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28. Juni 2011

Schlagerfans singen: "Uns geht’s gut"

Der letzte Tag des Sommersounds stand ganz im Zeichen der Schlagerparty / Glückseliges Publikum auf dem Marktplatz.

  1. Da hielt es die Schlagerfans nicht mehr auf den Sitzen – mit stehenden Ovationen feierten sie ihre Stars. Foto: Hans-Jürgen Hege

  2. Die Hände in die Höhe: Die Geschwister Hofmann heizen bei brütender Hitze den Fans ein. Foto: Hans-Jürgen Hege

  3. Rainer Kirsten unterhielt das Publikum bestens. Foto: Hans-Jürgen Hege

SCHOPFHEIM. Beim Sommersound waren am Sonntag die eingefleischten Fans der Volksmusik dran. Um sie kümmerten sich in den Nachmittagsstunden bei brütender Hitze Reiner Kirsten, die "Feldberger" mit ihrem Hansy Vogt, eine "Liane" aus dem Odenwald und die "Geschwister Anita und Alexandra Hofmann", die nach einem Auftritt im ZDF-Fernsehgarten nach einem heißen Ritt über die Autobahn in der Markgrafenstadt eintrafen.

"Petrus meint es gut mit euch", hatte Reiner Kirsten zur Begrüßung geunkt und dabei ganz bestimmt registriert, dass sich das Publikum mit Tischen und Bänken in die schattigsten Ecken des Marktplatzes verdrückte, um sich von ihrem Reiner die 17 Muskeln des Gesichtes trainieren zu lassen, die zum Lachen benötigt werden. Der Oberprechtaler verstand es prima, vor allem die weiblichen Fans mit Schmalz in der Stimme und flotten Sprüchen um den Finger zu wickeln.

Eis musste er ohnehin keines brechen bei 35 Grad im Schatten, die dafür sorgten, dass die Getränkeabteilung der Stadtmusik-Wirte keine längeren Pausen einzulegen hatte. Ein Rätsel bleibt, wo die Fans die Energie hernahmen, um mit ihren Lieblingen zu singen, zu tanzen und zu schunkeln. Sie waren kaum zu bremsen, sprühten vor Tatendrang, als die "Feldberger" ihre Schau abzogen und laut singend im Duett mit dem Quartett aus dem Schwarzwald, das im kommenden Jahr 25-jähriges Bühnenjubiläum feiert, behaupteten: "Uns geht’s gut!" Im Überschwang der Gefühle registrierten sie nicht einmal, dass Hansy Vogt nicht hielt, was er zuvor versprochen hatte: "Ich erzähl euch nachher, wo und unter welchen Umständen ich die Bekanntschaft von Frau Wäber gemacht habe, versprochen!" Nix war’s.

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Munter zur Sache ging es mit Lady "Liane", der Frau in Weiß, die laut Reiner Kirsten "todsicher auf dem Sprung zu einer ganz großen Karriere" ist. Sie ist hübsch, sie ist sympathisch. Und sie begeistert ihr Publikum mit Temperament und einer überragenden Stimme. Große Erfolge hat sie allerdings noch vor sich. Ganz im Gegensatz zu den beiden Damen, mit denen das Sommersound Schlagerfest, bei dem Bürgermeister Christof Nitz höchstpersönlich Thekendienst am Weinbrunnen des Kiwanis-Clubs übernommen hatte, zu Ende ging. Die "Geschwister Hofmann" gehören längst zur ersten Garde unter den Königen der Volksmusik, denen sie nur zu oft die Krone vor der Nase wegschnappten. Immer wenn es irgendwo etwas zu gewinnen gab oder gibt, sind die Schwestern "ganz oben" mit dabei. Und das seit inzwischen zwei Jahrzehnten. Erstaunlich. Und fast unglaublich, wenn man die beiden Energiebündel als Botschafterinnen von "Bella Musica", bei Limbo-Rhythmen oder "unendlich frei" "mit dir allein im Paradies" erlebt. Nach drei Stunden heißer Musik unter glühender Sonne standen sie da, die Jungen und jung gebliebenen Alten, wiegten sich im Takt vertrauter Töne, sangen Ohrwürmer, verlangten Zugaben, schwenkten die Arme, waren selig. Da hatten denn auch gestandene Stadtmusiker, die "eigentlich nit viel am Hut mit Volksmusik" haben, schnell ein Fazit gezogen: "De Lüt g’fallts. Un des isch d’ Hauptsach." Schließlich sollte das ganze lange Wochenende ja auch "e Zuckerle" der Stadt für die Bevölkerung im Einzugsgebiet Schopfheims sein. Und es war ein besonders süßes: "An den vier Tagen kamen alle voll und ganz auf ihre Kosten."

Autor: Hans-Jürgen Hege