Schüler klären Mitschüler auf

Lena Roser

Von Lena Roser

Fr, 13. Juli 2018

Kirchzarten

Wanderausstellung über Rechtsextremismus macht am Kirchzartener Schulzentrum Halt.

KIRCHZARTEN. Wie weit ist der Rechtsextremismus in Baden-Württemberg verbreitet? Worin liegt der Unterschied zwischen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus? Und wofür wird die Demokratie gebraucht? Detaillierte Antworten auf jene Fragen lassen sich in der nächsten Zeit im Marie-Curie-Gymnasium finden. Die Wanderausstellung "Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen. Baden-Württemberg für Demokratie und Menschlichkeit" der Friedrich-Ebert-Stiftung macht Halt im Kirchzartener Schulzentrum.

15 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums tragen in den kommenden Tagen bis zu den Sommerferien den Titel "Ausstellungs-Guides". Sie werden Schülergruppen, Lehrer und auch Externe durch die Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung in der Aula führen. Diese besteht aus 16 Tafeln, auf denen vor allem die Gefahren, die vom Rechtsextremismus ausgehen, gezeigt werden. Neben den Grundlagen für rechtsextremes Verhalten und den Formen rechtsextremer Weltbilder und Argumentationsweisen wird auch die Situation in Baden-Württemberg auf einer Tafel thematisiert.

Die Ausstellung ist eine Wanderausstellung des Fritz-Erler-Forums der Friedrich-Ebert-Stiftung und reist seit 2010 durch Schulen, Rathäuser, Kirchen oder auch Landratsämter in ganz Baden-Württemberg. 16 bis 20 Mal werden laut Sarah Hepp, Referentin der Stiftung, die Tafeln pro Jahr verliehen – und sie bleiben in der Regel zwei Wochen an einem Ausstellungsort.

Um die Besucher kompetent durch die Ausstellung zu führen, wurden die Ausstellungs-Guides des Marie-Curie-Gymnasiums im Vorfeld geschult. Vier Stunden lang wurden sie methodisch und inhaltlich an das Thema herangeführt. Beim Konzept handelt es sich dabei um eine sogenannte Peer-Education-Strategie, erklärte Gemeinschaftskundelehrerin Lena Brückner, die die Aktion mit der Stiftung am Kirchzartener Gymnasium ins Leben gerufen hatte. Speziell geschulte Jugendliche sollen andere informieren. Die 15 Ausstellungs-Guides kommen aus den zehnten Klassen. Das Interesse an der Fortbildung sei sehr groß gewesen, Brückner hatte schlussendlich zwischen den Anwärtern auslosen müssen.

Zur Eröffnung der Ausstellung wurden den Guides Zertifikate der Friedrich-Ebert-Stiftung von Referentin Hepp überreicht. Neben den Ehrungen gab es für die Klassen eine Einführung in die Thematik, Hepp sprach verschiedene Themen zum Rechtsextremismus an. Im Zentrum stand dabei auch die Frage, was man selbst tun könnte: "Es kann sich jeder engagieren. Man muss nicht unbedingt eine Demo gegen rechts organisieren oder einer Partei beitreten. Wichtig ist, dass man dagegen anhält und Aussagen nicht einfach so stehen lässt, sondern zeigt, dass derjenige nicht in der Mehrheit ist", erklärte Hepp den Schülern.

In den folgenden Wochen dürfen die Lehrer mit ihren Schulklassen die Ausstellung während der Schulzeit besuchen. Das Kollegium hätte sich darauf geeinigt, die Führungen ab der achten Klasse zu machen, erklärte Brückner. Erst wenn man sich bereits im Unterricht mit dem Thema beschäftigt hätte, sei es sinnvoll. Eine Führung dauert 45 Minuten, zu jeder der 16 Tafeln wird der Guide rund drei Minuten etwas erklären. "Das Thema ist sehr breit gefächert. Durch den Guide gibt es einen roten Faden", erklärte Hepp. Für Externe sollen im Rahmen des 24-Stunden-Laufs der Schule Führungen angeboten werden.

Die Ausstellung ist noch bis zum 24. Juli in der Aula des Marie-Curie-Gymnasiums zu sehen. Die Führungen für Externe finden am 13. und 14. Juli während des 24-Stunden-Laufes statt.