Wald- und Glaszentrum soll wachsen

rst, bz

Von Rolf Strohm & BZ-Redaktion

Do, 15. März 2018

Schopfheim

Förderverein Gerisbac und die Ortsverwaltung fassen Umbauarbeiten ins Auge / Bereiche Waldbau und Geologie kommen hinzu.

SCHOPFHEIM-GERSBACH (BZ). Nicht nur um die Barockschanze, sondern auch um das Wald- und Glaszentrum kümmert sich der Gersbacher Förderverein Gerisbac. Besonders fürs Wald- und Glaszentrum sind Veränderungen vorgesehen. An Arbeit habe es also auch im vergangenen Jahr nicht gemangelt, sagte Vorsitzender Rolf Strohm bei der Mitgliederversammlung.

Die Barockschanze: In der ersten Jahreshälfte seien an der Barockschanze umfangreiche Pflegearbeiten zu leisten gewesen, die man seit zehn Jahren im Rahmen eines mit der Stadt vereinbarten Pflegevertrags übernommen hatte. Aus personellen und finanziellen Gründen sei der aber nun an die Stadt beziehungsweise die Ortsverwaltung zurückgeben worden. Die Schanzenführer machen ihre Führungen deshalb ab diesem Jahr im Auftrag der Ortsverwaltung.

Die Barockschanze sei und bleibe freilich ein wichtiger Bestandteil der heimatgeschichtlichen Aufarbeitung. Im vergangenen Jahr habe der Förderverein beispielsweise zwei Informationstafeln konzipiert, finanziert und in Absprache mit der Ortsverwaltung an der Chartaque – dem Wachturm – angebracht mit Infos zur Schanzenanlage, aber auch mit Hinweisen für Gäste zu dörflichen Einrichtungen wie dem Wald- und Glaszentrum, dem historischen Dorfpfad oder dem Rinderlehrpfad. Außerdem habe man den Auftritt der Feldkanzlei Liebenstein im Schanzenbereich unterstützt, als diese im Juni 2017 ein dreitägiges Lager aufschlug und die Bevölkerung zu einer "Zeitreise in die Barockzeit" einlud.

Um das Interesse an Gruppenführungen zu stärken, sollen Busunternehmen, Schulen, Firmen und Vereine sowie die beiden örtlichen Freizeithäuser und die gastronomischen Betriebe auf die Führungen auf der Barockschanze hingewiesen werden. Die Diskussion in der Gesellschaft um den Begriff Heimat und die damit einhergehende Zuwendung zu heimatgeschichtlichen Themenbereichen könne hilfreich sein.

Wald- und Glaszentrum: Der Förderverein bietet weiter auch Führungen im Wald- und Glaszentrum neben der Chäs-Chuchi Gersbach an, deren Personal während der Öffnungszeiten auf Anfrage die Museumsräume öffnet und die Technik im Medienzentrum zuverlässig an- und abstellt, mit deren Hilfe die Besucher Filme abrufen können. Dass die Ortsverwaltung in den beiden Räumen eine LED-Beleuchtung installierte, die vollautomatisch über Bewegungsmelder gesteuert wird, wurde lobend hervorgehoben. Ortsvorsteher Walter sprach seinerseits von einer fruchtbaren Zusammenarbeit mit dem Förderverein bei gemeinsamen Vorhaben und will das Anliegen einer aktuell angedachten Umgestaltung und Neuausrichtung des Wald- und Glaszentrums unterstützen, wo unter anderem auch an eine inhaltliche Erweiterung auf die Bereiche Waldbau und Geologie gedacht ist.

Damit, so Rolf Strohm, könne man einen noch umfassenderen Eindruck vom einstigen Leben in Gersbach vermitteln, zu dem neben der Herstellung von Holzkohle und Waldglas samt der einhergehenden Urbarmachung zu landwirtschaftlich zu bewirtschaftenden Flächen auch die Suche nach Erzen gehört. Für die anstehenden vielfältigen Arbeiten konnte man Heimatforscher Werner Störk gewinnen, der bereits in früheren Jahren zum Entstehen der bestehenden musealen Gegebenheiten in Gersbach maßgeblich beigetragen hat und sich nun erneut gewohnt engagiert einbringen will. Beim Förderverein wartet man im Übrigen auf eine Förderzusage des Naturparks Südschwarzwald zum Projekt "Große-Tanne-Ring", der neben dem Wald- und Glaszentrum eingehaust werden soll, um dort an die einst mächtigste Weißtanne Westeuropas zu erinnern und die Weißtanne als wichtigen Bestandteil des Gersbacher Walds zu würdigen.

Nachforschungen: Wenn die klimatischen und vegetativen Gegebenheiten es zulassen, wird Marlon Deiß in diesem Frühjahr nachforschen, ob am Wildensteinfelsen – wie in einer Chronik vermerkt – früher tatsächlich einmal ein Gebäude stand. Auf Anfrage erklärte sich Christian Walter bereit abzuklären, ob der vor Jahren bei Forstarbeiten ausgerissene historische Grenzstein inzwischen von der Forstverwaltung wieder ordnungsgemäß eingesetzt ist.

Finanzen: Horst Sutter legte einen tadellosen und von den Mitgliedern mit Beifall bedachten Rechnungsbericht vor. Revisor Günter Ühlin bestätigte die einwandfreie Kassenführung.

Wahlen: Bei den turnusgemäß anstehenden Wahlen wurden Angelika Ächter als 2. Vorsitzende, Werner Koch und Ralf Ühlin als Beisitzer und Ute Strohm als Revisionsmitglied gewählt. Ernstfrieder Schmidt kandidierte zwar wegen Mehrbelastungen in anderen ehrenamtlichen Ämtern nicht wieder als Beisitzer, erklärte sich aber bereit, dem Verein weiterhin bei anstehenden Arbeiten beiseite zu stehen.