S-Bahn-Halt Schlattholz ist am Ziel

André Hönig

Von André Hönig

Sa, 09. Dezember 2017

Schopfheim

Die neue Station wurde am Freitag offiziell eröffnet und kann zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember in Betrieb gehen.

SCHOPFHEIM. "Großer Bahnhof" fürs Schlattholz: Mit einem zeremoniellen Akt im Beisein von Vertretern der Bahn, der SBB und des Gemeinderats wurde der neue und großzügig dimensionierte S-Bahn-Haltepunkt Schlattholz eröffnet. Damit sind rechtzeitig zum Fahrplanwechsel die Weichen gestellt, dass die Haltestelle ab dem kommenden Sonntag angefahren werden kann. Bürgermeister Christof Nitz sprach von einem "Großfeiertag".

"Wir haben ein perfektes Datum für die Einweihung erwischt" merkte Christof Nitz im Beisein von Vertretern der Bahn, der SBB (als Betreiber der Wiesentalbahn), des Gemeinderats des Pendlerfonds Kanton Basel-Stadt und der Planer an. Nitz spielte mit dieser Bemerkung darauf an, dass just an diesem Freitag die Deutsche Bahn auch die Strecke München-Berlin in Betrieb nahm – für die Bahn "ein Großereignis". Für Schopfheim und die Region indes sei die Einweihung des S-Bahn-Haltepunkts Schlattholz ebenfalls von großer Bedeutung. Und daher sei dieser Tag auch für "uns ein Feiertag." Mit der Fertigstellung des Haltepunkts erfülle die Stadt ihr Versprechen, das sie einst gab, als das Neubaugebiet vermarktet wurde, nachdem im Jahr 2008 der Bebauungsplan rechtskräftig geworden war. "Wir hatten damals ja auch beim Verkauf der Grundstücke das Neubaugebiet mit der Aussicht auf den Haltepunkt beworben." Zwischenzeitlich wohnen die Menschen hier schon teils an die sechs Jahre – so gesehen sei es jetzt höchste Eisenbahn gewesen, dass der Halt kommt. "Die Leute haben lange auf den Haltepunkt warten müssen."

Nitz merkte dazu an, dass dieser Tag einerseits zwar 13 Jahre planerischen Vorlauf hatte. Anderseits seien einige Etappenschritte durchaus "zügig" erfolgt – insbesondere nachdem das Eisenbahnbundesamt grünes Licht für das Projekt gegeben hatte, sei es Schlag auf Schlag gegangen. Der eigentliche Bau des Haltepunktes jetzt in diesem Sommer etwa dauerte gerade mal knapp vier Monate. Nitz dankte hierfür sowohl der Bahn als auch den Anwohnern, die dem Baulärm – einige Arbeiten fanden nachts statt – ausgesetzt waren. Es habe so gut wie keine Beschwerden gegeben.

Mit Blick auf die Ausstattung merkte Nitz an, dass es offenbar Stimmen gebe, die den "Luxus" von rund einem halben Dutzend Treppen kritisieren. Es gäbe aber auch die andere Sicht. "Mir haben schon mehrere Menschen gesagt, dass sie es klasse finden, dass es eben nicht nur einen Aufgang gibt." Nitz dankte auch den Zuschussgebern – darunter Antje Hammer, der Geschäftsführerin des Pendlerfonds Basel. Die Beteiligung des Pendlerfonds sei ein Beleg dafür, dass der Halt Bedeutung weit über Schopfheim hinaus für die Strecke Basel-Zell habe. Immerhin habe eine Potenzialeinschätzung 2008 ergeben, dass hier mit einer täglichen Fahrgastzahl von 1100 Personen zu rechnen sei. Zu den jetzt mindestens drei weiteren angedachten Haltestellen im Vorderen Wiesental (Lörrach/Maulburg) allerdings merkte Nitz an, dass er da sehr "gespannt ist, was das für die Gesamtstrecke bedeutet".

Auch Patrick Altenburger, Geschäftsführer der SBB, ging darauf ein: "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst." Schopfheim habe sich frühzeitig um den zusätzlichen Haltepunkt gekümmert. Inwiefern die Strecke jetzt noch weitere Haltestellen verkrafte, sei durchaus mit einem Fragezeichen zu versehen. Die Züge müssten in Zell ja auch jeweils "die Wende schaffen. Irgendwann geht das nicht mehr auf." Jetzt aber freue sich die SBB erst einmal, ab Sonntag diesen neuen Haltepunkt anfahren zu können. "Dieser Tag ist auch ein Feiertag für uns." Holger Pape, Planer der Deutschen Bahn, bedankte sich bei der Stadt für "ein wunderbares Zusammenarbeiten".