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16. Juni 2014

Vom Hauen und Stechen

Kulturkooperation Schopfheim-Eppingen: Kupferstich-Ausstellung zeigt Schopfheimer Exponate.

  1. Fingerzeig: Nur noch bis 20. Juni ist die Ausstellung in Eppingen zu sehen , so der Hinweis von Museumsleiter Peter Riek (links). Mitte: Der Schopfheimer Werner Störk, der die Exponate gesammelt hat und neben ihm Oberbürgermeister Klaus Holaschke. Foto: zvg

SCHOPFHEIM/EPPINGEN (BZ). "Es ist für mich eine große Freude und Genugtuung, die sehr erfolgreiche Kultur-Kooperation zwischen unseren beiden Städte zu feiern und bin glücklich darüber, mit wie viel neuen Impulsen und ausgesprochen nachhaltigen Aktivitäten diese Zusammenarbeit die zurückliegenden fünf Jahre geprägt hat": Mit diesen Worten eröffnete Klaust Holaschke, Oberbürgermeister von Eppingen, die neue Kupferstich-Ausstellung in der Rathaus-Galerie.

"Mit Werner Störk aus Schopfheim und unserem Museumsleiter Peter Riek haben wir zwei starke Brückenpfeiler für diese kulturelle Zusammenarbeit gefunden", lobte der OB weiter in seiner Ansprache.

Mitten im Zentrum der historischen Altstadt von Eppingen wurde im alten Rathaus die neue Galerie eingerichtet, die mit attraktiven Wechselausstellungen bei freiem Eintritt neben Rathausbesuchern auch Tagestouristen lockt – und so einen ausgesprochen hohen Zuspruch hat. Auch anlässlich der Vernissage war die Galerie bis auf den letzten Platz besetzt, als Werner Störk die geschichtlichen Hintergründe der großen Zeit der Kupferstecher beleuchtete. In einem spannungsgeladenen Bogen über die kunstgeschichtliche Bedeutung des Kupferstiches – immer bezogen auf die jeweilige Epoche (Mittelalter, Renaissance, Barock) – wurden auch die großen Kupferstecher ihrer Zeit, wie Martin Schongauer, Albrecht Dürer, Callot, Merian, Bodenehr, Homann und de Fer vorgestellt. Und mit einer Vogelperspektive der idealtypisch befestigten Stadt Wismar von 1691 – einem Originalstich des französischen Kupferstechers Nicolas de Fer (1648 bis 1720) – bedankte sich Werner Störk im Namen der Stadt Schopfheim bei Eppingens Oberbürgermeister. Vor allem aber bei Peter Riek, seinem direkten Ansprechpartner, der nicht nur als Museumsleiter, sondern als weit über die Landesgrenzen hinaus bekannter freischaffender Künstler (auch) in der modernen Museumsdidaktik immer wieder erstaunlich kreative Installationen schafft. Für Eppingen ein "ausgesprochener und einmaliger Glücksfall", erklärte Störk.

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Kulturhistorische Wege nach Gersbacher Vorbild geplant

Die "Kunst des Krieges" – so der Titel der nun laufenden Kupferstich-Ausstellung – meint hier einmal nicht die Kriegskunst, sondern tatsächlich vor allem die Kunst des Barock und ihre zahlreichen Künstler und Kupferstecher, die von den Kriegsherren profitieren und zu deren Verherrlichung und Ruhm beitrugen.

Karten mit geometrisch exakt gezeichneten Formen von Befestigungen und Truppenaufstellungen – auch aus dem Umfeld der "Eppinger Linien" (einem Teilstück der großen Schwarzwald-Linie des Türkenlouis) – zeugen von der einzigartigen Virtuosität jener berühmter Künstler. Die kostbaren Blätter der einstigen Sammlung von Werner Störk, befinden sich heute im Besitz des Städtischen Museums Schopfheim. Die Sammlung umfasst über 500 originale Kupferstiche, von denen in Eppingen 50 Exponate – vor allem großformatige und zum Teil noch original handkolorierte Blätter – gezeigt werden. Beleg dafür, dass die Kulturkooperation zwischen Eppingen und Schopfheim neben (bislang) drei Ausstellungen vor allem auch im touristischen Bereich wertvolle Impulse gesetzt hat, ist die für Herbst 2014 geplante Eröffnung eines künstlerisch-historischen Wanderweges beim Naturparkzentrum im Naturpark Stromberg-Heuchelberg. Impulsgeber dafür waren unter anderem die Gersbacher Kulturwege, vor allem die Kombination aus Kunst- und Skulpturenpfad sowie der Schanzen- und der Dorfweg.

Entlang der "Eppinger Linie" sollen so bis zum Spätsommer 2014 insgesamt neun große, begehbare Skulpturen installiert werden, die verschiedene historische Aspekte mit ihrem jeweiligen aktuellen Bezug aufgreifen und in symbolhafter Weise darstellen. "Uns gehen die Ideen für neue Projekte sicher nicht aus", meint Peter Riek. Da ist sich auch Werner Störk ganz sicher.

Die Ausstellung "Kunst des Krieges" dauert noch bis zum 20.Juni. Die Öffnungs-zeiten der Galerie im Rathaus Eppingen: Montag bis Freitag 8 bis 12 Uhr und am Donnerstag 13.30 bis 17.30 Uhr.

Autor: bz