Ein dreifacher Blick ins unbekannte kulturelle Erbe

skk

Von skk

Mo, 03. September 2018

Schwarzwald-Baar-Kreis

Am Denkmalstag laden mehrere historische Gebäude zur Besichtigung ein / Einblick in ehemaliges Max-Egon-Krankenhaus.

BAAR (guy). Einmal an die Stellen in der Stadt blicken, an die sonst eigentlich kaum jemand kommt? Das ist der Ursprungsgedanke des Tages des offenen Denkmals, der am Sonntag, 9. September, bereits sein 25-jähriges Jubiläum in der Bundesrepublik feiert. Einmal im Jahr sollen dabei historische Gebäude und Orte für Besucher geöffnet werden, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind. Ziel ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren und Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken. Die Öffnung ist in der Regel kostenfrei. Initiator des Tages ist die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Das Motto 2018 lautet "Entdecken, was uns verbindet". Bundesweit werden mehr als 7500 Bau- und Bodendenkmale für Besucher offen stehen. Auch auf der Baar können Interessierte einen Einblick in einige Denkmäler der Region verschaffen. Drei Orte sind 2018 bei der deutschlandweiten Aktion mit dabei.
Donaueschinger Stadtkirche: Das prunkvolle Gebäude wurde im böhmischen Barock im 18. Jahrhundert erbaut und in den vergangenen Monaten aufwendig saniert. Die Farbe wurde erneuert, Putzabschlussprofile wurden angebracht und die Barrierefreiheit am Eingang des Hauptportals geschaffen. Die Arbeiten waren verbunden mit einem hohen bürokratischen Aufwand, so musste etwa auch das Landesamt für Denkmalpflege involviert werden. Die Stadt Donaueschingen hat sich in diesem Jahr dazu entschieden, für den Tag des offenen Denkmals die Arbeiten rund um das Wahrzeichen, die Stadtkirche St. Johann, vorzustellen und zu erläutern. Dazu soll es fachliche Erklärungen über die Sanierung der Außenfassade sowie Führungen durch die Kirche geben. Sie finden am Sonntag, 9. September, von 11 bis 12.30 Uhr und von 14.30 bis 16 Uhr statt. Es werden technische Erläuterungen von dem beauftragten Architekturbüro Schmid und weiteren Fachleuten zu der Sanierung der Außenfassade gegeben, beispielsweise zur Beschaffenheit der Farbstoffe oder zur Untersuchung zum Putzgrund. Danach soll sich eine Kirchenführung mit dem Diplomtheologen Heinrich Feldmann anschließen.

Max-Egon-Krankenhaus: Das Gebäude steht noch, seine Funktion ist heute eine andere. Wo von 1923 bis 1974 Patienten versorgt wurden, befinden sich heute Stadtwohnungen. Am Sonntag ist es möglich, einen Einblick in eine der Wohnungen zu bekommen. Eigentümer ist Martin Otto, der sie vor drei Jahren gekauft hat. Momentan steht sie leer: "Immer wenn die Tür offen stand kamen andere Bewohner und fragten, ob sie mal einen Blick hineinwerfen dürfen", sagt Otto, "wir dachten uns dann einfach, dass wir das mal anbieten." Die Räume sind denkmalgeschützt und darin befindet sich auch der alte Kreißsaal des Krankenhauses sowie die Krankenhauskapelle.Besichtigt werden kann am Sonntag von 11.30 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr. Das Krankenhaus geht zurück auf Fürst Max Egon zu Fürstenberg, der es bauen ließ. Die ursprünglichen 50 Betten wurden rasch erweitert, so kam eine Entbindungsstation hinzu und Anfang der Vierzigerjahre ein neuer Nordflügel. Nach dem Ausbau des Dachgeschosses im Jahr 1957 verfügte das Gebäude schließlich über eine Kapazität von 160 Betten. Am 30. April 1974 wurde das Krankenhaus schließlich geschlossen.

Badruine Hüfingen: Das archäologische Denkmal Römische Badruine Hüfingen lockt an diesem Tag mit einer Kostümführung zum Thema "Baden mit Marcia – Wellness in der römischen Antike". Gästeführerin Martina Schulz führt als Römerin Marcia die Gäste durch einen römischen Badetag und plaudert dabei allerlei Geschichten aus ihrer Pera (Tasche). Sie erklärt, wie ein Badetag in der römischen Antike ausgesehen haben könnte. Die Führung beginnt um 15 Uhr. Interessierte können danach noch die Präsentation über die römische Badruine und römische Geschichte Hüfingens im Pavillon anschauen. Der Film informiert über Historie und Zusammenhänge des Kastellbads und der zivilen Siedlung Brigobannis. Die Römische Badruine hat am Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet.