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18. Oktober 2013

Streifzug mit Störk durch gefährliches Grenzland

Besondere Exkursion im Rahmen von "900 Jahre Raitbach".

  1. Blick über das einst strategisch wichtige Kohlbachtal. Foto: Privat

SCHOPFHEIM-RAITBACH (BZ). Raitbach feiert mit großem Engagement seine 900-jährige Erstnennung und blickt dabei auf seine wechselvolle Geschichte zurück. Neben seinen Burgen sind es die ausgedehnten Schanzanlagen, die einst diese militärisch-strategisch wichtige konfessionelle und territoriale Grenzregion sicherten.

Raitbach liegt auch direkt in der "Vorderen Linie", die um 1700 durch den Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden, auch bekannt als Türkenlouis, zum Schutz des vorderösterreichischen Reichsgebiets errichten ließ.

Daneben finden sich in Raitbach aber auch noch ausgedehnte archäologische Spuren aus dem Dreißigjährigen Krieg, die sogar Eingang in die Literatur in Form des Gedichtes über den legendären "Weißen Stein" fanden. Eine von Werner Störk geführte Exkursion am Samstag, 26. Oktober nun richtet den Augenmerk auf die großen Verteidigungsanlagen im Osten der Gemarkung, wo unmittelbar am Gleichen mehrere Objekte ein einzigartiges Ensemble bilden: Die Pass-Sicherung an den Sandwürfen. Gerade hier könne man auch sehr gut zeigen, wie schnell archäologische Bodenspuren für immer verschwinden – "mit exemplarischen Beispielen aus der Vergangenheit und Gegenwart", wie es in der Ankündigung heißt.

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Der Sandwürfe-Pass bildete den damals einzigen direkten Übergang jener historischen Weg- und Pfad-Verbindung, die von Hasel kommend, das Kohlbachtal hinauf und über die Sandwürfe wieder hinunter nach Riedichen und Zell führte. Im Dreißigjährigen Krieg warf dies ein lebensgefährliches Grenzland und Lagerungspunkt schwedischer Truppen, von dem aus Soldatentrupps ausschwärmten, um in der Umgebung zu plündern und brandschatzen. Aus jener Zeit berichten mehrere hiesige Archiv-Quellen von dem dabei als "Tortur" eingesetzten "Schwedentrunk". Die Verteidigungs- und Grenzanlagen bei den Sandwürfen erlauben aber auch – und das ist im gesamten Bereich der großen Schanzlinie einzigartig - mittelalterliche Anlagen, die sogenannten Letzen, zu begehen (auf Gemarkung Schlechtbach). Unter der bewährten Organisation von Ortsvorsteher Karlfrieder Oswald wird bei der Tour auch eine kulinarische Verpflegungsstation eingerichtet.

Die Führung findet am Samstag, dem 26. Oktober statt und beginnt um 13 Uhr direkt an den Sandwürfen. Empfohlen werden: festes Schuhwerk, wetterfeste Kleidung und zur sicheren Begehung im Wald auch Walking-Stöcke.

Autor: bz