Wasserlauf bringt Hilfe in Fluss

Marlies Jung-Knoblich

Von Marlies Jung-Knoblich

Mo, 02. März 2015

Schopfheim

Am 9. Mai findet zum zweiten Mal eine Wiesentäler Benefiz-Laufveranstaltung zugunsten von Dikome statt.

SCHOPFHEIM/OBERES WIESENTAL. Immer am Wasser entlang, nämlich von der Wiesequelle am Feldberg bis zur Mündung in den Rhein in Basel, führt die 59 Kilometer lange Strecke beim zweiten Wiesentäler Wasserlauf. Von der enormen Kilometerzahl sollte sich niemand abschrecken lassen, denn es ist jederzeit möglich, lediglich auf einer Teilstrecke mitzulaufen.

Das hat sich schon beim ersten Wiesentäler Wasserlauf am Weltwassertag (22. März) im vergangenen Jahr bewährt. Rund 250 Teilnehmer haben sich da laut Organisator Jürgen Wetzel vom Verein teamworx4 auf die Strecke gemacht, von denen 33 die komplette Strecke gelaufen sind.

Wie beim ersten Mal soll auch der neuerliche Wasserlauf einem Projekt in Dikome (Kamerun) dienen. Diesmal allerdings nicht im März, sondern am 9. Mai. Unwirtliches Wetter hatten die Läuferinnen und Läufer nämlich im März 2014. "Der Winter am Feldberg ist erst Ende April zu Ende", sagte Jürgen Wetzel während eines Pressegesprächs. Der Verein hofft, diesmal angenehmes und trockenes Frühlingswetter zu haben. Dennoch hatte sich der Einsatz voll und ganz gelohnt, denn trotz Regen und Schnee (im Feldberggebiet) kamen 15 000 Euro zusammen.

Auch diesmal kommt der Erlös dem Dikome-Kamerunverein zugute, der zwei Dörfern bei der Verbesserung der Trinkwassersituation helfen will. In einem Dorf gebe es gar kein Trinkwasser, erzählt Vorsitzender Richard Renz, was für die Frauen bedeute, mühselig zu einem tiefer gelegenen Wasserloch hinuntersteigen, aber auch wieder mit ihrer schweren Last hochkommen zu müssen. Hier sei der Bau eines Hochbehälters, der mit Solarenergie ausgestattet ist, vorgesehen. In dem anderen Dorf reiche das Wasser für die gewachsene Bevölkerung nicht mehr aus. Es sei eine weitere Quelle gefunden worden, doch die liege tief im Busch. Hier wird versucht, einen Wasserbrunnen zu installieren. Rund 100 000 Euro werden insgesamt gebraucht.

Jeder Teilnehmer des Wiesentäler Wasserlaufs zahlt pro gelaufenen Kilometer einen Euro – nach oben sind keine Grenzen gesetzt. "Weil die Läuferinnen und Läufer wissen, wofür sie sich einsetzen, haben sie sich das letzte Mal sehr großzügig gezeigt", freut sich Jürgen Wetzel. "Wer einen Halbmarathon schafft, kriegt die 59 Kilometer hin", meinte er. Das Durchschnittstempo liege bei 6:30 Minuten pro Kilometer. Als "Tempomacher" sind Kai Horschig aus Schopfheim und Thomas Klingenberger aus Freiburg mit dabei. Der Start am Feldberg (Passhöhe an der Wiesequelle) ist am 9. Mai um 8 Uhr. Gelaufen werde grundsätzlich in der Gruppe, erklärte Jürgen Wetzel. Beim ersten Mal habe sich gezeigt, dass meist vier bis fünf Läufer/innen miteinander unterwegs sind.

Nicole Grether wird an Schulen für den Lauf werben

An den Verpflegungsstationen in Todtnau, Schönau/Wembach, Zell, Schopfheim, Steinen, Lörrach kann jederzeit ein- oder ausgestiegen werden. Schluss ist in Basel. Jürgen Wetzel freut sich, dass der Großteil der Verpflegungsstationen von der jeweiligen Freiwilligen Feuerwehr des Ortes übernommen werde. Ausnahmen gibt es in Steinen, dort übernimmt es das Team der Firma H2O, und in Basel betreibt Coop Schweiz die Verpflegungsstation.

Neu sei, dass zwei Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes die Läufer(innen) mit dem Rad begleiten. Der Veranstalter hofft, dass sich möglichst viele Firmenmitarbeiter(innen) und auch Schulen beteiligen. Für Letztere will sich Nicole Grether (Leistungssportlerin Badminton und Botschafterin der Sportstiftung Südbaden aus Schopfheim) verstärkt einsetzen. Sie wird im März eine Schultour machen und dabei auch auf den Wiesentäler Wasserlauf hinweisen. "Selbst Zehn- bis Elfjährige können mitlaufen", ist Nicole Grether überzeugt. Sie selbst will sich auch auf die Strecke begeben.

Info: Anmeldungen können unter der Adresse wasserlauf@teamworx4.de oder auch unter http://www.teamworx4.de erfolgen.

Anmeldschluss ist der 1. Mai.