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19. Dezember 2014

Japanische Bildwelten für den Westen

Die Figuren aus Mangas und Animes sind längst Teil der deutschen Jugendkultur / Manche Fans wollen sogar so aussehen wie sie.

  1. Kindchenschema: Großer Kopf und Kulleraugen sind charakteristisch für Mangas und Animes. Foto: dpa

Mangas und Animes sind echte Exportschlager. Die japanischen Comics und Zeichentrickfilme haben es auch längst bis in die deutschen Jugendzimmer geschafft. Und – so finden die Zischup-Reporterinnen Esra Duman und Laura Grimmig – beide Kunstformen verdienen sehr viel mehr Respekt als ihnen die Medienwelt zugesteht.

Immer mehr Jugendliche sind Fans von Mangas und Animes. Die japanischen Comics und Serien werden immer populärer bei den deutschen Jugendlichen. Im deutschen Fernsehen laufen bereits mehrere Animes wie "Naruto", "One piece" und "Dragonball". Die Fans nennen sich selbst Otakus und tauschen sich über Internet-Plattformen aus. Eine sehr beliebte Plattform ist Animexx mit rund 65000 Mitgliedern. Wie bei westlichen Büchern gibt es auch bei Mangas und Animes verschiedene Genres. Laut einer Umfrage sind die drei beliebtesten Genres Fantasy, Comedy und Shounen-Ai, was soviel heißt wie junge Liebe.

Bei einer Umfrage nahmen 837 Personen teil, davon waren 123 männlich und 708 weiblich, sechs gaben kein Geschlecht an. Es scheint so, als seien Mädchen eher bereit, sich an einer Umfrage zu japanischen Comics und Serien zu beteiligen. 122 Befragte gaben ein Alter von elf bis 15 Jahren an, 537 eines von 16 bis 20 Jahren. 178 Befragte waren älter als 20 Jahre. 58 Prozent der Teilnehmer waren Schüler, 14 Prozent Studenten, 12 Prozent Angestellte und acht Prozent Auszubildende. Die meisten geben im Monat bis zu 50 Euro für ihr Hobby aus.

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Die Umfrage ergab ebenfalls, dass die drei beliebtesten Mangas "Inu Yasha" (von Rumiko Takahashi), "Angel Sanctuary" (von Kaori Yuki) und "Naruto" (von Masashi Kishimoto) sind. Auf die Frage was sie an Mangas und Animes ganz besonders fasziniert, gaben die Befragten unterschiedliche Gründe an: Vor allem der Zeichenstil, das Charakter-Design und die Story-Führung gefallen den Fans. 337 der Befragten bevorzugen deutsche Synchronisierungen, 468 sehen sich lieber Animes mit Untertiteln an.

Für die, die noch nicht genau wissen, was Manga und Anime sind, hier ein paar Fakten: Mangas sind japanische Comics, und Animes sind animierte Versionen von Mangas. Die hier auftretenden Charaktere stellen oft die Idealbilder der Japaner da. Der Manga wird immer von rechts nach links gelesen. Als Schöpfer der modernen Mangas gilt Osamu Tezoka, der erste Anime wurde allerdings von Hekoten Shimokawa im Jahre 1917 kreiert.

In Deutschland sind Mangas und Animes heute so beliebt, dass es mehrere Fanshops und Communities gibt. Ein Fanshop ist zum Beispiel in Karlsruhe zu finden. Dort gibt es unzählige Merchandise-Artikel zu verschiedenen Animes und Mangas, zum Beispiel Figuren, Kostüme und vieles mehr.

Es gibt auch Hardcorefans, die alles dafür tun, um selbst so auszusehen wie die Manga-Charaktere ihrer Lieblingsserien, und sich dafür auch im Alltag so anziehen und schminken wie ihre Idole. Manche machen sogar gefährliche Operationen, um genauso schmale Hüften wie die Charaktere in den japanischen Comics und Filmen zu bekommen. Dabei lassen sie sich manchmal sogar eine Niere entfernen. Manga und Anime sind längst Teil der Jugendkultur. Beiden Kunstformen sollte viel mehr Respekt von Seiten der Medienwelt entgegen gebracht werden.




Autor: Esra Duman, Laura Grimmig und