigengewächse ihre Stimmkraft unter Beweis; mit Ouided Khachnaoui und Sybille Hermann präsentierte sich in "Die Schatten werden länger" aus dem Musical "Elisabeth" ein Gast-Duett aus Grenzach-Wyhlen. Weiterer Gast war der Tenor Ignasi Cristia aus Katalonien. Vor allem aber war es die bulgarische Sopranistin Svetlana Doneva, die in Fahrnau ihre umfassende Sangeserfahrung auf die Bühne packte und solistische Glanzpunkte setzte. Besonders berückend war Donevas Vortrag von "La vergine degli Angeli", der das Publikum zunächst in fasziniertes Lauschen bannte und es dann zu frenetischem Applaus trieb. Der Gesangverein lieferte den Solisten das Fundament.

Bestens zur Geltung kam die Ensemblequalität des Gesangvereins darüber hinaus dort, wo es für sich stand: So beispielsweise im "Chor der Brautleute" aus Smetanas "Die verkaufte Braut". Eine neue Klangfarbe brachte zwischen den "Fahrnauer" Konzertteilen die Singgemeinschaft Grenzach-Wyhlen ins Musikgeschehen: Als reiner Männergesangverein intonierten die etwa 30 Gäste klassisch gesetzte Chorliteratur. So zum Beispiel zwei für Chorgesang arrangierte "Ungarische Tänze" von Johann Brahms.

Die Klavierbegleitung lag den kompletten Abend über in den virtuosen Händen von Lyudmilla Nazarenko; die inhaltlichen Schneisen schlugen Klaus Brust und Heike Hauser in ihrer Moderation.