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01. August 2009

Kaufkraft von 100 000 Euro

Verein Dreyecker sieht erhöhte Akzeptanz für Regionalwährung und noch Wachstumsbedarf.

  1. Der Dreyecker setzt sich weiter durch. Foto: Archivfoto: Nagengast

  2. Franz Leßmann-Schreiber rückte für Silke Schaubhut in den Dreyecker-Vorstand nach. Foto: Fabry

SCHOPFHEIM. Das zweite Jahr des Dreyeckers war ein gutes Jahr, wie Vorstand Heinz Rellermeier bei der Hauptversammlung zum abgelaufenen Geschäftsjahr berichtete. Die regionale Komplementärwährung wurde gut angenommen und konnte im Verlauf des Jahres eine Kaufkraft von weit mehr als 100 000 Euro/Dreyecker schöpfen. Allerdings seien weitere Anstrengungen nötig, um die Verbreitung des Regionalgeldes zu intensivieren, so Rellermeier.

Vorstand Hartmut Schmidt ging in seinem Jahresbericht auf die Entwicklung des Vereins ein. Die Stellen, bei denen der Dreyecker angenommen wird, haben sich über den Raum Schopfheim hinaus in die ganze Region ausweiten lassen und sind auf insgesamt 82 Geschäfte und Unternehmen angewachsen. Besonders erfreut ist der Verein, dass im vergangenen Jahr ein Kooperationsvertrag mit den EWS Schönau abgeschlossen werden konnte, nach dem der Verein 3 Prozent der Stromkosten von Nutzern des Dreyeckers und des EWS-Stroms im Folgejahr erhält.

So erfreulich die Zunahme der Akzeptanzstellen des Dreyeckers bewertet wird, so sind doch weitere Anstrengungen notwendig. Es gelte durch die Erhöhung der Annahmestellen stärkere Anreize zu schaffen, die regionale Komplementärwährung als Zahlungsmittel zu etablieren. Die Bemühungen, Geschäfte direkt anzusprechen, hat sich als schwierig erwiesen, wie Gabriele Rellermeier ausführte. Daher intensiviert der Verein derzeit die Ansprache von Vereinen und Gruppierungen, um über deren Mitglieder einen Multiplikationseffekt zu erreichen. Der Kassenbericht von Heinz Rellermeier zeigte, dass bei einer Ausgabesumme von über 40 000 Euro / Dreyeckern und der Annahme, dass die Scheine in der Regel zwei- bis dreimal weitergegeben werden, eine Kaufkraft von weit über 100 000 Euro geschöpft werden konnte. Ein für das zweite Vereinsjahr sehr beachtliches Ergebnis.

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Im Vorstand des Vereins gab es eine Veränderung. Für Silke Schaubhut, die sich nicht mehr zur Wahl stellte, wurde v einstimmig Franz Leßmann-Schreiber neu in den Vorstand gewählt. Heinz Rellermeier und Hartmut Schmidt wurden in ihren Ämtern bestätigt. Der Dreyecker als regionale Komplementärwährung wird zum Kurs von 1 : 1 im Verhältnis zum Euro ausgegeben. Mit diesem Regionalgeld soll bewirkt werden, dass Kaufkraft in der Region zirkuliert und nicht aus der Region abgezogen wird. Geld soll nicht gehortet werden, sondern möglichst schnell wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückfließen. Deshalb gilt für den Dreyecker eine Ablauffrist von drei Monaten.

Um gültig zu bleiben, muss er eine Verlängerungsmarke im Wert von 2 Prozent seines Wertes als einen erneuten Umlaufimpuls erhalten. So soll die Umlaufgeschwindigkeit erhöht werden. Der Rücktausch von Dreyeckern in Euro erfolgt zu einem Kurs von 95 Prozent. Die Differenz von zwei Prozent wird für die Erstellung, die Ausgabe der Dreyecker und die Administration verwendet. Mit den restlichen drei Prozent werden soziale Einrichtungen oder Vereine unterstützt, die der Bezieher des Dreyecker selbst bestimmen kann. Bei der Hauptversammlung wurden die "Schenkgelder" an die Empfänger ausgehändigt.

Spenden: Schenkgeld in Höhe von 1.425 Dreyeckern wurde ausgegeben an: Freie Waldorfschule Schopfheim – 500 Dreyecker; Kambium / Dinkelberghof – 290 DE; Kindergarten Eisweiher – 180 DE; BUND Ortsgruppe Schopfheim – 160 DE; Außer der Norm – 120 DE; Kulturwerkstatt Lörrach – 100 DE; Free Cinema – 75 DE.

Autor: Heiner Fabry