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01. Mai 2011 17:02 Uhr

Konzert der Rocklegenden

Manfred Mann’s Earth Band in Schopfheim

Ein legendärer Abend mit Rocklegenden auf der Stadthallenbühne in Schopfheim: Die Musiker von Manfred Mann’s Earth Band zeigten, dass sie es noch voll drauf haben. Das Publikum war begeistert.

  1. Die Zuschauer waren aus dem Häuschen beim Auftritt von Manfred Mann’s Earth Band in Schopfheim Foto: Robert Bergmann

  2. Die Musiker haben es noch voll drauf Foto: Robert Bergmann

  3. Ein Welthit folgte dem nächsten beim Konzert in Schopfheim Foto: Nicolai Kapitz

  4. Begeisterung pur: Der Großteil der Fans sang die Lieder textsicher mit Foto: Nicolai Kapitz

  5. Zum Mitmachen animierten die Sänger immer wieder und stießen auf keinen Widerstand Foto: Nicolai Kapitz

  6. Sie füllten die Bühne aus und zeigten, dass sie nach wie vor Stars sind. Foto: Nicolai Kapitz

  7. Legendär war dieser Abend in der Stadthalle mit den Rocklegenden Foto: Robert Bergmann

  8. Ein echtes Gänsehautfeeling gab es auch schon mal Foto: Robert Bergmann

Ein Abend der Legenden sollte es werden, legendär wurde es. "Manfred Mann’s Earth Band" und "The Rattles" hinterließen in der Schopfheimer Stadthalle einen bleibenden Eindruck. Die fünf Musiker von Manfred Mann’s Earth Band um den mittlerweile 70-jährigen Südafrikaner mit dem markanten Hut brachten einen Welthit nach dem anderen.

Schon um 19 Uhr war der von der Stadtmusik als Veranstalter zur Verpflegungsmeile hergerichtete Vorplatz brechend voll. Die Vorfreude war groß, schließlich begrüßt man in Schopfheim nicht alle Tage Rocklegenden. Als dann die "Big Daddies" aus dem Breisgau begannen, dieser Vorfreude auch ein akustisches Gewand zu geben, hielt es kaum noch jemanden vor der Halle: Zu Welthits der Stones oder den Hollies machten viele der Gäste den Zeitsprung aus dem neuen Jahrtausend in die "Sixties und Seventies" mit.

Vielen dürfte das auch gar nicht schwer gefallen sein, denn die meisten der Besucher müssten die Rattles und Manfred Mann schon damals gekannt haben, als erstere schon mit den großen Beatles verglichen wurden und letzterer mit Bob Dylans "Mighty Quinn" und Bruce Springsteens "Blinded by the Light" Welterfolge feierte. Als die "Big Daddies" den Teppich bereitet hatten, stieg die Spannung und schließlich hieß es "Welcome on Stage: Manfred Mann's Earthband!" Und diese ließ von Beginn an keinen Zweifel daran, dass sie nichts, aber auch gar nichts verlernt hat, was sich schon an "Spirits in the night" zeigte.

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Ob "Blinded by the Light", "For you" oder eben "Spirits in the night" – das Publikum ging voll mit, viele sogar sehr textsicher, wenn Sänger Robert Hart (seit 2011 dabei) und Gitarrist Mick Rogers (seit 1971 dabei) das Publikum zum Mitsingen animierten. Rogers und Manfred Mann selbst warfen sich in ausgefeilten Arrangements von Songs wie "Father of Day, Father of Night" die Solopassagen gegenseitig zu und zeigten dabei, dass auch fast 71-jährige durchaus noch in der Lage sind, Maßstäbe zu setzen.

Als Manfred Mann dann mit dem "Handkeyboard" auf der Bühne Sprünge wie ein junger Pete Townshend machte, war die Halle endgültig am Kochen. Bei "Dancing in the Dark" und "Davie's on the Road again" machte die Halle gar den Versuch, Robert Hart zu übertönen, so laut und inbrünstig wurde mitgesungen. Mick Rogers offenbarte dabei, dass er in der Rolle des heimlichen Frontmanns voll aufging. Er ist der wahre Entertainer der Earth-Band, Manfred Mann zieht es vor, hinter seiner Wand von Keyboards Kommandos zu geben.

Wenn er dann allerdings einmal vorne auf der Bühne auftaucht, gehört die Halle ihm. Bassist Jimmy Cinch und Drummer Steve Copley bieten dafür auch das passende Fundament. Nicht spektakulär, aber präzise und perfekt auf die Soli der beiden Virtuosen an Keyboard und Gitarre hinarbeitend. Als die Earth-Band mit einer Gänsehaut-Version von "For You" und dem Klassiker "Mighty Quinn" als Zugabe die Bühne verließ, war offenbar für viele der Gäste der Höhepunkt schon erreicht. Frenetisch wurde die Earth-Band für das Spektakel gefeiert. Es wurde in diesem Moment allerdings auch klar, dass die "Rattles" aus Hamburg, eine der bekanntesten deutschen Beat-Formationen, vor einem kleineren Publikum würden spielen müssen.

Doch diejenigen, die blieben, bekamen ein erstklassiges Menü aus Klassikern der 60er-Jahre serviert. Die "Rattles" zeigten, dass sie nicht umsonst in den 60ern schon mit den Beatles und den Stones gemeinsam auf der Bühne standen und luden auch teils mit Coverversionen (etwa Twist and Shout) zum Tanzen ein. Herbert Hildebrandt (Bass), Reinhard "Dicky" Tarrach (Schlagzeug) und die beiden Gitarristen Manfred Kraski und Eggert Johannsen ließen bis weit nach Mitternacht nicht locker und feuerten einen Hit nach dem anderen von der Bühne. Darunter viele ihrer eigenen, wie "La la la" oder "Come on and sing".

Am Ende kann die Stadtmusik einen legendären Abend für sich verbuchen – und jeder einzelne der vielen Besucher wohl auch.

Autor: Nicolai Kapitz